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Ankündigungen in Barcelona – Eindrücke aus Berlin

14. Februar 2010 Manuel Medicus 24 Kommentare
Das Design von Fjord auf den neuen txtr Corporate Seiten.

Am Montag startet in Barcelona der Mobile World Congress, die größte Messe der Mobilfunkbranche. Auch txtr wird dort in Kooperation mit Fjord vertreten sein – neben den Verlagen gehören die Mobilfunkanbieter ja zu den zentralen Partnern der Berliner.

Die neuen Design-Impulse von Fjord, die bereits für das neue txtr Logo verantwortlich zeichnen, sind auch auf den neuen Corporate-Seiten (http://corporate.txtr.com) zu sehen. Die Auslagerung dieses Bereichs, der zuvor in die Präsentationsseite des txtr Readers integriert war, zeigt die große Bedeutung des Großkunden-Geschäfts mit White-Label-Lösungen für txtr. Aber auch einige interessante Details treten hier zu Tage: So stellt txtr unter Service Solutions etwa eine Unterstützung von Lesegeräten anderer Hersteller in Aussicht, namentlich dem Netronix E90800 und dem ASUS DR-950.

Wie txtr im offiziellen Blog schreibt, ist in Barcelona  außerdem mit einer offiziellen Ankündigung zusammen mit Fjord zu rechnen:

We will demonstrate our online platform, services and applications, and we will bring a bunch of txtr Readers along. Also, there are a some recent developments we would like to announce.

Laut Pressemeldung wird es am Mittwoch, 18. Februar, um 17h eine entsprechende Präsentation geben (Halle 1, Stand E19).

Eindrücke vom Prototypen

Höchste Zeit also, die ersten Ergebnisse meines Besuchs bei txtr in Berlin zu präsentieren.  Da stehen sich erst einmal eine gute und eine schlechte Nachricht gegenüber: Die gute Nachricht ist, dass txtr die Produktionsprobleme in China laut eigener Aussage in den Griff bekommen hat – die schlechte Nachricht ist, dass der Releasetermin weiter bei einem unbestimmten “When it’s done” bleibt. Eine Edition des txtr Readers inklusive WLAN-Modul in der Zukunft wird weiterhin nicht ausgeschlossen, festlegen will man sich aber noch nicht.

Die Verzögerungen bei der Hardware geben natürlich auch die Möglichkeit, mehr Zeit in die Optimierung der Software zu stecken. In Berlin hatte ich die Möglichkeit, einen der aktuellen Prototypen (!) anzutesten, und konnte mich so von der verbesserten Touchpad-Bedienung überzeugen. Auf der Frankfurter Buchmesse hatte sich diese als  gewöhnungsbedürftig herausgestellt. Nach der Überarbeitung ist das Navigieren durch die Menüs nun intuitiver und für neue Benutzer leichter zu handhaben.

Der txtr Reader macht sonst einen soliden Eindruck. Er liegt – gerade für ein 6″-Gerät – angenehm in der Hand und lässt sich dank Lagesensor beliebig mit links oder rechts bedienen. Das Umblättern funktioniert sehr schnell, wobei auf dem Prototypen noch vereinzelt Artefakte in Form von Seitenrückständen zu beobachten sind. Es bleibt abzuwarten, wie die Darstellung bei den finalen Geräten sein wird. Die bei der Frankfurter Buchmesse teilweise monierten breiten weißen Ränder scheinen verschwunden.

Beim Navigieren fällt die übersichtliche Menüstruktur, die gut an die Touchpad-Bedienung angeppasst ist, und sich in etwa mit dem iPod Classic vergleichen lässt. Sowohl der Zugriff auf den txtr Store als auch auf eigene Ordner und Dokumente auf txtr.com klappte problemlos und ohne übermäßige Wartezeit. Bei der Darstellung der Texte kann man derzeit aus drei Größenstufen wählen: Small, Medium und Large. Eine Such- oder Notizfunktion war mangels Bildschirmtastatur noch nicht integriert.

Interviews folgen

Weitere Details  werden in der nächsten Woche folgen, wenn die ersten der insgesamt fünf Interviews online gehen. Als Gesprächspartner standen mir freundlicherweise Christophe Maire (CEO), Andreas Steinhauser (CTO), Ulrik Deichsel (Business Development), Joscha Bach (Content) und Birte Huizing (Produktmanagement und Social Media) zur Verfügung. Das Ergebnis sind über zwei Stunden Audio-Material, die derzeit “vertextet” werden. Für Neuigkeiten  ist nächste Woche also gesorgt – ob aus Barcelona oder Berlin.

