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Artikel Tagged ‘Zukunft’

DRM, zukünftige Verlage und Soziale Netzwerke:
Interview mit Joscha Bach von txtr

Joscha Bach (txtr)

Joscha Bach ist Mitgründer von txtr und derzeit vor allem für die Bereiche Content und Produktmanagement im Endkundenbereich verantwortlich. Vor txtr hat er Informatik und Philosophie studiert und am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück promoviert. Im Anschluss daran gründete er zusammen mit Ronnie Vuine die Firma Bookpac und entwickelte Grundlagen für eine Dokumentenplattform, die sich heute unter der Oberfläche von txtr.com wiederfinden.

Bei meinem Berlinbesuch im Februar stand mir Joscha Bach freundlicherweise für einige Fragen zur Verfügung. Mit prüfungsbedingter Verspätung gibt es hier nun das Interview. Themen sind unter anderem die Problematik von DRM für eBook-Händler, zukünftige Verlage und die Social-Network-Ambitionen von txtr.com:

Wie sieht es mit einer Desktop-App von txtr aus? Wird es ein Konkurrenzangebot zum nicht immer geliebten Adobe Digital Editions geben?

Joscha Bach: Ich glaube nicht. Das liegt daran, dass Digital Editions ja nicht die einzige Lösung ist um EPUBs zu lesen und wir nicht denken, dass es sich lohnen würde, hier ein weiteres Konkurrenzangebot zu machen. Digital Editions mag zwar unbeliebt sein, aber es tut seinen Zweck. Im Augenblick ist es vor allem die Antwort auf das Bedürfnis Inhalte mit Adobe DRM darzustellen.

Adobe-DRM wird auch in euren EPUBs angewendet. Ist das eine zufriedenstellende Lösung?

Joscha Bach: Ich persönlich bin eher skeptisch, was die ökonomische Fähigkeit von Adobe DRM angeht. Sicherlich ist es eine Lösung, die gemessen an dem was technisch machbar ist, sehr weit vorne ist. Aber DRM an sich ist ein Problem. Dazu gehört vor allem, dass das Dokument an bestimmte Geräte gebunden wird. Diese Dokumente leben nun aber wahrscheinlich länger für den Kunden, als es dieses Gerät tut.

Für uns manifestiert sich das als ein Supportproblem. Das heißt, für so und so viele Dokumente mit Adobe DRM die wir verkaufen, haben wir so und so viele Kunden, die bei uns anrufen, weil sie Probleme damit haben, die durch das DRM bedingt sind. So ist etwa eine häufige Frage: „Ich habe hier dieses Dokument gekauft. Wie bringe ich es jetzt dazu, dass es auf meinem Gerät funktioniert?“.  Und dann geht es los: Wo gibt man die Adobe ID ein? Was ist eine Adobe ID? Wie ordnet man Dokumente der Adobe ID zu? Was wird da genau übertragen? Und so weiter. Es passieren also eine Reihe ziemlich hässlicher Sachen, bei denen man den Käufern erst einmal erklären muss, wie alles funktioniert.

Als Kunde bedenkt man nicht immer, dass dieses Erklären natürlich Geld kostet, weil wir jemanden bezahlen müssen, der das erledigt. Wenn man dann ökonomisch prüft, stellt man fest, dass man hier schnell mehr Geld ausgeben kann, als man mit dem Verkauf der Dokumente verdienen kann. Deshalb glaube ich nicht, dass die derzeitigen DRM-Technologien, die noch so supportbedürftig sind, auf Dauer für ein Unternehmen funktionieren. Da muss sich dringend etwas ändern.

Das ganze Interview lesen…

Fjord zeigt Video zum “Vernetzten Lesen”

Die Zusammenarbeit von txtr und Fjord, die im Vorfeld des Mobile World Congress offiziell bekannt gegeben worden ist, trägt weiter Früchte. Nachdem bereits das neue txtr-Logo und das überarbeitete Layout von txtr.com aus der Kooperation erwachsen sind, hat Fjord heute im eigenen YouTube-Channel ein Video zur gemeinsamen Vision des “Vernetzten Lesens” gepostet.

