Archiv

Artikel Tagged ‘eReader’

“Connected Reading”:
Video zur Präsentation von Christophe Maire auf der TEDx Berlin

26. Februar 2010 Manuel Medicus Keine Kommentare

Als kleinen Nachtrag zum Interview mit txtr-CEO Christophe Maire gibt es heute noch eine Videoaufnahme seiner Präsentation auf der TEDx in Berlin (Technology, Entertainment, Design), auf die ich bei YouTube gestoßen bin. Der Vortrag unter dem Titel “Connected Reading” ist zwar bereits einige Monate alt (November 2009), hat aber an Aktualität nichts verloren. Thematisch setzt sich die englische Präsentation mit der Entwicklung des digitalen, vernetzten Lesens und deren möglichen Auswirkungen auf das Papierbuch sowie die Gesellschaft im Ganzen auseinander:

Das Ende des Meisters naht

Hat hier jemand etwa zuviel Krabat gelesen? Nein, es geht um die aktuelle Beta-Version von txtr.com, die auf den Namen “Meister” hört – eine Anspielung auf Michail Bulgakows “Meister und Margarita” (Vgl. Das Geheimnis der txtr.com Beta-Namen).

Voraussichtlich morgen wird nun der “Meister” abgelöst, darauf deutet ein Beitrag von Joscha gestern im offiziellen txtr Forum hin:

Mit dem neuen Release (übermorgen!) gibt es eine “Powersuche” – da kann man die Query so bauen, daß keine Gatherer-Sachen gefunden werden.

Welche Neuerungen neben einer verbesserten Suche noch zu erwarten sind, lässt sich bisher nur vermuten. Denkbar wären etwa neue Community-Funktionen, wie etwa Gruppen oder Pinnwände, und vor allem weitere Optimierungen hinsichtlich der Vernüpfung von  txtr.com mit den txtr Readern.

CES in Las Vegas

CES Logo

Während sich immer noch kein Besitzer eines txtr Readers öffentlich geoutet hat, gibt es dieser Tage allerlei interessante Neuigkeiten von der vom 7. bis 10 Januar in Las Vegas stattfindenden CES 2010 (Consumer Electronics Show), der internationalen Leitmesse im Bereich Unterhaltungselektronik. So haben etwa Liquavista und Mirasol ihre Prototypen neuer Displaytechnologien gezeigt, Samsung zwei eigene eReader vorgestellt und einige Hersteller neue Tablet Computer angekündigt.

Auch txtr ist mit einem neuen Mitarbeiter auf der CES vertreten, Andrew Rhomberg. Wie das offizielle Blog von txtr mitteilt, ist er künftig verantwortlich für das International Sales & Business Development. Auf der CES wird er, seinem LinkedIN-Profil nach zu urteilen, die White Label Lösungen von txtr vermarkten und neue Content- und Vertriebspartner für Großbritannien, Skandinavien und die USA suchen.

Biegbar, bunt und schnell – die eReader-Displays der Zukunft

30. Oktober 2009 Manuel Medicus Keine Kommentare

Auch wenn es seit der Informationsflut im Rahmen der Buchmesse wenig Neues in Punkto txtr Reader zu berichten gibt, scheint es doch klar, dass der Markt für eBook-Reader vor einem großen Sprung steht. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendein Unternehmen ein neues digitales Lesegerät ankündigt, eine neue Technologie anpreist oder eine neue eBook-Offensive einläutet.

Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei vor allem neue ePaper-Displays, denn diese versprechen mit höheren Bildwiederholungsraten, biegbarer Hardware und farbiger Darstellung ein neue Generation von eReadern einzuleiten. Ein Überblick über die vielversprechendsten Technologien:

AU Optronics (AUO)

AU Optronics

AU Optronics (Teil der BenQ-Gruppe), einer der größten Hersteller von LCD-Flachbildschirmen, will ein Stück vom ePaper-Kuchen abbekommen. Auf der FPD kündigte man jüngst an, dass für 2010 biegbare Graustufen-Displays mit einem Kontrast von 9:1 geplant sind. Zum Einsatz wird dabei die Microcup-Technologie kommen, die sich AUO durch den Einstieg bei SiPix gesichert hat.

Weitere Informationen: AUO | heise | Displayblog

Bridgestone

Bridgestone

Der Reifenhersteller Bridgestone entwickelt bereits seit mehreren Jahren elektronisches Papier auf Basis der QR-LPD-Technologie (Quick Response Liquid Powder Display). Jüngst präsentierte Bridgestone auf der FPD International in Yokohama einen Prototypen mit biegbarem, farbigem Display und einer Seitenaufbaugeschindigkeit von 0,8 Sekunden. Für 2010 sind Pilotversuche mit einer Bank in Japan geplant. Wann und ob die Technologie für Consumer-Produkte eingesetzt werden kann, steht noch nicht fest.

