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iPad, Vaporware und das neue txtr-Logo:
Kurzinterview mit Christophe Maire (CEO von txtr)

25. Februar 2010 Manuel Medicus 21 Kommentare
Christophe Maire, CEO von txtr

Christophe Maire ist Chief Executive Officer von txtr und verfügt über eine Erfahrung von 15 Jahren als Gründer und CEO von Technologieunternehmen. Er gründete und leitete Gate5 (unter anderem zusammen mit txtr-CTO Andreas Steinhauser), eine Firma für Navigationssoftware, die 2006 nach 7 Jahren von Nokia übernommen wurde. Zuvor war er unter anderem geschäftsführender Direktor des FX.center Babelsberg, einem Filmstudio für digitale Produktion und Visual Effects. Christophe Maire ist außerdem Partner beim Venture-Capital-Unternehmen Atlantic Ventures, das in verschiedene StartUp-Unternehmen investiert (unter anderem SoundCloud, Plista und auch txtr selbst) und bereits erfolgreich investiert hat (Gate5, Plazes, StudiVZ).

Während meines Besuchs bei txtr in Berlin hatte ich kurzfristig die Gelegenheit, Christophe Maire einige Fragen zu stellen – hier das Ergebnis des Kurzinterviews:

Werden es eInk-Lesegeräte wie der txtr Reader nach der Einführung des iPads schwerer haben? Gibt es genügend Raum auf dem Markt für beide?

Christophe Maire: Hier wird man damit konfrontiert, was ich manchmal das „DDR-Argument“ nenne: Nur ein Auto. Die Realität im Bereich mobile Geräte ist jedoch eine ganz andere. Man muss sich nur ansehen, wie viele verschiedene Mobiltelefone Nokia anbietet. Es wird auf jeden Fall unterschiedliche Geräte für unterschiedliche Situationen geben. Das iPad ist von den Features her sicherlich eher ein Zeitschriften-Medium. Ein Buch werde ich auf dem Display nicht lesen – sonst würde ich das schon heute auf meinem Netbook oder Notebook tun. Dann ist es aber auch eine Frage der Preisentwicklung:  Warum sollte ich nicht ein Gerät für Bücher haben und ein anderes für Magazine? Ich denke, dass genau das bei vielen immer wieder zu enormen Missverständnissen führt, wenn sie zwanghaft nach einem Gerät suchen, das alles kann, es aber nicht finden.

Wird es bei Lesegeräten so sein – wie etwa bei Fotokameras und Musikspielern zu beobachten -, dass sich viele Kunden mit Multifunktionsgeräten zufrieden geben und vorwiegend Profis auf dedizierte Geräte zurückgreifen?

Christoph Maire: Sicherlich ist heute in beinahe jedem Handy eine Musik- und eine Foto-Funktion integriert. Aber es gibt auch Beispiele wie die erfolgreichen Flip-Kameras, die zeigen, dass der Bedarf für Dedicated Devices auch im Low End Bereich besteht. Ich denke, dass wir eher eine Vielzahl von günstigen eBook Readern sehen werden, die beispielsweise bei einem Abonnement mitgeliefert werden, als tatsächlich Geräte, die „Alles-in-Einem“ versprechen.

Zu den Produktionsproblemen: Es gab Befürchtungen,  dass der txtr Reader zu Vaporware würde. Besteht die Gefahr?

Christophe Maire: Nein, das ist nicht zu befürchten. Die Verzögerungen waren sehr frustrierend, für die Interessenten wie für uns. Wir haben versucht, die Probleme so transparent wie möglich zu behandeln. Aber ich denke, an sich ist das „Business as usual“ – wir kennen derartige Verzögerungen auch von vielen Mitbewerbern. Jetzt sind die Probleme gelöst.

Seit kurzem gibt es ein neues offizielles txtr-Logo, das nun mehr den Schwerpunkt Lesen als die Web-2.0-Aspekte hervorhebt. Reagiert ihr damit auf eine Neuausrichtung von txtr oder hat das alte Logo einfach nicht gepasst?

