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Artikel Tagged ‘Frankfurter Buchmesse’

Sommer Roundup

21. August 2010 Manuel Medicus 3 Kommentare

Zum Ende der Sommerpause von txtrblog.de hier ein Nachrichtenüberblick zu den Ereignissen der letzten Wochen:

Release der txtr Android App

Fortan im Google Marketplace erhältlich: die txtr Android App.

Ende Juni ist die schon seit längerem angekündigte txtr App für Android veröffentlicht worden und kann kostenlos im Google Marketplace heruntergeladen werden (Meldung im Firmenblog). Die Reader-App bietet Zugriff auf alle im txtr-Konto gespeicherten Dokumente und verfügt über Basisfunktionen wie Lesezeichen oder verstellbare Schriftgröße. Integriert ist die Möglichkeit nach der Eingabe von Kreditkartendaten direkt unterwegs im txtr Store neue eBooks auf das Endgerät zu laden.

Die Dokumente in der txtr-App sollen bei einem Anschluss des Android-Geräts per USB an den Computer auch per Adobe Digital Editions verwaltet werden können. Auch der Zugriff auf DRM-geschützte Inhalte, die nicht im txtr Store gekauft wurden soll damit möglich sein (Voraussetzung ist die gleiche Adobe ID).

Neue Version der txtr iPhone App – nun auch für das iPad

Die txtr App auf dem iPad

Auch die iOS-Version der txtr-App wurde auf 3.0 upgedated und ist damit auch fit für das iPad (Download via iTunes Store). Wie bei der Android-App ist es nun auch hier möglich direkt über vom Gerät aus auf den txtr Store zuzugreifen und unterwegs neue eBooks zu kaufen.

Johannes von lesen.net hat die neue Version auf dem iPhone getestet und kann sowohl positives als auch negatives berichten: Auf der einen Seite werden der verbesserte Funktionsumfang und das Literaturangebot gelobt, auf der anderen Seite mindern jedoch Fehlermeldungen und das im Vergleich zu iBooks optisch weniger ansprechende Gesamtlayout das Lesevergnügen.

Und noch ein Tipp für alle Nutzer der txtr App für iOS: Markus von APFELNET.de hat eine ausführliche Anleitung inklusive Screenshots verfasst, die anschaulich erklärt, wie sich gekaufte oder geliehene EPUB-Dokumente, die mit Adobe DRM geschützt sind, mit der txtr App auf einem iPhone oder iPad lesen lassen.

Starke Fluktuation im txtr Store

Eine weitere Neuerung, von der auch alle Nutzer der txtr-Anwendungen auf Smartphones profitieren, ist das deutlich vergrößerte Angebot an Englischsprachigen Inhalten im txtr Store. Glaubt man den im eBook-Shop angegebenen Zahlen so ist das Angebot von noch unter 5000 Titeln im Mai auf nun über 120.000 eBooks angewachsen.

Ein stichpunktartiger Vergleich mit Amazons eBook-Angebot zeigt jedoch, dass der Kindle Store für Fans von englischsprachiger Literatur weiterhin unangefochten die erste Wahl darstellen dürfte. Überprüft man etwa die aktuellen Spitzenreiter der New York Times Bestseller List im Bereich Hardcover Fiction (Stand: 21.08.2010), so ist ein deutlicher Unterschied in Preis und Verfügbarkeit auszumachen:

Titel Kindle Store (azw) txtr Store (EPUB)
Stieg Larsson The Girl Who Kicked The Hornet’s Nest 12,03 $ (~9,50 €) 27,90 € (deutsche Fassung Vergebung 8,99€)
Sandra Brown Though Customer 13,79 $ (~10,50 €) n.a.
Kathryn Stockett The Help 13,79 $ (~10,50 €) 22,90 €
Carl Hiaasen Star Island 13,79 $ (~10,50 €) n.a.
Linda Howard Veil Of Night 13,79 $ (~10,50 €) n.a.

Nichtsdestotrotz ist der Ausbau des englischsprachigen Angebots grundsätzlich zu begrüßen. Insgesamt gesehen ist das englischsprachige Angebot im txtr Store in jedem Fall attraktiver als das bisherige deutschsprachige Angebot für den Kindle. Die Gründe für die Unterschiede in der Bepreisung sind zum einen in der starken Verhandlungsmacht von Amazon zu suchen, zum anderen in den größeren Freiheiten für Verlage auf Seiten von txtr.

