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TechCrunch Mobile 2010: Präsentation von txtr-CEO Christophe Maire

18. Februar 2010 Manuel Medicus 2 Kommentare

Im offiziellen Blog von txtr wurden heute die Präsentationsfolien von Christophe Maire (txtr CEO) veröffentlicht, die bei seinem Vortrag auf der TechCrunch Mobile 2010 im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona gezeigt wurden. Die Folien sind erfreulicherweise via Slideshare verfügbar und lassen sich hier komfortabler einbinden als noch die Präsentationsfolien für die Tools of Change kurz vor der Frankfurter Buchmesse:

Gibt es Neuigkeiten?

Durchblättert man die Folien, fallen einige Details ins Auge, die zum Spekulieren anregen. Zum einen sind erstmals Screenshots der Android-Version der txtr App zu sehen – inklusive der Unterstützung für Adobe  DRM (Folie 10). Die letzte offizielle Ankündigung diesbezüglich war, dass eine Android-Version geplant sei, man sich aber vorerst auf die Fertigstellung der iPhone App konzentrieren wolle. Die Bilder nun legen nahe, dass sich eine txtr App für Android bereits in der Entwicklung befindet.

Ebenfalls hervorzuheben ist ein Detail auf Folie 12. Dort heißt es:

Full support for news business model such as various subscriptions in March 2010

Erstaunlich, dass sich txtr – in Punkto Terminangaben in den letzten Wochen eher sparsam waren – hier zeitlich festlegt. Ergänzt man diese Ankündigung mit den Aussagen auf der Webseite des txtr Readers über die Verfügbarkeit von Zeitungsinhalten im 1. Quartal 2010, so scheint eine zeitnahe Integration des vielgewünschten Features der “Zeitunsabonnements” für den txtr Reader als möglich – vorausgesetzt das Lesegerät ist dann auch erhältlich .

Und dann sind da wieder die Lesegeräte in 10″ und in Farbe (Folie 15) – Zukunftsmusik, die schon auf der Launch-Präsentation zur Frankfurter Buchmesse zu sehen war. Die genannten Releasetermine (2010-2011 bzw. 2011-2012) sollte man nach den derzeitigen Verzögerungen beim txtr Reader mit der nötigen Portion Vorsicht genießen. Allemal interessant ist jedoch, dass die Produktfamilie nicht unter dem Logo von txtr allein, sondern zusammen mit dem Logo von 3M präsentiert wird. Das lässt durchaus auf die Ausmaße der strategischen Partnerschaft mit dem Technologie-Multi schließen.

3M und txtr kündigen strategische Partnerschaft an

18. Februar 2010 Manuel Medicus 1 Kommentar
3M und txtr haben eine strategische Partnerschaft im Bereich eReading angekündigt.

Am Rande des Mobile World Congress haben der amerikanische Multi-Technologiekonzern 3M und txtr am Mittwoch eine strategische Partnerschaft im Bereich eReading bekanntgegeben. 3M (Minnesota Mining and Manufacturing) ist ein im Dow Jones Index notierter Mischkonzern (23 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr) mit über 55.000 Produkten in verschiedenen Branchen – von der Automobil-Zulieferindustrie bis hin zu den Bereichen Medizin und Gesundheit.

Mit der Partnerschaft will 3M sich im schnell wachsenden eReading-Markt positionieren und richtet den Blick dabei vor allem auch auf das Potential abseits des Consumer-Bereichs. Während txtr mit dem verpatzten Produktstart im Dezember auf Verbraucherseite für einige Enttäuschung gesorgt hat, scheinen die Komplettlösungen für den Business-to-Business-Bereich mit ihrer mittel- bis langfristigen Perspektive die Verantwortlichen bei 3M überzeugt zu haben. So kommentierte Stefan Gabriel, Präsident bei 3M New Ventures, die Ankündigung folgendermaßen:

“Wir identifizieren und bewerten fortlaufend neue Geschäftsmöglichkeiten für unser Unternehmen. Die kurz bevor stehende breite Einführung von elektronischem Papier stellt einen Paradigmenwechsel dar und wird viele Industrien grundlegend verändern – und dies nicht nur im Bereich Medien und Verlagswesen. Wir beschreiten diesen schnell wachsenden Markt mit viel Engagement und unterstützen txtr mit unseren Technologien und unserem internationalen Expertennetzwerk.”