Christoph Maire: Ja, das Logo hat nicht gepasst – es ist am Anfang sehr schnell entstanden. Auch wenn diese sozialen Elemente bei uns sehr wichtig sein werden, im Kern geht es um das Lesen. In der Broschüre für die Frankfurter Buchmesse haben wir bereits versucht, das stärker auszudrücken:  Es geht um die Reduktion auf das Wesentliche. Wir denken, dass es gerade die Macht der Konzentration ist, was uns auszeichnet. Auch für unsere Partner – ob das jetzt Verlage oder Mobilfunkpartner sind – ist unsere Spezialisierung ein Vorteil.

Der „Serious Reader“ wird immer wieder als Zielgruppe für den txtr Reader genannt. Wird es auf txtr.com spezielle Angebote geben, um diesen Anspruch zu unterstützen?

Christoph Maire: Ja, wir haben einige Ideen: Zum Beispiel hoffen wir in Kooperation mit den Verlagen Leseproben anbieten zu können. Außerdem wollen wir den Nutzern eine Reihe von Werkzeugen in die Hand geben, um Bücher empfehlen zu können und ähnliches in diese Richtung. Es ist ja gerade die Chance des neuen Mediums, dass nicht nur neue Formen von Businness-Modellen sondern auch neue Formen des Konsums möglich werden – und das ist sehr spannend.

Von Produktionsproblemen und photonischen Displays:
Interview mit Andreas Steinhauser (CTO bei txtr)

19. Februar 2010 Manuel Medicus 54 Kommentare

Andreas Steinhauser (CEO bei txtr)

Andreas Steinhauser ist CTO (Chief Technology Officer) bei txtr und einer der Gründer des Unternehmens. Unter anderem koordiniert er die Arbeit der verschiedenen Entwicklungsteams und behält sowohl die internen Forschungsprojekte als auch die technologischen Neuentwicklungen am Markt im Auge. Vor txtr war er einer der Gründer der Firma Gate5, die 2006 an Nokia verkauft wurde und deren Navigationssoftware den Grundstein für das heutige Nokia Maps gelegt hat.

Bei meinem Besuch in Berlin stand mir Andreas Steinhauser  freundlicherweise für ein Interview zur Verfügung:


Die erste Frage gilt den Produktionsproblemen – konnten die mittlerweile gelöst werden?

Andreas Steinhauser: Ja, wir wissen mittlerweile, was das Problem gewesen ist und konnten es beheben. Ich will die Details ersparen: Im Großen und Ganzen hatten wir Schwierigkeiten mit dem Modem. Dort hatte sich beim Softwareupdate des Herstellers, das ursprünglich dazu diente, einen von uns gefundenen Fehler zu beseitigen, ein neuer Fehler eingeschlichen. Dieser führte wiederum dazu, dass das Modem nicht mehr zuverlässig die Verbindung zum GSM-Netzwerk herstellen konnte.

Das haben wir jetzt im Griff und die ersten Geräte der neuen Charge sind gerade in Barcelona auf dem Mobile World Congress, um das auch zu zeigen. Sobald sie dann unsere neuen Tests und auch die Mass-Production-Tests erfolgreich durchlaufen, geht es wirklich los mit der Produktion.

In Bezug auf die Produktionsprobleme: Habt ihr euch im Nachhinein einmal Gedanken gemacht, dass es besser gewesen wäre, direkt in Deutschland zu produzieren – wie beispielsweise Plastic Logic?

Andreas Steinhauser: Plastic Logic ist immer ein gerne genommenes Beispiel. So etwas kann man gut machen, wenn man 130 Millionen zur Verfügung hat. Dann kann man wirklich nach Dresden gehen und dabei den Staatshaushalt noch um ein paar Millionen erleichtern. Nein – wir sind natürlich völlig außer Stande eine eigene Produktionsschiene und Fabrik aufzubauen. Wenn man in Deutschland produziert – so leid mir das tut –, ist man preislich nicht in einem Bereich, der konkurrenzfähig ist.