Während das englischsprachige Angebot exorbitant wuchs, hat sich das deutschsprachige Angebot in der Zwischenzeit verkleinert (wiederum die Korrektheit der im Store angegebenen Zahlen vorausgesetzt). Waren etwa im April noch 5700 Titel in der Kategorie “Belletristik” angegeben, so sind es mittlerweile nur noch 2606, also weniger als die Hälfte.

Diese “Schrumpfkur” bei den deutschsprachigen Inhalten schlägt sich auch in einer teilweise nicht nachvollziehbaren Aufteilung der Kategorien nieder. So findet sich unter dem Unterpunkt “Politik” gerade einmal ein einziger Titel, gegenüber 2606 Titeln in “Belletristik” oder 128.447 Titeln unter “English Books” (Stand: 21.08.2010) – und das obwohl sich alle drei Kategorien organisatorisch auf dem selben Level befinden. Würde man sich diese Aufteilung in einem klassischen Buchladen vorstellen, ergäbe das ein äußerst skurriles Bild.

Neue Kindle-Modelle beleben den Wettbewerb

Das Großereignis des Sommers in Punkto eBook Reader war Amazons Launch des Kindle 3, des Kindle Wi-Fi und bereits zuvor des Kindle DX 2nd Gen. Die neuen Lesegeräte des Marktführers trumpfen vor allem durch ihre vergleichsweise niedrigen Preise und durch neue Displays mit noch stärkerem Konstrast auf. Gerade die hierzulande für 180 € (mit Mobilfunk) beziehungsweise für 135 € (nur WLAN) inklusive Versand erhältlichen Kindle-3-Modelle dürften den Preiskampf auch jenseits der USA enorm verstärken.

Es bleibt abzuwarten, wie txtr auf die veränderten Marktbedingungen reagieren wird. Der ursprünglich für den txtr Reader angekündigte Preis von 299€ dürfte ohne WLAN und mit veralteter eInk-Technologie kaum mehr zu halten sein. Sollte das Gerät dennoch auf den Markt kommen – und es wird weiterhin beteuert, dass das Projekt nicht aufgegeben wurde -, kann daher wohl mit veränderten Hardwarespezifikationen sowie auch mit neuen Preismodellen für den eReader und die Mobilfunkgebühren gerechnet werden.

Release am Horizont?

Die nächsten Termine, die sich für einen Release des txtr Readers anbieten, wären die IFA in Berlin (3. – 8. September), für die bereits von der Konkurrenz (u.a. ThaliaPocketbook und Medion) die Vorstellung neuer Lesegeräte angekündigt wurde, oder die Frankfurter Buchmesse, die dieses Jahr vom 6. bis zum 10 Oktober stattfindet. Der Termin in Frankfurt weckt Erinnerungen an den Herbst letzten Jahres, als der Release des txtr Readers bereits für die Buchmesse erwartet worden war. Ob diese Erwartungen nun mit einem Jahr Verspätung erfüllt werden können?

txtr Reader Präsentation von der Tools of Change Frankfurt

8. November 2009 Manuel Medicus 3 Kommentare

Christoph Maire, CEO von txtr, hat seine Powerpoint-Präsentation von der O’Reily “Tools of Change” Konferenz, die im Rahmen der Frankfurter Buchmesse stattgefunden hat,  ins Netz gestellt. Die nach der Vortragstechnik Pecha Kucha konzipierten Folien sind dieselben, die später auf der Release-Pressekonferenz am 14. Oktober zu sehen waren.

Die Präsentation erläutert unter anderem das Easy-Tec-Konzept,  die Zukunftspläne von txtr (2010: txtr Reader der 2. Generation mit Touchscreen und OEM-versionen des txtr Readers; 2011-2012: txtr Reader der 3. Generation mit farbigem Display) und die Konkurrenzstellung gegenüber Amazon. Letztere hat man bereits vor einigen Tagen noch einmal bekräftigt (siehe der Artikel im offiziellen Blog von txtr: “De-mystifiying the Amazon Kindle”)

Wer die Präsentation offline im PDF-Reader der Wahl betrachten will, kann sie hier herunterladen. Sollte eine Videoaufnahme von der TOC bereitgestellt werden, wird dieser Artikel entsprechend erweitert.

