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Artikel Tagged ‘Frankfurter Buchmesse’

Kooperation: Pocketbook eBook-Reader bekommen txtr-Anbindung

6. Oktober 2010 Manuel Medicus 13 Kommentare
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Auf der Frankfurter Buchmesse tritt txtr dieses Jahr vor allem als Anbieter seiner B2B-Lösungen auf. Nachdem am Dienstag bereits neue Aufträge für das eBook-Shop-Komplettpaket txtr Multi (in Finnland, Großbritannien, der Türkei und Brasilien) vermeldet wurden, hat txtr am Mittwoch eine Kooperation mit dem ukrainischen eBook-Reader-Hersteller Pocketbook angekündigt. Geplant ist, eine “txtr edition” von ausgewählten Lesegeräten von Pocketbook auf den Markt zu bringen, die direkt per Mobilfunk oder WLAN Zugriff auf txtr-eBook-Shops haben sollen. Als erste “txtr edition” soll das neue Pocketbook Pro 603 erscheinen, gefolgt von den Modellen 602, 903 und 902.

Ein logischer Schritt für beide Seiten

Der E-Reader PocketBook Pro 603 kommt bald in einer "txtr edition"

Die Zusammenarbeit von txtr und Pocketbook ist für beide Seiten ein logischer Schritt. Für txtr bedeutet es eine enorme Stärkung des eigenen Multi-Device-Profils, denn nach iPhone, iPad und Android-Smartphones werden txtr-Inhalte nun auch direkt auf eInk-basierten Lesegeräten verfügbar sein – denn der hauseigene txtr Reader lässt weiterhin auf sich warten.

Pocketbook, die selbst mit dem eigenen eBook-Shop Bookland bisher nicht überzeugen konnten, holen mit der Anbindung an die internationalen txtr-Shops hochwertigen Content auf die neuen Lesegeräte und sparen sich den Aufwand, direkt mit Verlagen und einzelnen Content-Anbieter verhandeln zu müssen.

Für den Nutzer wird die Kooperation zusätzlich dadurch spannend,  dass beide Produkte – sowohl die eBook-Reader aus dem Hause Pocketbook, als auch die txtr.com-API – offen für freie Entwickler sind. Das gibt der Community neue Möglichkeiten, zusätzliche innovative Features für die eBook-Reader zu basteln.

Das Aus für den txtr Reader?

Multi-Device-Strategie hin oder her – bedeutet dieser Schritt von txtr das Ende für ihr eigenes Lesegerät? Nein, txtr wird wohl weiter versuchen, ihr eigenes Produkt zu einem günstigen Zeitpunkt auf den Markt zu bringen. Das hat das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder beteuert. Ein im September auf der Facebook-Fanpage gepostetes Foto, das wahrscheinlich zum ersten Mal eine größere Menge txtr Reader zeigt, könnte dafür sprechen, dass ein erster, größerer Testlauf vor der Tür steht. Sollte es soweit sein, dann wird txtr jedoch mit den Kampfpreisen von Amazon und Thalia nur schwer mithalten können.

Hier die komplette Pressemitteilung:

Pressemitteilung - txtr und PocketBook entwickeln gemeinsam die „txtr edition“

Update 7.10.: Überarbeitet und ergänzt

txtr Reader ab Oktober mit WLAN?

5. September 2010 Manuel Medicus 3 Kommentare

Am Rande der IFA hatte Johannes von lesen.net die Möglichkeit, einen aktuellen Prototypen des txtr Readers anzutesten. Dabei gab es auch Neuigkeiten über die Releasepläne von txtr zu erfahren:

Angedacht ist nun ein Verkaufsstart im Oktober – das wäre genau ein Jahr nach dem ursprünglich angekündigten Termin. Voraussetzung dafür soll jedoch ein erfolgreicher Start in einer Testregion sein, der in den nächsten Wochen stattfinden soll.

Wenn es soweit ist, soll der txtr Reader außerdem wieder über ein integriertes WLAN-Modul verfügen, dessen kurzfristige Streichung vor dem ursprünglichen Releasetermin im Winter 2009 für viel Verstimmung bei den Kaufinteressenten gesorgt hatte.

Am Preis von 299€ soll sich dagegen nichts ändern. Gegenüber der Konkurrenz aus Kindle 3 (~180€ / WLAN only ~135€) und dem auf der IFA angekündigten Oyo von Thalia (139€) wird man damit wohl einen schweren Stand haben. Der in der letzten Woche bekanntgewordene Asus-Deal zeigt jedoch, dass man bei txtr wohl sowieso mehr Gewicht auf das Standbein B2B-Geschäft legen will.

( via lesen.net)

Sommer Roundup

21. August 2010 Manuel Medicus 3 Kommentare

Zum Ende der Sommerpause von txtrblog.de hier ein Nachrichtenüberblick zu den Ereignissen der letzten Wochen:

Release der txtr Android App

Fortan im Google Marketplace erhältlich: die txtr Android App.