Es gibt natürlich Hersteller und auch Bestücker in Deutschland die sehr, sehr gut arbeiten – die verlangen dann aber auch einen entsprechenden Preis. Bei den preiswerten Anbietern haben wir wiederum die Erfahrung gemacht, dass es qualitätsmäßig nicht besser ist. Im Gespräch waren Standorte wie Ungarn – AVM produziert zum Beispiel dort –, aber das gibt sich nicht viel. Die Entfernung zu China ist nicht das Problem. Man hat diesen halben Tag Zeitversetzung, aber damit kann man leben.

Das ganze Interview lesen…

Newsbits: txtr Logo, MR-Review, Computerwelt-Artikel

25. Januar 2010 Manuel Medicus 2 Kommentare

Während der endgültige Release des txtr Readers aufgrund der anhaltenden Produktionsschwierigkeiten weiter auf sich warten lässt, gibt es dennoch einige Neuigkeiten zu vermelden:

Logo- und Designwechsel bei txtr

Mit der Übernahme des neuen Layouts im offiziellen Blog von txtr und bei Twitter ist der Designwechsel nun beinahe abgeschlossen – es fehlt nur noch die Facebook-Page. Wie txtr auf Nachfrage bestätigt hat, gilt der Wechsel des Logos für das gesamte Unternehmen. Die Verpackung des txtr Readers soll dementsprechend angepasst werden.

txtr Review bei MobileRead

Im deutschen MobileRead-Forum hat Moderator Netseeker ein Review zum derzeitigen Angebot von txtr (txtr.com, Store, iPhone App, Tools – nicht den txtr Reader)  geschrieben. Er bringt dabei einige Verbesserungswünsche an, fällt aber insgesamt ein positives Urteil.

> txtrs vernetztes Lesen im Review

Artikel zu txtr bei Computerwelt.at

Schon vor beinahe zwei Wochen hat Computerwelt.at einen Artikel über txtr und die Schwierigkeiten bei der Serienproduktion des Readers veröffentlicht. Interessant sind darin vor allem die Aussagen von Ulrik Deichsel (Head of Business Development), der den hohen Stellenwert der Großkunden für txtr betont (“Dennoch stelle man sich ‘eher die Frage, wie wir den Bedarf von interessierten Großkunden stillen können, als dass wir Angst haben, unsere Produkte nicht los zu werden’”). Dies lässt sich als Hinweis darauf deuten, dass txtr bereits in Verhandlungen mit etwaigen Partnern für White-Label-Lösungen steht. Ebenfalls bekräftigt Deichsel laut Computerwelt.at die Pläne, den txtr Reader auch bald in Österreich anbieten zu wollen.

> E-Book-Reader “txtr” hat Startschwierigkeiten

txtr weiterhin mit Problemen in der Produktion

13. Januar 2010 Manuel Medicus 2 Kommentare

Wie zuletzt angekündigt hat txtr heute in einem offiziellen Blogeintrag Stellung zum aktuellen Stand der Auslieferung und Produktion des txtr Readers genommen. Darin hat auch das gestern unvermittelt aufgetauchte YouTube-Video zur Fertigstellung des txtr Readers seinen Platz gefunden.

Im Blogartikel gesteht txtr ein, weiterhin mit Schwierigkeiten beim Schritt in die Serienproduktion zu kämpfen und gibt Einblick in die Art der Probleme. So sollen neben technischen Schwierigkeiten auch die Bedingungen in den chinesischen Fabriken für Verzögerungen bei der Produktion sorgen.

Gleichzeitig gesteht txtr den Fehler ein, den offiziellen Veröffentlichungstermin zu früh festgesetzt zu haben und bemüht sich um Verständnis:

Auch wenn wir das schon häufiger als Entschuldigung vorgebracht haben: Wir sind ein kleines, junges Start-up und wir haben mögliche Chaosszenarios einfach unterschätzt. Es klappt eben nicht immer einfach nur mit guten Willen und viel Arbeit, gerade wenn Dritte – wie der Supplier in China – aufs Parkett treten, hat man nicht mehr alles in der eigenen Hand.