Interview mit Ronnie Vuine von txtr – Teil 2

21. Oktober 2009 Manuel Medicus 11 Kommentare

Hier folgt Teil 2 des Interviews mit txtr-Mitgründer Ronnie Vuine auf der Frankfurter Buchmesse. Während es im ersten Teil um txtr und den txtr Reader ging, stehen diesmal die Themen Developer und txtr.com im Mittelpunkt:

Warum habt ihr nicht Android als Betriebssystem gewählt, das wäre doch für die Entwickler bestimmt attraktiver gewesen?

txtr Reader Pressefoto

Ronnie Vuine: Dazu muss man wissen, dass es eine ganz eine Zeit lang dauert, ein derartiges Gerät zu entwickeln. Als wir die Entscheidung über das Betriebssystem getroffen haben, war Android gerade angekündigt. Wir haben uns alles sehr gut angeschaut und dann festgestellt, dass es überhaupt nicht komplett offen war. Es gab wesentliche Teile von Android,  die damals nicht Open Source waren und es glaube ich in Teilen immer noch nicht sind, auf die wir aber den Zugriff gebraucht hätten, weil Android für TFT-Bildschirme gedacht ist und nicht für Displays wie eInk, die Partial Updaten müssen. Um zum Ziel zu kommen, hätten wir also auf Teufel komm raus an Android vorbei wieder Zusätze programmieren müssen – die dann auch nicht funktioniert hätten, wenn man normale Applications installiert hätte. Daher haben wir uns für etwas eigenes entschieden. Das heißt aber nicht, dass das für immer so bleiben muss. Android ist mit Sicherheit eine interessante Plattform, die wir auch sehr gern mögen.

Könnte man Android rein theoretisch auf dem txtr Reader installieren?

Ronnie Vuine: Klar, wenn man ein Crack ist, kann das gehen. Man könnte auch OpenInkpot oder wenn man ganz wild ist Windows CE darauf installieren. Es gibt ein leichtes Verfahren, wie das Gerät von der SD-Karte bootet. Man müsste sich entsprechend eine SD-Karte basteln und die entsprechenden Kernel hinkriegen.

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Interview mit Ronnie Vuine von txtr – Teil 1

20. Oktober 2009 Manuel Medicus 3 Kommentare

Am letzten Freitag hatte ich auf der Frankfurter Buchmesse die Möglichkeit, mich fast eine Stunde mit Ronnie Vuine von txtr zu unterhalten. Herausgekommen ist ein sehr aufschlussreiches – und langes -  Interview. Heute gibt es den ersten Teil mit den Themen txtr und txtr Reader. Im zweiten Teil folgen morgen die Themen Developer und txtr.com.

Hallo Ronnie, du bist Mitgründer von txtr – stell dich doch kurz mal vor – wie bist du zu txtr gekommen und was ist dein derzeitiger Aufgabenbereich?

Ronnie Vuine von txtr beim Interview auf der Frankfurter Buchmesse 2009.

Ronnie Vuine: Mein Name ist Ronnie Vuine und ich bin tatsächlich einer der ersten 5, 6 Leute, die an dem Projekt gearbeitet haben. Nach meinem Studium hatte ich mich mit einem Freund zusammengetan, den ich über die Uni kannte, nämlich Joscha Bach – inzwischen Doktor Joscha Bach. Zusammen haben wir uns umgeschaut und sind dabei auf die eInk-Technologie gestoßen. Wir haben dann – das war etwa Herbst 2005 – erste Geräte aus dem Ausland getestet und uns entschlossen selbst an die Sache heranzugehen. Anschließend haben wir relativ lange versucht, Investoren davon zu überzeugen, dass eBooks funktionieren können – das kann man sich heute angesichts des aktuellen Hypes kaum mehr vorstellen. Im Lauf des Jahres 2007 haben wir schließlich festgestellt, dass es ein zweites Team aus Berlin mit ganz ähnlichen Ideen gab – die Herren Maire und Steinhauser, die zuvor Gate5 erfolgreich gestartet und später an Nokia verkauft hatten. Wir haben uns getroffen und dann beschlossen, uns zusammentun. Das Team ist mit der Zeit natürlich weiter gewachsen, es sind etwa Ulrik Deichsel für die Finanzierung und Milosch Miriac für die Hardware dazugekommen. So entstand dann die Firma txtr, wie es sie heute gibt.