Ende Juni ist die schon seit längerem angekündigte txtr App für Android veröffentlicht worden und kann kostenlos im Google Marketplace heruntergeladen werden (Meldung im Firmenblog). Die Reader-App bietet Zugriff auf alle im txtr-Konto gespeicherten Dokumente und verfügt über Basisfunktionen wie Lesezeichen oder verstellbare Schriftgröße. Integriert ist die Möglichkeit nach der Eingabe von Kreditkartendaten direkt unterwegs im txtr Store neue eBooks auf das Endgerät zu laden.

Die Dokumente in der txtr-App sollen bei einem Anschluss des Android-Geräts per USB an den Computer auch per Adobe Digital Editions verwaltet werden können. Auch der Zugriff auf DRM-geschützte Inhalte, die nicht im txtr Store gekauft wurden soll damit möglich sein (Voraussetzung ist die gleiche Adobe ID).

Neue Version der txtr iPhone App – nun auch für das iPad

Die txtr App auf dem iPad

Auch die iOS-Version der txtr-App wurde auf 3.0 upgedated und ist damit auch fit für das iPad (Download via iTunes Store). Wie bei der Android-App ist es nun auch hier möglich direkt über vom Gerät aus auf den txtr Store zuzugreifen und unterwegs neue eBooks zu kaufen.

Johannes von lesen.net hat die neue Version auf dem iPhone getestet und kann sowohl positives als auch negatives berichten: Auf der einen Seite werden der verbesserte Funktionsumfang und das Literaturangebot gelobt, auf der anderen Seite mindern jedoch Fehlermeldungen und das im Vergleich zu iBooks optisch weniger ansprechende Gesamtlayout das Lesevergnügen.

Und noch ein Tipp für alle Nutzer der txtr App für iOS: Markus von APFELNET.de hat eine ausführliche Anleitung inklusive Screenshots verfasst, die anschaulich erklärt, wie sich gekaufte oder geliehene EPUB-Dokumente, die mit Adobe DRM geschützt sind, mit der txtr App auf einem iPhone oder iPad lesen lassen.

Starke Fluktuation im txtr Store

Eine weitere Neuerung, von der auch alle Nutzer der txtr-Anwendungen auf Smartphones profitieren, ist das deutlich vergrößerte Angebot an Englischsprachigen Inhalten im txtr Store. Glaubt man den im eBook-Shop angegebenen Zahlen so ist das Angebot von noch unter 5000 Titeln im Mai auf nun über 120.000 eBooks angewachsen.

Ein stichpunktartiger Vergleich mit Amazons eBook-Angebot zeigt jedoch, dass der Kindle Store für Fans von englischsprachiger Literatur weiterhin unangefochten die erste Wahl darstellen dürfte. Überprüft man etwa die aktuellen Spitzenreiter der New York Times Bestseller List im Bereich Hardcover Fiction (Stand: 21.08.2010), so ist ein deutlicher Unterschied in Preis und Verfügbarkeit auszumachen:

Titel Kindle Store (azw) txtr Store (EPUB)
Stieg Larsson The Girl Who Kicked The Hornet’s Nest 12,03 $ (~9,50 €) 27,90 € (deutsche Fassung Vergebung 8,99€)
Sandra Brown Though Customer 13,79 $ (~10,50 €) n.a.
Kathryn Stockett The Help 13,79 $ (~10,50 €) 22,90 €
Carl Hiaasen Star Island 13,79 $ (~10,50 €) n.a.
Linda Howard Veil Of Night 13,79 $ (~10,50 €) n.a.

Nichtsdestotrotz ist der Ausbau des englischsprachigen Angebots grundsätzlich zu begrüßen. Insgesamt gesehen ist das englischsprachige Angebot im txtr Store in jedem Fall attraktiver als das bisherige deutschsprachige Angebot für den Kindle. Die Gründe für die Unterschiede in der Bepreisung sind zum einen in der starken Verhandlungsmacht von Amazon zu suchen, zum anderen in den größeren Freiheiten für Verlage auf Seiten von txtr.

Während das englischsprachige Angebot exorbitant wuchs, hat sich das deutschsprachige Angebot in der Zwischenzeit verkleinert (wiederum die Korrektheit der im Store angegebenen Zahlen vorausgesetzt). Waren etwa im April noch 5700 Titel in der Kategorie “Belletristik” angegeben, so sind es mittlerweile nur noch 2606, also weniger als die Hälfte.

Diese “Schrumpfkur” bei den deutschsprachigen Inhalten schlägt sich auch in einer teilweise nicht nachvollziehbaren Aufteilung der Kategorien nieder. So findet sich unter dem Unterpunkt “Politik” gerade einmal ein einziger Titel, gegenüber 2606 Titeln in “Belletristik” oder 128.447 Titeln unter “English Books” (Stand: 21.08.2010) – und das obwohl sich alle drei Kategorien organisatorisch auf dem selben Level befinden. Würde man sich diese Aufteilung in einem klassischen Buchladen vorstellen, ergäbe das ein äußerst skurriles Bild.