Deswegen: Es tut uns wirklich leid, dass alle warten müssen. Wir tun was wir können. Und wir halten an dem guten alten Sprichwort fest: “Gut Ding will Weile haben”.

Wer auf den txtr Reader wartet, muss sich also weiterhin gedulden. Einen fixer Termin, ab wann die Serienproduktion in vollem Maße anlaufen kann, nennt man logischerweise nicht. Ebensowenig ist bisher klar, ob nun bereits erste Geräte ausgeliefert wurden und werden.

iPhone App mit neuer Version

Neben diesen wenig begeisternden Neuigkeiten aus dem offiziellen Blog gibt es jedoch auch eine positive Nachricht zu vermelden. Mit der heute erschienenen Version der txtr iPhone App soll es nun möglich sein, mit Adobe DRM versehene eBooks auf dem iPhone zu lesen, ohne wie bisher zuvor ein eBook im txtr Store kaufen zu müssen (vgl. Meldung bei Twitter).

Damit können nun auch iPhone-Besitzer außerhalb von Deutschland die txtr App zum Lesen DRM-geschützter eBooks nutzen. Diese waren bisher daran gescheitert, dass der txtr Store beim Einkauf eine deutsche Kreditkarte erfordert.

Update: Auch im offiziellen Blog gibt es nun eine Mitteilung zur neuen iPhone App.

Video von der txtr Reader Produktion

12. Januar 2010 Manuel Medicus 2 Kommentare

Während es von offizieller Seite bisher weiterhin keine Neuigkeiten zu vermelden gibt – weder zum neuen Design von txtr.com noch vom derzeitigen Stand der Auslieferung – ist über YouTube ein Video zur Fertigung der Lesegeräte in China aufgetaucht.

Das Video zeigt anscheinend Milosch Meriac, seines Zeichens Head of Hardware bei txtr, wie er in der Fabrik Hinweise zur Endkontrolle der Lesegeräte gibt.

Hochgeladen wurde das ganze als erster Upload des Nutzers DerGastAusDerZukunft (vermutlich einer der txtr Mitarbeiter). Ob das Video versehentlich bei YouTube öffentlich zugänglich gemacht wurde oder ob es sich um ein Video für einen der nächsten Beiträge im offiziellen Blog handelt, ist derzeit nicht ersichtlich.

Für alle, die auf den txtr Reader warten, ist es jedoch wenigstens ein Lebenszeichen, dass der Produktionsprozess im Gange ist. Es lässt sich spekulieren, ob das Video außerdem ein Hinweis darauf ist, dass die im Dezember verkündeten Materialprobleme beseitigt werden konnten und man nun größere Mengen an Lesegeräten durch dei Endkontrolle schleust.

Zwei Neuigkeiten lassen sich zudem unter Vorbehalt aus dem Video erschließen:

  • Wenn ich das richtig rausgehört habe, arbeitet der Reader mit Vibration, um Eingaben zu bestätigen – eventuell nur beim Startknopf.
  • Der Bootvorgang dauert etwa 15 Sekunden

Den “Gast aus der Zukunft” gilt es in jedem Fall im Auge zu behalten – vielleicht gewährt er in nächster Zeit ja weitere Einblicke in die Zukunft des txtr Readers .

Update 21:17h: Seitens txtr wurde das Video mittlerweile via Twitter als offiziell bestätigt. Es ist wie vermutet für einen Blogeintrag gedacht, der für morgen geplant ist. Das angekündigte Statusupdate scheint also vor der Tür zu stehen.

Kommentar: Der txtr Reader, Versuchskaninchen, Mutti und ein Fehlstart

12. Dezember 2009 Manuel Medicus 18 Kommentare

Was sich in den vergangenen zwei Wochen seit dem Bestellstart am 1. Dezember schon abgezeichnet hat, wurde gestern durch eine offizielle Stellungnahme seitens txtr endgültig bekräftigt: Nur eine sehr begrenzte Anzahl an txtr Readern wird es rechtzeitig unter die Weihnachtsbäume schaffen.