Und mein derzeitiger Aufgabenbereich: Ich kümmere mich um txtr.com bzw. txtr reaktor –  also alles, was auf Servern läuft. Nicht alleine natürlich – wir sind ein Team von sieben Leuten, die alle ihre Aufgabenbereiche haben und für sich selbst verantwortlich sind. Unsere Strukturen sind da eher wie bei einem Startup.

Wie ist der Name txtr entstanden? Wenn man den Namen ein erstes Mal liest, kommt man doch kurz ins Stutzen?

Ronnie Vuine: Also man spricht es ‘texter’. Der Name ist im Zuge einer langen Namenssuche entstanden. Das Projekt mit dem Joscha und ich angefangen hatten, hieß Bookpack. Man sieht das noch wenn man in die API schaut, denn die Klassen heißen teilweise noch so. Bookpack wollten wir dann nicht nehmen, weil es schon in den USA eine Firma für Verpackungsmaterial mit diesem Namen gab. Danach wählten wir „Wizpac“, also „Wiz“ wie „Wizard“ – bis wir rausgefunden haben, dass „to wiz“ auch eine Bedeutung hat, die uns dann nicht mehr so gut gefiel. Es musste also wieder ein neuer Name her. Anforderungen waren eine kurze Domain, damit man diese auch gut twittern kann, und dass ein Name, den man gut diktieren kann, also besser Konsonanten. Der Name txtr war dann naheliegend: Es geht um Texte, es geht um Lesen. Es ist zwar tatsächlich so, dass viele sagen, man bricht sich dabei die Zunge, aber generell passt der Name ganz gut zu uns.

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Nach der Messe: Presseschau zum txtr Reader

19. Oktober 2009 Manuel Medicus Keine Kommentare

Gestern ging sie zu Ende – die Frankfurter Buchmesse – und mit ihr die Premierevorstellung des txtr Readers vor großem Publikum. Wie waren die Reaktionen auf den txtr Reader? Eine kleine Presseschau abseits der Agenturmeldungen zeigt, dass  das Thema eBook-Reader für viele Redaktionen noch eher ungewohntes Terrain ist:

Bei SpiegelOnline kündet man den "teutonischen txtr" an.

SPON titelt in ihrem Netzwelt-Ticker: Jetzt kommt der teutonische txtr – eine Überschrift, die man vielleicht eher von amerikanischen Kollegen erwartet hätte. Man bemängelt den hohen Preis und macht sich über den unterentwickelten eBook-Markt im Allgemeinen her (SPON weiß ja eh, woran das System krankt).

Golem hebt zielgruppengerecht die Offenheit gegenüber Entwicklern hervor:  Programmierbar: E-Book-Reader txtr kommt im Dezember 2009. Weiter heißt es:

Die offene Firmware basiert auf Linux und über APIs können Entwickler eigene Anwendungen für den txtr Reader programmieren. Das könnte der fehlende Internetbrowser, ein Kreuzworträtsel oder eine Wiedergabe von Hörbüchern über Bluetooth-Headsets sein.

Ansonsten stellt Golem die Fakten zum Reader dar – vertut sich aber am Ende noch beim  iPhone-Client: “ein Client ist in Vorbereitung” heißt es da – nein, eine neue Version mit DRM-EPUB-Unterstützung ist in Vorbereitung – den iPhone-Client gibt es schon. Ein Fehler, über den übrigens auch das Börsenblatt stolpert.

Geradezu amüsant ist der Bericht von connect. Eigentlich würde man ja annehmen, dass man sich dort mit Mobilfunk auskennt. Trotzdem wird hier (E-Book-Reader Txtr ab 1. Dezember) dem txtr Reader schier unglaubliches zugeschrieben:

Die Übertragung läuft im Netz von E-Plus mit offenbar mehr als 200 Megabit pro Sekunde

Wow! Wenn es mit dem txtr Reader möglich wäre, per EDGE eine Geschwindigkeit von 25 MB/s zu erreichen, würden ihn die meisten wohl nur mehr als eine Art mobiles DSL-Modem kaufen. Auch sonst scheint connect hier einiges durcheinanderzubringen und berichtet von 1 GB internem Speicher. Dass die Abo-Preise als verpflichtend dargestellt werden, ist bei der “angenommenen” Geschwindigkeit der Datenverbindung sogar noch nachvollziehbar.