Da ist das Ding! Details und Fotos zum txtr Reader

14. Oktober 2009 Manuel Medicus 38 Kommentare

Mittlerweile dürften die meisten heute auf der Messe neu angekündigten Details die Runde gemacht haben. Hier der Vollständigkeit trotzdem nochmal ein kurzer Überblick:

  • Der txtr reader wird ab dem 1. Dezember 2009 auf txtr.com für 319 € bestellbar sein. Die Lieferung erfolgt, wenn alles nach Plan verläuft, bis zum 15. Dezember.
  • Der Zugriff auf den txtr store per Mobilfunk (EDGE) sowie der Download der über ihn gekauften eBooks ist kostenlos.
  • Wer unterwegs über Mobilfunk (EDGE) seine auf txtr.com gesammelten Dokumente mit dem Reader synchronisieren will, der hat dafür die Wahl zwischen zwei Preismodellen: 12,99€ / Monat auf eine Laufzeit von 12 Monaten oder 14,99 € für eine Laufzeit von 3 Monaten. Über WLAN oder USB ist die Synchronisation natürlich kostenlos.
  • Folgende Titel werden auf dem Reader vorinstalliert sein:
    • Tobias Klupp, Paradiso (Roman, Berlin Verlag)
    • 10 Polygott-Cityguides (Amsterdam, Barcelona, Berlin, London, München, Paris, Prag, Rom, Venedig, Wien)
    • Vier Langenscheidt-Sprachführer mit Reisewörterbuch und Kurzgrammatik (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch)
    • Leseproben zu zahlreichen Titeln von Holtzbrinck- und Random-House-Verlagen
  • Inhalte des O’reilly-Verlags werden im txtr store in Zukunft auch DRM-frei angeboten.
  • Eine neue Version der iPhone-Application mit Zugriff auf den txtr store soll in Kürze veröffentlicht werden.
Pressefoto

Damit sind die lange erwarteten Informationen zu Preis und Verfügbarkeit endlich geklärt. Der Preis bewegt sich mit 319 € nicht weit über den 297 € eines Amazon kindle (inkl. Zoll & Steuer). Die Preise für den Datenverkehr sind angesichts der aktuellen Preispolitik der Provider auf diesem Gebiet nicht überraschend. Sollten die Kosten hier sinken, so hat txtr versichert, werden auch die Abo-Dienste günstiger.

Finally: Hands on

Am Stand der txtr GmbH (Halle 3, Stand B100, für alle die noch auf die Buchmesse gehen) hatte ich dann nachmittags auch die Gelegenheit, den txtr Reader ein erstes Mal in der Hand zu halten. Ersteindruck: Liegt angenehm in der Hand – Befürchtigungen er wäre zu dick oder zu schwer konnten sich für mich persönlich nicht bestätigen. Aber ich denke, das muss jeder selbst entscheiden.

Hier einige erste Fotos (am Freitag werden weitere folgen):

Die auf der Messe ausgestellten Geräte entsprechen vom Gehäuse her bereits der finalen Version (“zu 99%”). Am Betriebssystem der txtr reader wird dagegen noch fleißig gecodet. Während bereits viel Aufwand in die Geschwindigkeits- und Energieoptimierung der Readersoftware gesteckt wurde, sind die Programmierer mit dem Finetuning von Interface und Bedienung noch nicht fertig. Dementsprechend war die Bedienung teilweise auch noch etwas holprig. Das Touchpad lässt sich nach kurzer Eingewöhnungsphase sehr intuitiv nutzen.

In der Hektik der Messevorbereitung wurde außerdem auf einigen Vorführgeräten eine fehlerhafte Firmware installiert – also nicht über den Pixelbrei am oberen Rand wundern, der auf manchen Bildern zu sehen ist.

Kein Simlock

Im Gespräch mit txtr gab es dann auch noch einige sehr interessante Details zu erfahren. So wird etwa der txtr reader über keinen Simlock verfügen. Die SIM-Karte selbst ist zusammen mit der SD-Karte über eine Klappe an der Gehäuserückseite zugänglich.

Wer also für sein Handy bereits eine Datenflatrate hat, könnte einfach die SIM-Karte umstecken, und sie mit dem txtr Reader nutzen. Auch mögliche Käufer im Ausland könnten davon profitieren und so auch dort ihr Gerät mit txtr.com synchronisieren. Zuvor wird allerdings eine entsprechende Konfiguration des Readers und (noch zu entwickelnde) Software aus der Community notwendig. (Greifbare) Zukunftsmusik also.

Ebenfalls in die Kategorie “Anwendungen folgen” gehört der in der Hardware bereits integrierte NFC-Chip (Near Field Communication), mit dem sich später etwa Dokumente zwischen zwei Geräten austauschen lassen sollen. Auch hier können freie Entwickler ihrem Tatendrang freien Lauf lassen und eigene Anwendungsmöglichkeiten entwerfen.

Eine Besonderheit der ersten Gerätewelle wird die Personalisierung sein. Wer sein Gerät bei txtr.com bestellt, wird es bereits startbereit mit den eigenen Accountdaten erhalten. Dafür werden sich die frühen Käufer wohl noch mit einigen Kinderkrankheiten abfinden müssen, die erst durch spätere Updates beseitigt werden.

Das sind die Informationen für den Moment. Am Freitag werde ich für ein Interview noch einmal in Frankfurt sein – dann folgen weitere Details und Fotos. Wenn euch eine Frage brennend interessiert, dann gebt in den Kommentaren Bescheid, und ich werde mein Mögliches tun, die Antworten von der Messe mitzubringen.

Update: Auf der offiziellen Webseite von txtr gibt es jetzt ein Präsentationsvideo zum txtr Reader, das das Gesamtkonzept noch einmal gut erklärt (und so vielleicht einige Mißverständnisse beseitigt).

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