Im offiziellen Blogeintrag heißt es dazu:

Leider müssen wir all denen, die bisher noch keinen Bestell-Link bekommen haben sagen, dass das wohl nichts mehr bis Weihnachten wird. Wir haben in den letzten Wochen alles probiert, damit wir möglichst viele Reader in der Geschenkeverpackung liefern können, aber dann kam alles ein wenig anders, als geplant.

Als Grund für die Verzögerungen gibt txtr Probleme im Produktionsprozess an. So soll ein wichtiges Bauteil für die Stromversorgung nicht den Spezifikationen entsprochen haben. Bei der Beschaffung von entsprechenden Ersatzbauteilen kommt es nun zu Engpässen:

Leider stellte sich heraus, daß genau dieses Bauteil nirgendwo auf der Welt kurzfristig in den benötigten Stückzahlen zu beschaffen ist. Wir haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, aber wir werden die Teile nicht rechtzeitig bekommen.

Die Auswirkungen dieser Bauteil-Engpässe auf die gegenwärtigen Vorbestellungen erläutert txtr ebenfalls:

Wir haben uns aber schon früh dafür entschieden, daß wir nur so viele Bestellinks für txtr-Reader verschicken, wie wir auch sicher ausliefern können. Das heißt: Jeder, der uns Geld gibt, wird auch sicher seinen Reader bekommen. Und: Wir nehmen das Geld erst, wenn wir den Reader in Berlin getestet und im Lager haben, also sicher sind, liefern zu können.

Damit ist auch geklärt, warum es bisher nur derart wenige Mails mit endgültigem Bestell-Link zu geben scheint. Wer doch einen entsprechenden Link erhalten sollte, kann dafür mit einer zeitnahen Lieferung rechnen.

Ein weiteres Kapitel im txtr Reader – Fehlstart? Mehr…

Das offizielle txtr Forum ist da

11. Dezember 2009 Manuel Medicus 4 Kommentare

Dass die Kommunikation zwischen txtr und der Community bisher alles andere als optimal verlief, haben zuletzt die zahlreichen Diskussionen um die mangelnde Entwickler-Unterstützung, die WLAN-Entscheidung und den undurchsichtigen Bestellprozess gezeigt.

Nach der gesteigerten Aktivität im offiziellen Blog und auf Twitter, hat txtr heute ein weiteren Schritt in ihrer Kommunikationsoffensive unternommen und mit der Einrichtung eines offiziellen Forums ein eigenes Versprechen eingelöst.  Neben dem txtr-Unterforum bei MobileRead können sich nun auch dort Interessierte untereinander austauschen und zudem den direkten Kontakt zu den Entwicklern suchen.

Offizielles txtr Forum

Das Forum hat derzeit noch keinen internationalen Bereich, was mit Blick auf txtr-Reader-Interessierte im Ausland und auch das im Zuge der iPhone App gestiegene Interesse zu bemängeln ist. Auch wäre eine direkte Verknüpfung des txtr.com-Accounts mit dem Foren-Account wohl die elegantere Variante gewesen.

Insgesamt sind diese Verbesserungen in der Kommunikation zu begrüßen, denn sie tragen dazu bei, das angeschlagene Verhältnis zwischen txtr und Teilen der Community zu entspannen. Vor allem auch mögliche freie Developer haben nun eine komfortable Plattform, um sich über ihre Projekte auszutauschen. So heißt es auch in der offiziellen Meldung von Birte im Unternehmensblog:

Vor allem für Entwickler dürfte hier ein Ort sein, an dem ihr Euch mit entsprechendem Support austauschen könnt. Damit werden all jene, die in diesem Blog vor allem technische Fragen diskutieren wollen, in Zukunft auf das Forum verwiesen.

Wir hoffen, dass die Plattform hilft, Euch besser zu vernetzen.

Fehlen also nur noch die Mails mit dem Bestell-Link zum txtr Reader. Auf eine diesbezügliche Anfrage hat txtr Fall noch einmal bestätigt: “Ja, wir haben Links rausgeschickt.” Wie angekündigt, arbeite man sich derzeit chronologisch durch die Liste. Es bleibt also dabei: Augen offenhalten und beobachten, wann und wo der erste Besteller von seiner Mail berichtet.

