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Artikel Tagged ‘txtr.com’

Social DRM, Google Books und Vaporware:
Interview mit Birte Huizing von txtr

12. April 2010 Manuel Medicus 4 Kommentare

Birte Huizingvon txtr

Birte Huizing ist bei txtr in den Bereichen Social Media und Produktmanagement tätig. Nebenher arbeitet sie an ihrer Dissertation zum Thema „Buchmarkt 2.0“ an der Universität Hildesheim. Vor txtr hat sie beim Ullstein Verlag ein Volontariat abgeschlossen.

Birte war es, die mich im Februar nach Berlin  eingeladen hatte und mir die Interviewpartner organisierte, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Am Ende stand auch sie mir noch für einige Fragen zur Verfügung:

Den Hauptteil der Inhalte im txtr Store bezieht ihr über die großen Aggregatoren. Daneben schließt ihr mit ausgewählten Verlagen einzelne Deals ab. Du arbeitest bei txtr neben Social Media auch in diesem Bereich – kannst du uns einen kleinen Einblick geben?

Birte Huizing: Ich kümmere mich derzeit um die Independent Verlage. Das heißt, ich rede zum Beispiel mit Kein & Aber, Voland & Quist oder Mairisch. Generell kriegen wir momentan sehr viele Anfragen von Verlagen, die bei uns vertreten sein wollen. Die Ausgangslage ist dabei ganz unterschiedlich –  einige haben bereits EPUBs, andere noch nicht.

Uns ist es wichtig, auch Titel ins Angebot zu bekommen, die literarisch interessant sind, aber vielleicht nicht gleich bei Random House erscheinen. In einer gut sortierten Buchhandlung findet man die und deshalb sollte man sie auch in einem gut sortierten eBook Store finden.

Die Aufgabe mit den Verlagen hat sich bei mir angeboten, weil ich ja direkt von einem Verlag gekommen bin. Außerdem habe ich auch privat einen größeren Verlagsbackground – mein Vater ist Schriftsteller, meine Mutter hat eine Buchhandlung. Die Verlagswelt ist mir also sehr vertraut.

Das ganze Interview lesen…

DRM, zukünftige Verlage und Soziale Netzwerke:
Interview mit Joscha Bach von txtr

Joscha Bach (txtr)

Joscha Bach ist Mitgründer von txtr und derzeit vor allem für die Bereiche Content und Produktmanagement im Endkundenbereich verantwortlich. Vor txtr hat er Informatik und Philosophie studiert und am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück promoviert. Im Anschluss daran gründete er zusammen mit Ronnie Vuine die Firma Bookpac und entwickelte Grundlagen für eine Dokumentenplattform, die sich heute unter der Oberfläche von txtr.com wiederfinden.

Bei meinem Berlinbesuch im Februar stand mir Joscha Bach freundlicherweise für einige Fragen zur Verfügung. Mit prüfungsbedingter Verspätung gibt es hier nun das Interview. Themen sind unter anderem die Problematik von DRM für eBook-Händler, zukünftige Verlage und die Social-Network-Ambitionen von txtr.com:

Wie sieht es mit einer Desktop-App von txtr aus? Wird es ein Konkurrenzangebot zum nicht immer geliebten Adobe Digital Editions geben?

Joscha Bach: Ich glaube nicht. Das liegt daran, dass Digital Editions ja nicht die einzige Lösung ist um EPUBs zu lesen und wir nicht denken, dass es sich lohnen würde, hier ein weiteres Konkurrenzangebot zu machen. Digital Editions mag zwar unbeliebt sein, aber es tut seinen Zweck. Im Augenblick ist es vor allem die Antwort auf das Bedürfnis Inhalte mit Adobe DRM darzustellen.

Adobe-DRM wird auch in euren EPUBs angewendet. Ist das eine zufriedenstellende Lösung?

Joscha Bach: Ich persönlich bin eher skeptisch, was die ökonomische Fähigkeit von Adobe DRM angeht. Sicherlich ist es eine Lösung, die gemessen an dem was technisch machbar ist, sehr weit vorne ist. Aber DRM an sich ist ein Problem. Dazu gehört vor allem, dass das Dokument an bestimmte Geräte gebunden wird. Diese Dokumente leben nun aber wahrscheinlich länger für den Kunden, als es dieses Gerät tut.