In dem kurzen Clip kommen Christian Lindholm (Managing Partner bei Fjord) und Christoph Maire (CEO bei txtr) zu Wort und sprechen über die Möglichkeiten der Digitalisierung und dem Lesen in der “Cloud“:

“Connected Reading”:
Video zur Präsentation von Christophe Maire auf der TEDx Berlin

26. Februar 2010 Manuel Medicus Keine Kommentare

Als kleinen Nachtrag zum Interview mit txtr-CEO Christophe Maire gibt es heute noch eine Videoaufnahme seiner Präsentation auf der TEDx in Berlin (Technology, Entertainment, Design), auf die ich bei YouTube gestoßen bin. Der Vortrag unter dem Titel “Connected Reading” ist zwar bereits einige Monate alt (November 2009), hat aber an Aktualität nichts verloren. Thematisch setzt sich die englische Präsentation mit der Entwicklung des digitalen, vernetzten Lesens und deren möglichen Auswirkungen auf das Papierbuch sowie die Gesellschaft im Ganzen auseinander:

Von Produktionsproblemen und photonischen Displays:
Interview mit Andreas Steinhauser (CTO bei txtr)

19. Februar 2010 Manuel Medicus 54 Kommentare

Andreas Steinhauser (CEO bei txtr)

Andreas Steinhauser ist CTO (Chief Technology Officer) bei txtr und einer der Gründer des Unternehmens. Unter anderem koordiniert er die Arbeit der verschiedenen Entwicklungsteams und behält sowohl die internen Forschungsprojekte als auch die technologischen Neuentwicklungen am Markt im Auge. Vor txtr war er einer der Gründer der Firma Gate5, die 2006 an Nokia verkauft wurde und deren Navigationssoftware den Grundstein für das heutige Nokia Maps gelegt hat.

Bei meinem Besuch in Berlin stand mir Andreas Steinhauser  freundlicherweise für ein Interview zur Verfügung:


Die erste Frage gilt den Produktionsproblemen – konnten die mittlerweile gelöst werden?

Andreas Steinhauser: Ja, wir wissen mittlerweile, was das Problem gewesen ist und konnten es beheben. Ich will die Details ersparen: Im Großen und Ganzen hatten wir Schwierigkeiten mit dem Modem. Dort hatte sich beim Softwareupdate des Herstellers, das ursprünglich dazu diente, einen von uns gefundenen Fehler zu beseitigen, ein neuer Fehler eingeschlichen. Dieser führte wiederum dazu, dass das Modem nicht mehr zuverlässig die Verbindung zum GSM-Netzwerk herstellen konnte.

Das haben wir jetzt im Griff und die ersten Geräte der neuen Charge sind gerade in Barcelona auf dem Mobile World Congress, um das auch zu zeigen. Sobald sie dann unsere neuen Tests und auch die Mass-Production-Tests erfolgreich durchlaufen, geht es wirklich los mit der Produktion.

In Bezug auf die Produktionsprobleme: Habt ihr euch im Nachhinein einmal Gedanken gemacht, dass es besser gewesen wäre, direkt in Deutschland zu produzieren – wie beispielsweise Plastic Logic?

Andreas Steinhauser: Plastic Logic ist immer ein gerne genommenes Beispiel. So etwas kann man gut machen, wenn man 130 Millionen zur Verfügung hat. Dann kann man wirklich nach Dresden gehen und dabei den Staatshaushalt noch um ein paar Millionen erleichtern. Nein – wir sind natürlich völlig außer Stande eine eigene Produktionsschiene und Fabrik aufzubauen. Wenn man in Deutschland produziert – so leid mir das tut –, ist man preislich nicht in einem Bereich, der konkurrenzfähig ist.

Es gibt natürlich Hersteller und auch Bestücker in Deutschland die sehr, sehr gut arbeiten – die verlangen dann aber auch einen entsprechenden Preis. Bei den preiswerten Anbietern haben wir wiederum die Erfahrung gemacht, dass es qualitätsmäßig nicht besser ist. Im Gespräch waren Standorte wie Ungarn – AVM produziert zum Beispiel dort –, aber das gibt sich nicht viel. Die Entfernung zu China ist nicht das Problem. Man hat diesen halben Tag Zeitversetzung, aber damit kann man leben.

Das ganze Interview lesen…

TechCrunch Mobile 2010: Präsentation von txtr-CEO Christophe Maire

18. Februar 2010 Manuel Medicus 2 Kommentare

Im offiziellen Blog von txtr wurden heute die Präsentationsfolien von Christophe Maire (txtr CEO) veröffentlicht, die bei seinem Vortrag auf der TechCrunch Mobile 2010 im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona gezeigt wurden. Die Folien sind erfreulicherweise via Slideshare verfügbar und lassen sich hier komfortabler einbinden als noch die Präsentationsfolien für die Tools of Change kurz vor der Frankfurter Buchmesse:

Gibt es Neuigkeiten?