Neue Informationen im offiziellen Blog von txtr

5. Dezember 2009 Manuel Medicus 13 Kommentare

Die im Rahmen des Bestellstarts aufgekommene Kritik an der Informationspolitik hat sich txtr zu Herzen genommen und scheint nun dem offiziellen Blog und dem Twitter-Account mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Unter anderem nimmt Ronnie Vuine in den Kommentaren des offiziellen Blogs zu einigen Fragen der letzten Tage Stellung. In Bezug auf die WLAN-Entscheidung geht er etwa auf  die Spekulation ein, das WLAN-Modul sei nur auf Softwareebene deaktiviert, in der Hardware aber trotzdem vorhanden. Dies ist nicht der Fall, denn die Entscheidung sei “unmittelbar vor dem Produktionsstart für die erste Charge gefallen”.

Ein simples Nachrüsten der WLAN-Funktion per Firmware-Update ist also definitiv nicht möglich. Unterstützung signalisiert Ronnie dafür in Punkto Bluetooth. Hier ließe sich der txtr Connector (die künftige Desktopsoftware um den txtr Reader per USB mit Inhalten zu laden) entsprechend für drahtlosen Austausch anpassen.

Bezüglich der Developer-Unterstützung kündigt er an, dass im Zuge der Auslieferung der Lesegeräte ein Forum für interessierte Entwickler eingerichtet werden soll. Ein Simulator für den txtr Reader, wie er von einem Kommentator gewünscht wurde, existiere zwar, es sei jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sicher, ob dieser veröffentlicht werde.

Nach dem Trubel der letzten Tagen, der bei vielen txtr-Reader-Interessierten für Enttäuschung und Verunsicherung gesorgt hat, zeichnet sich also Besserung ab. Wer sich mit dem Wegfall des WLAN-Moduls arrangieren kann, dem fehlt zum Glück unterm Weihnachtsbaum nur noch die entsprechende Mail mit dem verheißungsvollen Bestell-Link. Wer keinen günstigen Platz auf der Vorbestellliste ergattern konnte, muss sich wohl oder übel noch bis Januar gedulden.

(via blog.txtr.com)

Startschuss für den txtr Reader

1. Dezember 2009 Manuel Medicus 34 Kommentare

Gerade eben wurde hat die offizielle Webseite des txtr Readers ein komplett neues Layout bekommen. Dadurch wurde nun auch offiziell die Möglichkeit zur Vorbestellung freigeschalten.

Die neue txtr Reader Webseite

Auf der entsprechenden Preorder-Website heißt es:

Viele tausend Kunden haben sich in den letzten Monaten für einen txtr Reader vorregistriert. Wir arbeiten uns nun nach dem Prinzip ”first come, first serve” durch diese Liste.
Wenn Sie einen txtr Reader bestellen möchten, füllen Sie bitte das Formular auf dieser Seite aus, und wir senden Ihnen so schnell wie möglich eine persönliche eMail mit einem Link, auf dem Sie eine verbindliche Bestellung tätigen können.
Bitte haben Sie Verständnis für dieses Verfahren. Wir tun, was wir können, um Sie so schnell wie möglich zu beliefern.

Wann genau die ersten Mails mit einem Link auf die Bestellwebseite versendet werden, wird sich im Laufe des Tages herausstellen. Bisher gibt es zumindest keine entsprechenden Berichte.