Für uns manifestiert sich das als ein Supportproblem. Das heißt, für so und so viele Dokumente mit Adobe DRM die wir verkaufen, haben wir so und so viele Kunden, die bei uns anrufen, weil sie Probleme damit haben, die durch das DRM bedingt sind. So ist etwa eine häufige Frage: „Ich habe hier dieses Dokument gekauft. Wie bringe ich es jetzt dazu, dass es auf meinem Gerät funktioniert?“.  Und dann geht es los: Wo gibt man die Adobe ID ein? Was ist eine Adobe ID? Wie ordnet man Dokumente der Adobe ID zu? Was wird da genau übertragen? Und so weiter. Es passieren also eine Reihe ziemlich hässlicher Sachen, bei denen man den Käufern erst einmal erklären muss, wie alles funktioniert.

Als Kunde bedenkt man nicht immer, dass dieses Erklären natürlich Geld kostet, weil wir jemanden bezahlen müssen, der das erledigt. Wenn man dann ökonomisch prüft, stellt man fest, dass man hier schnell mehr Geld ausgeben kann, als man mit dem Verkauf der Dokumente verdienen kann. Deshalb glaube ich nicht, dass die derzeitigen DRM-Technologien, die noch so supportbedürftig sind, auf Dauer für ein Unternehmen funktionieren. Da muss sich dringend etwas ändern.

Das ganze Interview lesen…

txtr und das iPad

29. Januar 2010 Manuel Medicus 2 Kommentare

Apple's neuester Streich: Das iPad

Seit am Mittwoch in San Francisco das iPad angekündigt wurde, streiten sich Apple-Fanboys und -Kritiker über die Erfolgsaussichten von Steve Jobs neuem Wunderkind und spekulieren über die Zukunft des digitalen Lesens. Nach der munteren Gerüchteküche im Vorfeld des Apple-Events, gibt es ausreichend Gesprächsstoff, um sich bis zum Release des iPads weiter mit Mutmaßungen und Prophezeiungen auszutoben.

Wenig Zeit für derartige Diskussionen werden die App-Programmierer haben, denn nach dem Erfolg des App-Stores auf iPod Touch und iPhone kann sich niemand erlauben, den nächsten “Goldrush” zu verschlafen. Daher werden sich nun zahlreiche  Softwareschmieden mächtig ins Zeug legen, um pünktlich zum Erscheinen der ersten iPads ihre Programme fertig zu haben.

txtr-App auf dem iPad

Auch txtr hat gestern angekündigt (Pressemitteilung), die eigene iPhone-App für das iPad fittmachen zu wollen – ein Schritt der schon seit den ersten Gerüchten über ein Apple-Tablet abzusehen war. Wenn alles läuft, wie von txtr geplant, wäre man zum Release der größte Anbieter an deutschsprachigen eBooks auf dem iPad. Auch die Tatsache, dass derzeit für das iPhone-OS allein die txtr-App eBooks mit Adobe-DRM darstellen kann, wäre hier ein Marktvorteil.

Als problematisch könnte sich jedoch die Firmenpolitik von Apple erweisen. Für das iPhone und den iPod Touch wurden Programme, die explizit vorhandene Funktionen kopieren, in der Regel nicht zugelassen. Das mit dem iPad neu eingeführte iBooks würde in direkter Konkurrenz zur iPhone App von txtr und anderen Mitbewerbern wie Stanza, Kobo oder der Kindle-App stehen. Es bleibt abzuwarten, wie Apple hier vorgehen wird. Womöglich stellt sich dieses Problem in Europa für den Anfang jedoch erst gar nicht, wenn iBooks – wie von Engadget vermutet – vorerst nur in den USA erhätlich sein wird.

Gewinner oder Verlierer?