Durchblättert man die Folien, fallen einige Details ins Auge, die zum Spekulieren anregen. Zum einen sind erstmals Screenshots der Android-Version der txtr App zu sehen – inklusive der Unterstützung für Adobe  DRM (Folie 10). Die letzte offizielle Ankündigung diesbezüglich war, dass eine Android-Version geplant sei, man sich aber vorerst auf die Fertigstellung der iPhone App konzentrieren wolle. Die Bilder nun legen nahe, dass sich eine txtr App für Android bereits in der Entwicklung befindet.

Ebenfalls hervorzuheben ist ein Detail auf Folie 12. Dort heißt es:

Full support for news business model such as various subscriptions in March 2010

Erstaunlich, dass sich txtr – in Punkto Terminangaben in den letzten Wochen eher sparsam waren – hier zeitlich festlegt. Ergänzt man diese Ankündigung mit den Aussagen auf der Webseite des txtr Readers über die Verfügbarkeit von Zeitungsinhalten im 1. Quartal 2010, so scheint eine zeitnahe Integration des vielgewünschten Features der “Zeitunsabonnements” für den txtr Reader als möglich – vorausgesetzt das Lesegerät ist dann auch erhältlich .

Und dann sind da wieder die Lesegeräte in 10″ und in Farbe (Folie 15) – Zukunftsmusik, die schon auf der Launch-Präsentation zur Frankfurter Buchmesse zu sehen war. Die genannten Releasetermine (2010-2011 bzw. 2011-2012) sollte man nach den derzeitigen Verzögerungen beim txtr Reader mit der nötigen Portion Vorsicht genießen. Allemal interessant ist jedoch, dass die Produktfamilie nicht unter dem Logo von txtr allein, sondern zusammen mit dem Logo von 3M präsentiert wird. Das lässt durchaus auf die Ausmaße der strategischen Partnerschaft mit dem Technologie-Multi schließen.

Das Ende des Meisters naht

Hat hier jemand etwa zuviel Krabat gelesen? Nein, es geht um die aktuelle Beta-Version von txtr.com, die auf den Namen “Meister” hört – eine Anspielung auf Michail Bulgakows “Meister und Margarita” (Vgl. Das Geheimnis der txtr.com Beta-Namen).

Voraussichtlich morgen wird nun der “Meister” abgelöst, darauf deutet ein Beitrag von Joscha gestern im offiziellen txtr Forum hin:

Mit dem neuen Release (übermorgen!) gibt es eine “Powersuche” – da kann man die Query so bauen, daß keine Gatherer-Sachen gefunden werden.

Welche Neuerungen neben einer verbesserten Suche noch zu erwarten sind, lässt sich bisher nur vermuten. Denkbar wären etwa neue Community-Funktionen, wie etwa Gruppen oder Pinnwände, und vor allem weitere Optimierungen hinsichtlich der Vernüpfung von  txtr.com mit den txtr Readern.

CES in Las Vegas

CES Logo

Während sich immer noch kein Besitzer eines txtr Readers öffentlich geoutet hat, gibt es dieser Tage allerlei interessante Neuigkeiten von der vom 7. bis 10 Januar in Las Vegas stattfindenden CES 2010 (Consumer Electronics Show), der internationalen Leitmesse im Bereich Unterhaltungselektronik. So haben etwa Liquavista und Mirasol ihre Prototypen neuer Displaytechnologien gezeigt, Samsung zwei eigene eReader vorgestellt und einige Hersteller neue Tablet Computer angekündigt.

Auch txtr ist mit einem neuen Mitarbeiter auf der CES vertreten, Andrew Rhomberg. Wie das offizielle Blog von txtr mitteilt, ist er künftig verantwortlich für das International Sales & Business Development. Auf der CES wird er, seinem LinkedIN-Profil nach zu urteilen, die White Label Lösungen von txtr vermarkten und neue Content- und Vertriebspartner für Großbritannien, Skandinavien und die USA suchen.

Biegbar, bunt und schnell – die eReader-Displays der Zukunft

30. Oktober 2009 Manuel Medicus Keine Kommentare

Auch wenn es seit der Informationsflut im Rahmen der Buchmesse wenig Neues in Punkto txtr Reader zu berichten gibt, scheint es doch klar, dass der Markt für eBook-Reader vor einem großen Sprung steht. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendein Unternehmen ein neues digitales Lesegerät ankündigt, eine neue Technologie anpreist oder eine neue eBook-Offensive einläutet.

Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei vor allem neue ePaper-Displays, denn diese versprechen mit höheren Bildwiederholungsraten, biegbarer Hardware und farbiger Darstellung ein neue Generation von eReadern einzuleiten. Ein Überblick über die vielversprechendsten Technologien:

AU Optronics (AUO)

AU Optronics

AU Optronics (Teil der BenQ-Gruppe), einer der größten Hersteller von LCD-Flachbildschirmen, will ein Stück vom ePaper-Kuchen abbekommen. Auf der FPD kündigte man jüngst an, dass für 2010 biegbare Graustufen-Displays mit einem Kontrast von 9:1 geplant sind. Zum Einsatz wird dabei die Microcup-Technologie kommen, die sich AUO durch den Einstieg bei SiPix gesichert hat.

Weitere Informationen: AUO | heise | Displayblog

Bridgestone

Bridgestone

Der Reifenhersteller Bridgestone entwickelt bereits seit mehreren Jahren elektronisches Papier auf Basis der QR-LPD-Technologie (Quick Response Liquid Powder Display). Jüngst präsentierte Bridgestone auf der FPD International in Yokohama einen Prototypen mit biegbarem, farbigem Display und einer Seitenaufbaugeschindigkeit von 0,8 Sekunden. Für 2010 sind Pilotversuche mit einer Bank in Japan geplant. Wann und ob die Technologie für Consumer-Produkte eingesetzt werden kann, steht noch nicht fest.

Weitere Informationen: Golem | heise | TechOn | MobileRead

Mehr…

Was ist eigentlich Near Field Communication (NFC)?

25. Oktober 2009 Manuel Medicus 11 Kommentare

Der txtr Reader wird neben Blutooth, WLAN und GPRS/EDGE einen vierten – noch eher unbekannten – Funkstandard unterstützen, nämlich Near Field Communication (NFC). Was es damit auf sich hat und welche Nutzungsmöglichkeiten sich für den txtr Reader ergeben, erfahrt ihr hier.

Was ist NFC?

Offizielles Logo für Near Field Communication (NFC)

Near Field Communication ist ein Standard zur sicheren Funkübertragung von Daten über kurze Strecken, der vor allem in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen soll. Im Gegenteil zu Bluetooth und WLAN hat NFC nur eine Reichweite von etwa 10 Zentimetern und eine Datenübertragungsrate von 424 kbit/s. Dafür benötigt NFC  weniger als 100 ms um eine Verbindung herzustellen (eine Konfiguration ist nicht nötig) und ist kompatibel zum RFID-Standard, der in Zukunft immer mehr die alten 2D-Barcodes ersetzen wird. Darüber hinaus hat der Standard im Vergleich zu Bluetooth einen weitaus niedrigeren Energieverbrauch und funktioniert auch, wenn einer der beiden Funkchips gerade über keinen Strom verfügt, weil etwa das Gerät ausgeschalten ist.

Wofür braucht man NFC?

Bis jetzt steht NFC noch in den Starlöchern. In zahlreichen Pilotprojekten werden und wurden bereits zukünftige Einsatzmöglichkeiten getestet. Im besonderen Blickfeld liegt dabei die Möglichkeit, über ein Handy per NFC sichere und bequeme bargeldlose Bezahlungen durchführen zu können. Die geringe Reichweite (im Vergleich etwa zu Bluetooth) gewährleistet eine höhere Sicherheit. Am Beispiel von Fahrkarten oder etwa Automaten wurde das bereits mehrfach umgesetzt. Generell sind vielfältige Einsatzzwecke denkbar, etwa die Nutzung zur Identifikation (z.B. als Schlüssel in Hotels) oder für das Abrufen von Informationen (z.B. von Reklametafeln).

Ein Video des MIT Mobile Experience Laboratory zeigt einige Beispiele, wie NFC den Alltag verändern könnte:

Auch wenn in Europa derzeit noch wenige Geräte mit dem NFC-Standard erhältlich sind, ist ein Durchbruch in den nächsten Jahren zu erwarten. Dem NFC-Forum, das 2004 von den beiden Entwicklern des Standards, Sony und NXP Semiconductors, zusammen mit Nokia gegründet wurde, haben sich mittlerweile zahlreiche namhafte Unternehmen verschiedener Branchen angeschlossen. Unter den Mitgliedern befinden sich einerseits Handyhersteller wie Motorola und Samsung, Telekomunikationsunternehmen wie Vodafone oder France Télécom aber auch Finanzdienstleister wie American Express, Mastercard oder VISA. Auf der offiziellen Webseite gibt es eine Reihe weiterer Videos zum Thema NFC.

Welche Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich mit NFC für den txtr Reader?