Wieviele von den “tausenden” potentiellen Vorbestellern ihre Kaufoption wahrnehmen werden ist natürlich ungewiss. Die Ankündigung von txtr, das Lesegerät ohne WLAN dafür aber 20 € billiger auszuliefern, hat gestern im Netz für viel Unverständnis und Enttäuschung gesorgt (siehe Kommentare im offiziellen Blog, txtrblog, lesen.net, MobileRead). Hauptpunkte der Kritik sind der Zeitpunkt der Ankündigung, nur einen Tag vor Bestellbeginn, und die offizielle Begründung für den Schritt. In Twitter wurde spontan eine Petition gestartet, die das Feature zurückfordert.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob txtr mit dem Schritt gerade noch rechtzeitig die Reißleine gezogen hat, indem sie ein potentielles Problemfeature entfernt und gleichzeitig einen attraktiveren Preis erzielt haben, oder ob sie sich mit dem Wegfall von WLAN nicht selbst einen Bärendienst erwiesen haben, weil damit Glaubwürdigkeit verspielt und Early Adopter verloren wurden.

5 Updates

Update 1: Auf der neuen Webseite wird die txtr-Plattform als Kombination aus Shop und Community auch als White Label Solution angeboten, also als eBook-Shop-Komplettpaketfür Mobilfunkanbieter oder Verlage.

Update 2: Seit heute Mittag haben nun zahlreiche Vorbesteller folgende Mail erhalten:

Lieber txtr-Kunde,

wir freuen uns über Ihr Interesse am txtr Reader. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Resonanz auf unser Gerät so groß ist, dass wir nicht allen Kunden sofort ein Gerät zukommen lassen können. Wenn Sie sich bereits letztes Jahr registriert haben, können Sie nun den Reader verbindlich vorbestellen, wobei wir die Vormerkliste chronologisch abarbeiten.

Alle anderen Interessenten bitten wir um ein wenig Geduld, wir werden Sie informieren, sobald Sie soweit vorgerückt sind, dass Sie den Reader bestellen können. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und verbleiben mit den besten Grüßen aus Berlin

Das txtr-Team

Es scheint, dass die Chancen, das Gerät noch vor Weihnachten zu bekommen, für all diejenigen, die jetzt erst bestellen, nicht sehr groß sind. Alle anderen können noch hoffen, dass sie auf der Liste vorrücken. Bis jetzt hat sich jedoch (meines Wissens nach) noch niemand zu Wort gemeldet, der schon einen gültigen, Bestell-Link bekommen hätte.

Sollte jemand bereits einen persönlichen Bestell-Link bekommen haben, möge er sich doch in den Kommentaren melden – die anderen wartenden User werden es ihm danken.

Update 3 (19:20h): txtr hat eine weitere Mail verschickt, die einige Mißverständnisse der ersten Mail aufklären soll:

Sehr geehrter Txtr-Kunde,

Sie erhalten diese und die vorherige Email, weil Sie sich auf reader.txtr.com als Interessent für den Kauf eines txtr Readers entschieden haben. Hiermit möchten wir noch einmal unseren Vorbestellungs-Prozess erläutern:

Die Registrierung als Interessent für den Kauf eines Readers ist seit Januar auf unserer Website möglich und seither haben wir zahlreiche Eintragungen erhalten – viel mehr, als wir Reader verkaufen können. Die Registrierung halten wir auch weiterhin auf reader.txtr.com offen.

Wir arbeiten die Liste der Regstrierungen jetzt chronologisch ab und schicken den ersten Interessenten private Bestell-Links, die zu einer Website führen, auf der bindende Bestellungen aufgegeben werden.

Da wir aber nur eine kleine Anzahl Reader dieses Jahr verkaufen können, können wir nur wenige Bestellungen annehmen und viele von Ihnen werden zeitnah keinen der privaten Bestell-Links bekommen.

Bitte entschuldigen Sie dies, aber wir versuchen selbstverständlich, bald große Stückzahlen an Geräten verfügbar zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr txtr-Team

Viel Glück an alle Vorbesteller!

Update 4 (22:45h): Und txtr zum Dritten heute – Josch91 hat im MobileRead-Forum gerade folgende Mail in Bezug auf den Wegfall des WLAN-Features gepostet:

Mehr…

WLAN-Funktion des txtr Readers fällt Preissenkung zum Opfer

30. November 2009 Manuel Medicus 31 Kommentare

Wie txtr soeben in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird der txtr Reader ab morgen für 299 € statt 319 € auf txtr.com vorbestellbar sein. Mit der Preissenkung will man sich besser gegenüber den Konkurrenten Amazon und Sony positionieren.

