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Von Produktionsproblemen und photonischen Displays:
Interview mit Andreas Steinhauser (CTO bei txtr)

19. Februar 2010 Manuel Medicus 54 Kommentare

Andreas Steinhauser (CEO bei txtr)

Andreas Steinhauser ist CTO (Chief Technology Officer) bei txtr und einer der Gründer des Unternehmens. Unter anderem koordiniert er die Arbeit der verschiedenen Entwicklungsteams und behält sowohl die internen Forschungsprojekte als auch die technologischen Neuentwicklungen am Markt im Auge. Vor txtr war er einer der Gründer der Firma Gate5, die 2006 an Nokia verkauft wurde und deren Navigationssoftware den Grundstein für das heutige Nokia Maps gelegt hat.

Bei meinem Besuch in Berlin stand mir Andreas Steinhauser  freundlicherweise für ein Interview zur Verfügung:


Die erste Frage gilt den Produktionsproblemen – konnten die mittlerweile gelöst werden?

Andreas Steinhauser: Ja, wir wissen mittlerweile, was das Problem gewesen ist und konnten es beheben. Ich will die Details ersparen: Im Großen und Ganzen hatten wir Schwierigkeiten mit dem Modem. Dort hatte sich beim Softwareupdate des Herstellers, das ursprünglich dazu diente, einen von uns gefundenen Fehler zu beseitigen, ein neuer Fehler eingeschlichen. Dieser führte wiederum dazu, dass das Modem nicht mehr zuverlässig die Verbindung zum GSM-Netzwerk herstellen konnte.

Das haben wir jetzt im Griff und die ersten Geräte der neuen Charge sind gerade in Barcelona auf dem Mobile World Congress, um das auch zu zeigen. Sobald sie dann unsere neuen Tests und auch die Mass-Production-Tests erfolgreich durchlaufen, geht es wirklich los mit der Produktion.

In Bezug auf die Produktionsprobleme: Habt ihr euch im Nachhinein einmal Gedanken gemacht, dass es besser gewesen wäre, direkt in Deutschland zu produzieren – wie beispielsweise Plastic Logic?

Andreas Steinhauser: Plastic Logic ist immer ein gerne genommenes Beispiel. So etwas kann man gut machen, wenn man 130 Millionen zur Verfügung hat. Dann kann man wirklich nach Dresden gehen und dabei den Staatshaushalt noch um ein paar Millionen erleichtern. Nein – wir sind natürlich völlig außer Stande eine eigene Produktionsschiene und Fabrik aufzubauen. Wenn man in Deutschland produziert – so leid mir das tut –, ist man preislich nicht in einem Bereich, der konkurrenzfähig ist.

Es gibt natürlich Hersteller und auch Bestücker in Deutschland die sehr, sehr gut arbeiten – die verlangen dann aber auch einen entsprechenden Preis. Bei den preiswerten Anbietern haben wir wiederum die Erfahrung gemacht, dass es qualitätsmäßig nicht besser ist. Im Gespräch waren Standorte wie Ungarn – AVM produziert zum Beispiel dort –, aber das gibt sich nicht viel. Die Entfernung zu China ist nicht das Problem. Man hat diesen halben Tag Zeitversetzung, aber damit kann man leben.

Das ganze Interview lesen…

WLAN-Funktion des txtr Readers fällt Preissenkung zum Opfer

30. November 2009 Manuel Medicus 31 Kommentare

Wie txtr soeben in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird der txtr Reader ab morgen für 299 € statt 319 € auf txtr.com vorbestellbar sein. Mit der Preissenkung will man sich besser gegenüber den Konkurrenten Amazon und Sony positionieren.

Allerdings wird diese Preissenkung mit einer technischen Änderung am Gerät erkauft: der txtr Reader wird in der ersten Generation über kein WLAN-Modul verfügen. Ansonsten sollen die technischen Spezifikationen auf dem bisher angekündigten Stand bleiben.

In der Community stößt der Schritt, das WLAN-Modul wegzulassen, unterdessen auf Unverständnis, war es doch lange Zeit eines der meistgepriesenen Features des Geräts. Warum statt auf WLAN nicht auf andere Funkstandards wie Bluetooth oder NFC verzichtet wurde, lässt txtr derzeit offen.

Auf der offiziellen Webseite des txtr Readers sind die Änderungen derzeit noch nicht angekündigt. Hier daher der die volle Pressemitteilung:

Pressemitteilung Preissenkung

Viele Kunden hätten wohl lieber 20 € mehr ausgegeben, um dann aber ein Gerät mit WLAN-Funktionalität zu besitzen. Was denkt ihr über diesen Schrittt – ist der Wegfall von WLAN für euch zu verschmerzen oder stellt es für euch ein KO-Kriterium dar?

Update: Mittlerweile ist auch reader.txtr.com auf den neuen Preis angepasst worden. Neben WLAN wurde dabei auch Bluetooth und NFC von den technischen Daten gestrichen. Damit wäre EDGE der einzige noch verbliebene Funkstandard auf dem txtr Reader.

Update 2: Auf Nachfrage war zu erfahren, dass die anderen Funkstandards Bluetooth und NFC nicht gestrichen wurden. Lediglich WLAN fehlt. Wann die 2. Generation inklusive WLAN erhältlich sein wird, ist noch nicht sicher.

Update 3: Inzwischen hat sich Ronnie Vuine im offiziellen Blog von txtr zu den Gründen für diesen Schritt geäußert:

Wir sind in den Wochen seit der Buchmesse wieder und wieder gefragt worden: Warum ist das Ding so teuer? Und die Antwort war immer: Die Funkschnittstellen kosten nun mal Geld. Da wir Mobilfunk in jedem Fall machen wollen — ein Gerät mit Onlineverbindung, die nicht konfiguriert werden muß, ist so viel einfacher zu bedienen als eins ohne — blieb nur, WLAN zu opfern. WLAN ist für Laien äußerst schwer zu konfigurieren, und bei einem Gerät ohne Tastatur wären öffentliche Hotspots ohnehin unzugänglich geblieben.

Weiter heißt es:

Wir glauben nicht an Webbrowser auf Readern (dafür sind andere Displays besser geeignet) und nicht daran, daß ein Reader ein PDA-Ersatz sein können sollte. Ein Reader ist zum Lesen da, und er soll einfach sein.

Im Hinblick auf die Lektüre von Romanen ist diese Argumentation durchaus nachvollziehbar. Wer gehofft hatte über WLAN seine RSS-Feeds morgens auf den neuesten Stand bringen zu können, ohne den PC hochfahren zu müssen, muss nun wohl auf ein txtr Net Abonnement zurückgreifen.

Natürlich treffen hier zwei Interessensgruppen aufeinander: Auf der einen Seite die technisch versierten Early Adopter, die sich vom txtr Reader ein offenes Gerät mit “unbegrenzten Möglichkeiten” erhofft hatten, auf der anderen Seite die von txtr anvisierte Zielgruppe der “Serious Readers”. Und in der Tat dürfte für diese der Wegfall einer WLAN-Funktion verschmerzbar sein.

Update 4: Neben den Neuigkeiten zum txtr Reader sind die Anmerkungen zum morgigen Bestellvorgang etwas untergegangen. Laut dem offiziellen Blog sollen vormittags die ersten Mails an diejenigen rausgehen, die sich über den Menüpunkt “Newsletter” auf reader.txtr.com vorgemerkt haben. Morgen soll es weitere Details geben.

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