Zunächst einmal gar keine, denn nach den bisherigen Informationen wird der NFC-Chip zwar in der Hardware des txtr Reader integriert sein, wirkliche Anwendungsmöglichkeiten über die Software sind aber erst über zukünftige Updates zu erwarten. An erster Stelle steht dabei “txtr air share”, also die Möglichkeit zwischen zwei txtr Readern auf einfache Weise Dokumente auszutauschen. Die simple Handhabung von NFC entspricht dabei genau dem “Easy Tec”-Anspruch des Readers.

Aber auch andere Anwendungen wären denkbar. Wie wäre es zum Beispiel, wenn man auf einer Konferenz die Unterlagen zum aktuellen Vortrag einfach beim Betreten des Raumes auf das Gerät laden könnte? Oder wenn man beim Besuch eines Museums durch eine kurze Berührung einen Guide auf den Reader laden könnte? Ich erinnere da an das Video aus dem Artikel “Wie werden wir in Zukunft lesen”.

Die wohl naheliegendste Anwendung der Near Field Communication mit dem txtr Reader ist dann aber doch der Einsatz in Buchhandlungen und Büchereien. Über entsprechende Terminals könnte man etwa direkt in einer Buchhandlung eBooks auf den eReader laden und gleichzeitig bezahlen. Am Bahnhof könnte ein weiteres Terminal im vorbeigehen eine Tageszeitung liefern. In Büchereien und Bibliotheken könnte über den Chip das Ausleihen von elektronischen Texten abgewickelt werden.

Natürlich steht das alles im Konjunktiv, doch wirklich abwegig sind die Gedanken nicht. In punkto Mobilfunk ist txtr ja bereits eine Partnerschaft mit Ecotel eingegangen (deren Tochterunternehmen ppro zudem ein Spezialist für ePayment-Services ist). Auch die Bezahlung mobiler Inhalte hat man via txtr Store bereits geregelt. Fehlen also nur noch die Partner im Bereich Content. Man darf gespannt sein, ob man bei txtr noch eine Überaschung aus dem Hut zaubern wird – ständige Verhandlungen über weitere Inhalte scheinen ja geführt zu werden. In jedem Fall ist der txtr Reader in Punkto Funkstandards für die Zukunft gerüstet.

Wie werden wir in Zukunft lesen?

22. September 2009 Manuel Medicus Keine Kommentare

Die Frage, wie wir in einigen Jahren lesen werden,  hat sich der französische Verlag editis gestellt und präsentiert in einem Videoclip gleich eine passende Zukunftsvision als mögliche Antwort (Hinweis: Die erste Minute gibt es nur einen schwarzen Bildschirm zu sehen -  das Video beginnt bei 0:48. Die Dialoge sind auf Französisch mit englischen Untertiteln):

Eines ist klar: Für einen Printverlag ist das eine ziemlich fortschrittliche Vision. Gleichzeitig analysiert man die aktuelle Situation wirklich sehr treffend: Bei der derzeitigen technischen Entwicklung scheint ein Durchbruch digitaler Lesegeräte nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Dem gegenüber steht die Sicherheit, dass gedruckte Bücher auf Papier auch auf Dauer nicht aus den Regalen verschwinden werden.

An dieser Stelle ist es natürlich interessant zu fragen: Wie schneidet der txtr reader gegenüber dieser Zukunftsvision ab?

Überall zugängliche Inhalte werden dank WLAN- und Mobilfunkchip kein Problem sein – natürlich auch innerhalb eines Buchladens nicht. Der Unterschied: Der Betreiber des Ladens verdient dabei bisher nichts – trotz etwaiger guter Beratung. Ebenso umsetzbar sind etwa die Audiofunktion, die Darstellung von Reiseführern oder der Austausch von Dokumenten zwischen zwei Geräten – sogar der Anschluss einer Bluetooth-Tastatur.

Vieles ist dann aber doch technische Zukunftsmusik: Der txtr reader kann weder mit einem touchfähigen Farbdisplay aufwarten, noch enthält er einen GPS-Sensor oder will ein vollfunktionsfähiger tragbarer Computer sein. Wobei letzterer Punkt natürlich auch als Vorteil gesehen werden kann.

Auf jeden Fall wird die Entwicklung des Lesens in den nächsten Jahren sehr spannend zu verfolgen sein. Und womit das Video sicherlich recht hatte: Wie auch immer die Zukunft des Zugangs aussehen mag, die Inhalte werden grundsätzlich die gleichen bleiben.

(via Epublishers Weekly)

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