Allerdings wird diese Preissenkung mit einer technischen Änderung am Gerät erkauft: der txtr Reader wird in der ersten Generation über kein WLAN-Modul verfügen. Ansonsten sollen die technischen Spezifikationen auf dem bisher angekündigten Stand bleiben.

In der Community stößt der Schritt, das WLAN-Modul wegzulassen, unterdessen auf Unverständnis, war es doch lange Zeit eines der meistgepriesenen Features des Geräts. Warum statt auf WLAN nicht auf andere Funkstandards wie Bluetooth oder NFC verzichtet wurde, lässt txtr derzeit offen.

Auf der offiziellen Webseite des txtr Readers sind die Änderungen derzeit noch nicht angekündigt. Hier daher der die volle Pressemitteilung:

Pressemitteilung Preissenkung

Viele Kunden hätten wohl lieber 20 € mehr ausgegeben, um dann aber ein Gerät mit WLAN-Funktionalität zu besitzen. Was denkt ihr über diesen Schrittt – ist der Wegfall von WLAN für euch zu verschmerzen oder stellt es für euch ein KO-Kriterium dar?

Update: Mittlerweile ist auch reader.txtr.com auf den neuen Preis angepasst worden. Neben WLAN wurde dabei auch Bluetooth und NFC von den technischen Daten gestrichen. Damit wäre EDGE der einzige noch verbliebene Funkstandard auf dem txtr Reader.

Update 2: Auf Nachfrage war zu erfahren, dass die anderen Funkstandards Bluetooth und NFC nicht gestrichen wurden. Lediglich WLAN fehlt. Wann die 2. Generation inklusive WLAN erhältlich sein wird, ist noch nicht sicher.

Update 3: Inzwischen hat sich Ronnie Vuine im offiziellen Blog von txtr zu den Gründen für diesen Schritt geäußert:

Wir sind in den Wochen seit der Buchmesse wieder und wieder gefragt worden: Warum ist das Ding so teuer? Und die Antwort war immer: Die Funkschnittstellen kosten nun mal Geld. Da wir Mobilfunk in jedem Fall machen wollen — ein Gerät mit Onlineverbindung, die nicht konfiguriert werden muß, ist so viel einfacher zu bedienen als eins ohne — blieb nur, WLAN zu opfern. WLAN ist für Laien äußerst schwer zu konfigurieren, und bei einem Gerät ohne Tastatur wären öffentliche Hotspots ohnehin unzugänglich geblieben.

Weiter heißt es:

Wir glauben nicht an Webbrowser auf Readern (dafür sind andere Displays besser geeignet) und nicht daran, daß ein Reader ein PDA-Ersatz sein können sollte. Ein Reader ist zum Lesen da, und er soll einfach sein.

Im Hinblick auf die Lektüre von Romanen ist diese Argumentation durchaus nachvollziehbar. Wer gehofft hatte über WLAN seine RSS-Feeds morgens auf den neuesten Stand bringen zu können, ohne den PC hochfahren zu müssen, muss nun wohl auf ein txtr Net Abonnement zurückgreifen.

Natürlich treffen hier zwei Interessensgruppen aufeinander: Auf der einen Seite die technisch versierten Early Adopter, die sich vom txtr Reader ein offenes Gerät mit “unbegrenzten Möglichkeiten” erhofft hatten, auf der anderen Seite die von txtr anvisierte Zielgruppe der “Serious Readers”. Und in der Tat dürfte für diese der Wegfall einer WLAN-Funktion verschmerzbar sein.

Update 4: Neben den Neuigkeiten zum txtr Reader sind die Anmerkungen zum morgigen Bestellvorgang etwas untergegangen. Laut dem offiziellen Blog sollen vormittags die ersten Mails an diejenigen rausgehen, die sich über den Menüpunkt “Newsletter” auf reader.txtr.com vorgemerkt haben. Morgen soll es weitere Details geben.

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