Gegenüber Gründerszene.de begrüßte txtr-CEO Christoph Maire in einem Kurzinterview die Ankündigung des iPads, da es die Digitalisierungsprozesse in der Verlagsbranche beschleunige und auch das Angebot im ePub-Format anwachsen werde. Durch die eigene iPhone-App sieht Maire das Unternehmen auch auf dem iPad gut aufgestellt. Gleichzeitig verteidigt er aber das Konzept von txtr mit einem vom iBookstore unabhängigen Content-Angebot, einem eigenen eBook Reader und eigenen Verlags- und Mobilfunkpartnern. Der eInk-Technologie des txtr Readers bescheinigt er aufgrund ihrer Lesequalität weiterhin ihre Daseinsberechtigung.

Auch Johannes Haupt, von lesen.net, kommt in seiner Auflistung “Apple iPad: Gewinner und Verlierer” zu dem Schluss, dass txtr durch eine eigene App vom iPad profitieren könnte. Er stellt außerdem heraus, dass vor allem größere eReader, wie die angekündigten Modelle von PlasticLogic und Hearst vom iPad bedroht werden. Kleinere eReader von Amazon bis txtr sieht er aufgrund von eInk (Lesbarkeit, Laufzeit), Kompaktheit und Preis nicht direkt gefährdet.

“Vernetzt Lesen” auch auf dem iPad

In Anbetracht des iPads zeigen sich für txtr erneut die Vorteile ihres Konzepts des “vernetzten Lesens”. Da sich die Dienste von txtr.com flexibel für verschiedene Lesegeräte anpassen lassen, kann das iPad letztendlich als eine weitere Zugangsmöglichkeit zum persönlichen “eBook-Regal” genutzt werden, wie sie gerade für Gelegenheitsleser ausreichend sein dürfte. Der txtr Reader dagegen verspricht dank eInk-Display, Produktergonomie und seiner Spezialisierung auf die Lesefunktion unverändert ein sehr interessantes Gerät für Vielleser zu werden.

Newsbits: txtr Logo, MR-Review, Computerwelt-Artikel

25. Januar 2010 Manuel Medicus 2 Kommentare

Während der endgültige Release des txtr Readers aufgrund der anhaltenden Produktionsschwierigkeiten weiter auf sich warten lässt, gibt es dennoch einige Neuigkeiten zu vermelden:

Logo- und Designwechsel bei txtr

Mit der Übernahme des neuen Layouts im offiziellen Blog von txtr und bei Twitter ist der Designwechsel nun beinahe abgeschlossen – es fehlt nur noch die Facebook-Page. Wie txtr auf Nachfrage bestätigt hat, gilt der Wechsel des Logos für das gesamte Unternehmen. Die Verpackung des txtr Readers soll dementsprechend angepasst werden.

txtr Review bei MobileRead

Im deutschen MobileRead-Forum hat Moderator Netseeker ein Review zum derzeitigen Angebot von txtr (txtr.com, Store, iPhone App, Tools – nicht den txtr Reader)  geschrieben. Er bringt dabei einige Verbesserungswünsche an, fällt aber insgesamt ein positives Urteil.

> txtrs vernetztes Lesen im Review

Artikel zu txtr bei Computerwelt.at

Schon vor beinahe zwei Wochen hat Computerwelt.at einen Artikel über txtr und die Schwierigkeiten bei der Serienproduktion des Readers veröffentlicht. Interessant sind darin vor allem die Aussagen von Ulrik Deichsel (Head of Business Development), der den hohen Stellenwert der Großkunden für txtr betont (“Dennoch stelle man sich ‘eher die Frage, wie wir den Bedarf von interessierten Großkunden stillen können, als dass wir Angst haben, unsere Produkte nicht los zu werden’”). Dies lässt sich als Hinweis darauf deuten, dass txtr bereits in Verhandlungen mit etwaigen Partnern für White-Label-Lösungen steht. Ebenfalls bekräftigt Deichsel laut Computerwelt.at die Pläne, den txtr Reader auch bald in Österreich anbieten zu wollen.

> E-Book-Reader “txtr” hat Startschwierigkeiten

txtr.com erhält neues Design und Logo

9. Januar 2010 Manuel Medicus 3 Kommentare

Gestern wurde damit begonnen, das in Aussicht gestellte Update von txtr.com aufzuspielen. Dabei wurde das Layout gründlich erneuert und der schon seit einigen Tagen neu gestalteten txtr Reader Website angeglichen.