Bei heise online (txtr: E-Book-Reader für 320 Euro zum Weihnachtsgeschäft) dagegen merkt man, dass der zuständige Redakteur der c’t bei der Pressekonferenz vor Ort war, denn hier hat man wohl als einziger die ersten Details über künftige Reader-Generationen aufgeführt:

Schon im nächsten Jahr könnte es eine großformatige Variante mit 9,7 Zoll Display-Diagonale und Toucheingabe geben, sagte Technik-Chef Steinhauser. Dabei betonte er, dass man dabei an einer eigenen Lösung arbeite, bei der der Kontrast nicht wie bei Konkurrenzprodukten durch eine Touchfolie beeinträchtigt werde.

Beim Branchenmagazin buchreport fixiert man sich auf den vermeintlich verzögerten Release-Termin:  Ein Quartal Verspätung. Der Versuch die Pressemitteilung knapp in einer Liste zusammenzufassen schlägt zumindest im letzten Punkt deutlich fehl. Denn der liest sich, als ob die Synchronisation jeglicher Daten mit txtr.com lediglich per kostenpflichtigem Daten-Abo möglich wäre – kein Wort von Mobilfunk und der kostenlosen Variante per USB und WLAN. Dementsprechend verstehen das dann auch die Leser falsch, die in den Kommentaren gleich einen horrenden Gesamtpreis des txtr Readers von 463 € errechnen.

Bei der FAZ scheint es, ist man sich seiner Meinung nicht ganz so sicher. Attestiert man dem txtr Reader am Freitag (Txtr bietet Amazon und Sony die Stirn) noch eine “eine nahezu erotische Ausstrahlung”, so wird daraus am Sonntag (Kindle & Co.) ein, “Und mit seiner Plastikhülle sieht es noch nicht einmal edel aus”.  Außerdem kritisiert man nun, der txtr Reader liege nicht gut in der Hand und sie hätten Probleme gehabt, ihn festzuhalten.

Und auch beim Technik-Blog engadget ist das germanische Volk im Spiel.

Und dann war da noch der Artikel von engadget - und damit dann auch wieder die Teutonen: txtr’s e-reader offers a 6-inch e-Ink display, plenty in the way of Teutonic content. Fünf informationsbepackte Sätze von teilweise geradezu literarischer Verschachteltheit und ein etwas unterbelichtetes Bild, auf dem nicht einmal das Steuerkreuz zu erkennen ist, sind zwar keine wirklich aussagekräftige Meldung, aber engadget stellt für den txtr Reader dann doch ein gern gesehenes Sprungbrett in Richtung weltweite Aufmerksamkeit dar.

Aufgeklärte Mißverständnisse im txtr.com blog

In Anbetracht der vielen Mißerverständnisse und dem blanken Nonsens ist es verständlich, dass Ronnie Vuine von txtr heute in einem Blog-Post noch einmal die häufigsten Unklarheiten beseitigt hat:

  • Keine Abo-Pflicht, also auch keine Folgekosten.
  • Die neue Version der  iPhone-App mit DRM-EPUP ist auf dem Weg.

Ansonsten zeigt man sich bei txtr äußerst zufrieden, über das Medienecho im Rahmen der Messe. Wer den kleinen Messestand von txtr gesehen hat, muss auch zugeben, dass sie bei diesen Größenverhältnissen für einen ganz schönen Wirbel gesorgt haben

Beim Verfolgen der Berichterstattung ist eindeutig zu erkennen, dass  in vielen Redaktionen noch starker Nachholbedarf beim Thema digitale Lesegeräte besteht. Eigentlich unverständlich – denn gerade die Nachrichtenangebote werden sich über kurz oder lang in Bezug auf ihren Content sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen müssen.

Da ist das Ding! Details und Fotos zum txtr Reader

14. Oktober 2009 Manuel Medicus 38 Kommentare

Mittlerweile dürften die meisten heute auf der Messe neu angekündigten Details die Runde gemacht haben. Hier der Vollständigkeit trotzdem nochmal ein kurzer Überblick:

  • Der txtr reader wird ab dem 1. Dezember 2009 auf txtr.com für 319 € bestellbar sein. Die Lieferung erfolgt, wenn alles nach Plan verläuft, bis zum 15. Dezember.
  • Der Zugriff auf den txtr store per Mobilfunk (EDGE) sowie der Download der über ihn gekauften eBooks ist kostenlos.
  • Wer unterwegs über Mobilfunk (EDGE) seine auf txtr.com gesammelten Dokumente mit dem Reader synchronisieren will, der hat dafür die Wahl zwischen zwei Preismodellen: 12,99€ / Monat auf eine Laufzeit von 12 Monaten oder 14,99 € für eine Laufzeit von 3 Monaten. Über WLAN oder USB ist die Synchronisation natürlich kostenlos.
  • Folgende Titel werden auf dem Reader vorinstalliert sein:
    • Tobias Klupp, Paradiso (Roman, Berlin Verlag)
    • 10 Polygott-Cityguides (Amsterdam, Barcelona, Berlin, London, München, Paris, Prag, Rom, Venedig, Wien)
    • Vier Langenscheidt-Sprachführer mit Reisewörterbuch und Kurzgrammatik (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch)
    • Leseproben zu zahlreichen Titeln von Holtzbrinck- und Random-House-Verlagen
  • Inhalte des O’reilly-Verlags werden im txtr store in Zukunft auch DRM-frei angeboten.
  • Eine neue Version der iPhone-Application mit Zugriff auf den txtr store soll in Kürze veröffentlicht werden.
Pressefoto

Damit sind die lange erwarteten Informationen zu Preis und Verfügbarkeit endlich geklärt. Der Preis bewegt sich mit 319 € nicht weit über den 297 € eines Amazon kindle (inkl. Zoll & Steuer). Die Preise für den Datenverkehr sind angesichts der aktuellen Preispolitik der Provider auf diesem Gebiet nicht überraschend. Sollten die Kosten hier sinken, so hat txtr versichert, werden auch die Abo-Dienste günstiger.

Finally: Hands on

Am Stand der txtr GmbH (Halle 3, Stand B100, für alle die noch auf die Buchmesse gehen) hatte ich dann nachmittags auch die Gelegenheit, den txtr Reader ein erstes Mal in der Hand zu halten. Ersteindruck: Liegt angenehm in der Hand – Befürchtigungen er wäre zu dick oder zu schwer konnten sich für mich persönlich nicht bestätigen. Aber ich denke, das muss jeder selbst entscheiden.

Hier einige erste Fotos (am Freitag werden weitere folgen):

Die auf der Messe ausgestellten Geräte entsprechen vom Gehäuse her bereits der finalen Version (“zu 99%”). Am Betriebssystem der txtr reader wird dagegen noch fleißig gecodet. Während bereits viel Aufwand in die Geschwindigkeits- und Energieoptimierung der Readersoftware gesteckt wurde, sind die Programmierer mit dem Finetuning von Interface und Bedienung noch nicht fertig. Dementsprechend war die Bedienung teilweise auch noch etwas holprig. Das Touchpad lässt sich nach kurzer Eingewöhnungsphase sehr intuitiv nutzen.

In der Hektik der Messevorbereitung wurde außerdem auf einigen Vorführgeräten eine fehlerhafte Firmware installiert – also nicht über den Pixelbrei am oberen Rand wundern, der auf manchen Bildern zu sehen ist.

Kein Simlock

Im Gespräch mit txtr gab es dann auch noch einige sehr interessante Details zu erfahren. So wird etwa der txtr reader über keinen Simlock verfügen. Die SIM-Karte selbst ist zusammen mit der SD-Karte über eine Klappe an der Gehäuserückseite zugänglich.

Wer also für sein Handy bereits eine Datenflatrate hat, könnte einfach die SIM-Karte umstecken, und sie mit dem txtr Reader nutzen. Auch mögliche Käufer im Ausland könnten davon profitieren und so auch dort ihr Gerät mit txtr.com synchronisieren. Zuvor wird allerdings eine entsprechende Konfiguration des Readers und (noch zu entwickelnde) Software aus der Community notwendig. (Greifbare) Zukunftsmusik also.

Ebenfalls in die Kategorie “Anwendungen folgen” gehört der in der Hardware bereits integrierte NFC-Chip (Near Field Communication), mit dem sich später etwa Dokumente zwischen zwei Geräten austauschen lassen sollen. Auch hier können freie Entwickler ihrem Tatendrang freien Lauf lassen und eigene Anwendungsmöglichkeiten entwerfen.

Eine Besonderheit der ersten Gerätewelle wird die Personalisierung sein. Wer sein Gerät bei txtr.com bestellt, wird es bereits startbereit mit den eigenen Accountdaten erhalten. Dafür werden sich die frühen Käufer wohl noch mit einigen Kinderkrankheiten abfinden müssen, die erst durch spätere Updates beseitigt werden.