Weitere Informationen: Golem | heise | TechOn | MobileRead

Mehr…

Amazon kindle jetzt auch in Deutschland – Worst-Case oder Best-Case für txtr?

7. Oktober 2009 Manuel Medicus 7 Kommentare

Das vermeintliche Worst-Case-Szenario für txtr ist eingetreten: Wie Amazon heute bekannt gab, wird das Unternehmen sein digitales Lesegerät kindle ab dem 19. Oktober, also direkt einen Tag nach der Frankfurter Buchmesse, in über 100 Ländern anbieten, darunter auch in Deutschland.

Der Amazon kindle wird ab 19. Oktober in über 100 Ländern verfügbar sein.

Der Amazon kindle kann ab sofort für 279 $ auf amazon.com vorbestellt werden (funktioniert auch mit amazon.de Account), was umgerechnet äußerst günstige 189 € (+ Zoll?) ergeben würde (Update: Laut SpiegelOnline landet man inkl. Versand und Einfuhrumsatzsteuer bei nicht mehr ganz  so günstigen 297 Euro). Die internationale Version des kindle wartet mit einem 6″-eInk-Display auf. Zur Verbindung ins Netz dienen UMTS, Edge, GPRS und WLAN. Für den drahtlosen Zugang ins Netz ist Amazon eine Kooperation mit AT & T eingegangen, die über ihre Roaming-Partner für die Whispernet-Verbindung außerhalb der USA sorgen wird.

Interessant wird es in Punkto eBooks: Deutsche eBooks sind für den kindle bisher nicht verfügbar. Eine Ausnahme bei deutschsprachigem Content im Kindle Store bilden bisher die ePaper von Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wirtschaftswoche und Handelsblatt. Daher wird der Kindle (sollten nicht bald Verträge mit deutschen Verlägen folgen) erstmal vor allem für Freunde englisprachiger Literatur interessant werden, denn im Gegenteil zu deutschen Büchern, die aufgrund der Buchpreisbindung auch digital fixe Preise haben, bietet Amazon zahlreiche digitale Bestseller weitaus günstiger an, als ihre gedruckten Varianten.

Worst-Case oder Best-Case für txtr?

Die internationale Verfügbarkeit des Amazon kindle wird für Furore sorgen, vor allem in Großbritannien, wo das große englischsprachige Angebot auf die entsprechende Nutzerschaft stößt. Aber auch hier in Deutschland wird sich einiges tun. Der kindle stellt dabei, meiner Meinung nach, jedoch keine Revolution dar, sondern vielmehr eine Art Katalysator, denn er heizt den Konkurrenzkampf, der bisher vor allem in den USA stattfand, auch hierzulande an.

Der txtr reader ist dabei natürlich dank dem ähnlichen Konzept einer engen Verknüpfung zwischen eReader und eBook-Store der direkte Konkurrent. Muss sich txtr daher jetzt Sorgen machen, was ihre Marktchancen angeht?

Meiner Meinung nach, nein. Im Gegenteil: Ersteinmal wird durch den kindle in Deutschland der Durchbruch von digitalen Lesegeräten enorm beschleunigt, wovon natürlich auch die Mitbewerber profitieren werden. Zweitens ist Amazons geschlossenes Konzept eindeutig dem des txtr readers unterlegen – beachtet man die Affinität deutscher Verbraucher gegenüber derartigen offenen Lösungsansetzen (etwa beim Erfolg von Firefox oder auch Linux), ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Nicht zuletzt ist es eine Frage der Inhalte: Während Amazon bis jetzt hauptsächlich auf englischsprachige Texte bauen kann, bietet txtr bereits jetzt mehrere tausend deutsche eBooks in seinem Store an. Dazu kommt die größere Flexibilität, was die nutzbaren Dateiformate angeht.

Über den Erfolg von txtr und Amazon werden aber nicht zuletzt die Preismodelle sorgen. Während txtr sein Modell am 14. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen wird, setzt Amazon die Preislatte bereits jetzt sehr niedrig an: Ein 6″-eReader mit UMTS und WLAN und 2 GB internem Speicher für 189 € stellt eine echte Verlockung dar. Für unterwegs gekaufte eBooks fallen keine Kosten für die Datenverbindung an, private Inhalte können per Mobilfunk für 99 Cent / Megabyte auf das eigene Geräte übertragen werden.

Als Verbraucher kann man sich über Amazons Ankündigung nur freuen, denn der Konkurrenzkampf wird die Preise senken und gleichzeitig die Angebote verbessern. Sehr gespannt sein darf man jetzt auf die Frankfurter Buchmesse und die Reaktion der deutschen Zeitungs- und Verlagsbranche.

(via Amazon | golem | mobileread)

View in: Mobile | Standard