Es bleibt nun abzuwarten, wie genau sich diese strategische Partnerschaft auswirken wird. Wirft man einen Blick in das Produkt- und Service-Portfolio von 3M Deutschland, fällt beispielsweise die MicroTouch-Technologie ins Auge, mit der sich 10-Finger-Multitouch-Panels realisieren lassen – kompatibel unter anderem mit Windows 7. Die Marke Vikuiti wäre als Partner im Bereich Displayschutzfolien vorstellbar. Im Punkto Know-how könnte txtr insgesamt von den Erfahrungen 3Ms im Bereich Telekommunikation und Elektronikproduktion profitieren.

Beobachtet man insgesamt die Entwicklungen der letzten Wochen, kristallisiert sich immer mehr das Großkundengeschäft als ein zentrales Standbein von txtr heraus: Erst wurde die Corporate-Webseite neu eingerichtet, dann gab es die Ankündigung eines eigenen App Stores und nun die Partnerschaft mit 3M. Bis jetzt wurden jedoch noch keine Abnehmer für die White-Label-Lösung offiziell bekannt gegeben. Daher lässt sich derzeit nur spekulieren, ob man sich bereits mit entsprechenden Partnern in der Verlags- und Telekommunikationsbranche einig ist.

Aus Nutzersicht ist die strategische Partnerschaft von txtr als Startup mit dem erfahrenen Technologiekonzern 3M grundsätzlich zu begrüßen. Sie mag wohl für eine Unterstützung der aktuellen Produktion des txtr Readers zu spät kommen, verspricht aber dennoch mittel- und langfristig eine technologische Wettberwerbsfähigkeit für zukünftige Produkte und – auch wenn das nach der Pressemitteilung nur im Raum der Spekulationen bleibt – das nötige  finanzielle Kapital, um diese zu realisieren. Über die aktuellen Verzögerungen beim txtr Reader mag diese Aussicht aber kaum hinwegtrösten.

txtr kündigt eigenen App Store an

15. Februar 2010 Manuel Medicus 10 Kommentare

Der World Mobile Congress in Barcelona scheint dieses Jahr ganz im Zeichen der App Stores zu stehen. Nokia und Intel haben heute angekündigt, für die neue geräteübergreifende MeeGo-Plattform Programme über die hauseigenen App Stores (Ovi Store bzw. App Up) anzubieten. Zuvor hatten bereits 24 Mobilfunkanbieter, darunter unter anderem AT&T, Telefonica und Vodafone, die Gründung der Wholesale Applications Community vermeldet mit dem Ziel eine offene App-Plattform für Mobilfunkgeräte zu etablieren.

Soeben hat nun auch txtr per Pressemitteilung bekannt gegeben, einen eigenen App Store für sein Lesegerät anbieten zu wollen. Damit soll es Entwicklern möglich sein, die Offenheit des txtr Readers auszunützen und eigens erstellte Anwendungen zu verkaufen. Bereits vor einigen Wochen hatte Amazon für den Kindle ebenfalls einen App Store angekündigt.

PM AppStore Final

Der Zugriff auf den App Store soll direkt über das Gerät via Mobilfunk möglich sein. In der Anfagsphase ist dafür die Developer-Plattform vorgesehen, später soll der Download direkt über den txtr Store erfolgen. Weitere Informationen zu SDK und API sind auf developer.txtr.com zugänglich – Informationen zum App Store fehlen hier derzeit noch.

Durch die fehlende Tastatur bzw. den fehlenden Touchscreen sind die Möglichkeiten für Apps, verglichen mit Smartphones oder dem Konkurrenten Kindle von Amazon, beim txtr Reader begrenzt. Gerade von der Community gewünschte, aber nicht von txtr implementierte Funktionen, wie ein simpler Mail-Client, direkte RSS-Feeds oder ein Tool zur BlueTooth-Synchronisation könnten so von externen Entwicklern für ein entsprechendes Entgelt bereitgestellt werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Resonanz von Developerseite ausfällt.

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