Das sind die Informationen für den Moment. Am Freitag werde ich für ein Interview noch einmal in Frankfurt sein – dann folgen weitere Details und Fotos. Wenn euch eine Frage brennend interessiert, dann gebt in den Kommentaren Bescheid, und ich werde mein Mögliches tun, die Antworten von der Messe mitzubringen.

Update: Auf der offiziellen Webseite von txtr gibt es jetzt ein Präsentationsvideo zum txtr Reader, das das Gesamtkonzept noch einmal gut erklärt (und so vielleicht einige Mißverständnisse beseitigt).

txtr Reader Release – Live von der Frankfurter Buchmesse

14. Oktober 2009 Manuel Medicus 9 Kommentare

Nachdem sich gestern etwas Enttäuschung breit gemacht hat, weil der txtr Reader wohl erst im Dezember zu haben sein wird (siehe die tweets von der Tools of Change Konferenz), sind heute alle Augen auf die Pressekonferenz der txtr Gmbh auf der Frankfurter Buchmesse gerichtet. Wenn es dort um 12 Uhr losgeht, werde auch ich vor Ort sein und euch via Twitter auf dem Laufenden halten (wenn mir keine technischen Probleme in die Quere kommen):

Anmerkung: Retweets (RT) werden im obigen Search-Widget von Twitter leider herausgefiltert. Die “unzensierte” Version erhaltet ihr nur direkt auf Twitter.

Ausführlichere News folgen, sobald die Pressekonferenz zu Ende ist, und ich ein ruhiges Plätzchen mit WLAN-Anbindung gefunden habe.

Update: Die Katze ist aus dem Sack – 319 € wird der txtrReader kosten und ab Ende November, Anfang Dezember vorbestellbar sein. Angestrebter Ausliefertermin ist der 15.12. – die Geräte kämen also gerade noch rechtzeitig, um unter den Weihnachtsbäumen ihren Platz zu finden. Die Übertragung von gekauften Inhalten auf das Gerät ist kostenlos. Für die Übertragung sonstiger Inhalte bietet txtr nach dem kostenlosen Testmonat für den Anfang zwei Preismodelle an: 11,99 € /Monat auf 12 Monate Laufzeit und 14,99 € / Monat auf 3 Monate Laufzeit.

Heute Abend, gegen 21h, wird es einen ausführlichen Bericht mit weiteren Informationen und hochauflösenden Bildern geben. Jetzt steht erstmal noch ein kleiner Messespaziergang an.

Herta Müllers “Atemschaukel” und mehr als kostenlose Downloads

11. Oktober 2009 Manuel Medicus 4 Kommentare

Heureka! Nein, hier geht es nicht um irgendwelche illegalen Downloadangebote, sondern um die Download Days von libreka!, die der eBook Store des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels anlässlich der Frankfurter Buchmesse veranstaltet.

Download Days bei libreka

Vom 13. bis zum 18. Oktober wird auf libreka.de jeden Tag ein eBook als gratis Download angeboten, darunter den Roman Atemschaukel der frisch mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichneten Autorin Herta Müller. Hier die Details:

Nach der Buchmesse folgen jeweils dienstags weitere gratis eBooks, nämlich Thomas von Steinaecker, Schutzgebiet (20.10.), Claire Beyer, Rohlinge (27.10.), Norbert Scheuer, Kall, Eifel (3.11.) und David Shields, Das Dumme am Leben ist, dass man eines Tages tot ist (10.11.).

Libreka hatte Herta Müllers Atemschaukel schon für die Download Days angekündigt, bevor die Autorin mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Ob man sich dort nun freut, dass mit dem kostenlosen Download eines aktuellen Bestsellers ungeahnte Besucherströme erwartet werden können? Oder ärgert man sich über die verpassten Umsätze?

Uns darf es auf jeden Fall freuen – anmelden, runterladen und dann ab auf’s digitale Lesegerät – oder mit Adobe Digitals Editions direkt am PC lesen. Auch wer mit dem Gedanken spielt, sich nach der Messe einen eReader zu kaufen (einen txtr reader zum Beispiel), kann bei den Download Days schon mal völlig umsonst die eigene eBook-Sammlung mit ersten Titeln bestücken.

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