Das neue Design auf txtr.com

Das neue Design ist minimalistischer gehalten als noch in der Vorgängerversion (Screenshot zum Vergleich) und kann mit einer besseren Übersichtlichkeit punkten. Der Designwechsel scheint ebenso mit einem Wechsel des offiziellen txtr.com-Logos einherzugehen. So wurde die bisherige Kombination aus grafischem Symbol und Firmennamen durch einen schlichten, schwarzen Schriftzug mit Apostroph ersetzt.

Das bisherige Logo von txtr Das neue Logo von txtr
Bisheriges Logo Neues Logo

Ob sich der Wechsel des Logos nur auf txtr.com oder das gesamte Unternehmen bezieht, ist derzeit offen, da noch keine offizielle Stellungnahme zur neuen txtr.com Version vorliegt. Daher ist ebenfalls noch unklar, ob es sich bei dem aktuellen Layout bereits um den endgültigen Stand handelt. Im Moment scheint vor allem die Navigationsleiste neu gestaltet worden zu sein, während der Content selbst größtenteils weiter im alten Design dargestellt wird. Sobald es  entsprechende Neuigkeiten gibt, wird dieser Post upgedatet.

Fortschritte  bei Performance und Suche

Auch unter der Oberfläche hat sich etwas getan. Als erstes fällt auf, dass die Performance der Seite spürbar verbessert wurde. Die Navigation durch die Onlineplattform ist nun um einiges flüssiger und damit auch angenehmer.

An Funktionen wurde wie angekündigt die Suche überarbeitet, die nun mehr Suchkriterien zur Auswahl stellt. Zudem wurde die Darstellung der Suchergebnisse verbessert. Diese lassen sich nun nach Jahr, Autor, Titel und Preis sortieren und werden von Empfehlungen für ähnliche Ordner und Tags flankiert.

In der Navigationsleiste wurde neu der Menüpunkt  “Community” hinzugefügt. Bisher führt dieser nur zur Nutzer-Suche, es ist jedoch davon auszugehen, dass hier künftig die geplante Gruppen-Funktion und eventuell das Forum beheimatet werden. Das persönliche Dashboard ist nun über den Menüpunkt “ICH” zu erreichen.

Eine weitere Neuerung versteckt sich in den Einstellungen unter Social Networking (ICH > Profil > Profil und Einstellungen ändern > Social Networking). Hier lässt sich nun die eigene Adobe ID samt Passwort hinterlegen, “um DRM geschützte Inhalte auf dem txtr Reader und dem iPhone zu lesen”. Der bisherige Umweg, das iPhone erst per Kaufvorgang freischalten zu müssen, um DRM geschützte eBooks, die nicht im txtr Store erworben wurden, öffnen zu können, könnte damit also in naher Zukunft nicht mehr nötig sein.

Priorität “Lesen”

Der Grund für den Wechsel von Logo und Layout scheint klar zu sein: Der Webauftritt von txtr wird mehr an die Gerätephilosophie des Readers angepasst und vom Web-2.0-Image mehr in Richtung des Schwerpunktes Lesen (Vgl. Vision und Manifesto von txtr) getrimmt. Dieser Wechsel ist konsequent, da mit jedem Mitbewerber, der einen multifunktionalen Reader auf den Markt bringt, der Fokus des txtr Readers auf das Leseerlebnis als Kaufargument an Bedeutung gewinnt.

Die volle Konzentration auf das  Konzept “Serious Reading”, wie es von txtr gerne genannt wird, könnte in dem sich etablierenden eReader-Markt eine geräumige, komfortable “Nische” sein. Die Frage ist, ob die Gruppe der Serious Reader derzeit nicht noch lieber beim Papierbuch bleibt? Dies wird sich erst beantworten lassen, wenn die ersten Lesegeräte auch wirklich ausgeliefert und getestet wurden. Zum aktuellen Stand der Produktionsprobleme und der Auslieferung ist im Laufe der nächsten Woche mit Neuigkeiten zu rechnen (Vgl. Twitter & Post bei Yellowtab).

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