Neue Kindle-Modelle beleben den Wettbewerb

Das Großereignis des Sommers in Punkto eBook Reader war Amazons Launch des Kindle 3, des Kindle Wi-Fi und bereits zuvor des Kindle DX 2nd Gen. Die neuen Lesegeräte des Marktführers trumpfen vor allem durch ihre vergleichsweise niedrigen Preise und durch neue Displays mit noch stärkerem Konstrast auf. Gerade die hierzulande für 180 € (mit Mobilfunk) beziehungsweise für 135 € (nur WLAN) inklusive Versand erhältlichen Kindle-3-Modelle dürften den Preiskampf auch jenseits der USA enorm verstärken.

Es bleibt abzuwarten, wie txtr auf die veränderten Marktbedingungen reagieren wird. Der ursprünglich für den txtr Reader angekündigte Preis von 299€ dürfte ohne WLAN und mit veralteter eInk-Technologie kaum mehr zu halten sein. Sollte das Gerät dennoch auf den Markt kommen – und es wird weiterhin beteuert, dass das Projekt nicht aufgegeben wurde -, kann daher wohl mit veränderten Hardwarespezifikationen sowie auch mit neuen Preismodellen für den eReader und die Mobilfunkgebühren gerechnet werden.

Release am Horizont?

Die nächsten Termine, die sich für einen Release des txtr Readers anbieten, wären die IFA in Berlin (3. – 8. September), für die bereits von der Konkurrenz (u.a. ThaliaPocketbook und Medion) die Vorstellung neuer Lesegeräte angekündigt wurde, oder die Frankfurter Buchmesse, die dieses Jahr vom 6. bis zum 10 Oktober stattfindet. Der Termin in Frankfurt weckt Erinnerungen an den Herbst letzten Jahres, als der Release des txtr Readers bereits für die Buchmesse erwartet worden war. Ob diese Erwartungen nun mit einem Jahr Verspätung erfüllt werden können?

txtr Reader Präsentation von der Tools of Change Frankfurt

8. November 2009 Manuel Medicus 3 Kommentare

Christoph Maire, CEO von txtr, hat seine Powerpoint-Präsentation von der O’Reily “Tools of Change” Konferenz, die im Rahmen der Frankfurter Buchmesse stattgefunden hat,  ins Netz gestellt. Die nach der Vortragstechnik Pecha Kucha konzipierten Folien sind dieselben, die später auf der Release-Pressekonferenz am 14. Oktober zu sehen waren.

Die Präsentation erläutert unter anderem das Easy-Tec-Konzept,  die Zukunftspläne von txtr (2010: txtr Reader der 2. Generation mit Touchscreen und OEM-versionen des txtr Readers; 2011-2012: txtr Reader der 3. Generation mit farbigem Display) und die Konkurrenzstellung gegenüber Amazon. Letztere hat man bereits vor einigen Tagen noch einmal bekräftigt (siehe der Artikel im offiziellen Blog von txtr: “De-mystifiying the Amazon Kindle”)

Wer die Präsentation offline im PDF-Reader der Wahl betrachten will, kann sie hier herunterladen. Sollte eine Videoaufnahme von der TOC bereitgestellt werden, wird dieser Artikel entsprechend erweitert.

Interview mit Ronnie Vuine von txtr – Teil 2

21. Oktober 2009 Manuel Medicus 11 Kommentare

Hier folgt Teil 2 des Interviews mit txtr-Mitgründer Ronnie Vuine auf der Frankfurter Buchmesse. Während es im ersten Teil um txtr und den txtr Reader ging, stehen diesmal die Themen Developer und txtr.com im Mittelpunkt:

Warum habt ihr nicht Android als Betriebssystem gewählt, das wäre doch für die Entwickler bestimmt attraktiver gewesen?

txtr Reader Pressefoto

Ronnie Vuine: Dazu muss man wissen, dass es eine ganz eine Zeit lang dauert, ein derartiges Gerät zu entwickeln. Als wir die Entscheidung über das Betriebssystem getroffen haben, war Android gerade angekündigt. Wir haben uns alles sehr gut angeschaut und dann festgestellt, dass es überhaupt nicht komplett offen war. Es gab wesentliche Teile von Android,  die damals nicht Open Source waren und es glaube ich in Teilen immer noch nicht sind, auf die wir aber den Zugriff gebraucht hätten, weil Android für TFT-Bildschirme gedacht ist und nicht für Displays wie eInk, die Partial Updaten müssen. Um zum Ziel zu kommen, hätten wir also auf Teufel komm raus an Android vorbei wieder Zusätze programmieren müssen – die dann auch nicht funktioniert hätten, wenn man normale Applications installiert hätte. Daher haben wir uns für etwas eigenes entschieden. Das heißt aber nicht, dass das für immer so bleiben muss. Android ist mit Sicherheit eine interessante Plattform, die wir auch sehr gern mögen.

Könnte man Android rein theoretisch auf dem txtr Reader installieren?

Ronnie Vuine: Klar, wenn man ein Crack ist, kann das gehen. Man könnte auch OpenInkpot oder wenn man ganz wild ist Windows CE darauf installieren. Es gibt ein leichtes Verfahren, wie das Gerät von der SD-Karte bootet. Man müsste sich entsprechend eine SD-Karte basteln und die entsprechenden Kernel hinkriegen.

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