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Artikel Tagged ‘ebook’

Vertriebsvertrag mit Random House:
eBooks von Heyne, Goldmann & Co für den txtr Store

Random House Bertelsmann

Wie txtr am Mittwoch bekannt gab, wurde mit der Verlagsgruppe Random House einen Vertriebsvertrag abgeschlossen. Für den Kunden heißt das, dass in Kürze eBooks des mehr als 40 Verlage zählenden Schwergewichts im txtr Store erhältlich sein dürften. Eingeschlossen in den Deal sind damit unter anderem die Verlage Heyne, Goldmann, C. Bertelsmann, DVA und Knaus.

Bestseller, Longseller und Klassiker

Das “umfangreichste deutschsprachige EPUB-Angebot” im txtr Store erhält mit dem Vertragsabschluss attraktiven Zuwachs. Ein Blick auf das eBook-Repetoire von Random House zeigt, dass die Leser vor allem aktuelle Titel erwarten können, darunter auch zahlreiche Bestseller wie etwa die erfolgreichen Krimis von Stieg Larsson. Bisher sind 2400 Titel aus dem umfangreichen Katalog von Random House digital erhältlich. Da neben den Neuerscheinungen auch die Backlist digitalisiert werden soll, dürfte das Angebot beständig um Longseller und Klassiker ergänzt werden.

Der direkte Vertriebsvertrag mit der Verlagsgruppe Random House ist ein weiterer Schritt von txtr, eine Stellung als das führende deutschsprachige eBook-Angebot aufzubauen.  Dies betonte auch Ulrik Deichsel, New Business Developer bei txtr, anlässlich des Vertragsabschlusses und stellte die Bedeutung derartiger Partnerschaften für txtr heraus:  „[...] nur wer in Zukunft die  besten  Inhalte  für  möglichst  viele  unterschiedliche  Endgeräte  anbietet,  hat  in  diesem  Geschäft ausgezeichnete Chancen.“

Die Einigung mit Random House ergänzt die bereits bestehenden Kooperationen, etwa mit den Verlagen der Holtzbrinck-Gruppe, dem Berlin Verlag und den Content-Partnern Ciando, Libreka, Libri Digital und Ingram Digital. Noch nicht offiziell angekündigt wurde der von Ulrik Deichsel im Interview bereits angedeutete Vertragsabschluss mit dem großen amerikanischen Aggregator Overdrive, der für eine erhebliche Erweiterung des englischsprachigen Angebots sorgen soll.

Baustelle txtr Store

Entgegen der Ankündigungen über neue Vertragsabschlüsse im Content-Bereich viel der Zuwachs an neuen eBooks im txtr Store zuletzt verhalten aus – zumindest wenn man die Entwicklung der dort angegebenen Zahlen verfolgt. Auch sonst zeigt der eBook-Shop weiterhin Kinderkrankheiten: Die Kategorisierung ist derzeit etwa noch nicht fehlerfrei und führt zum Teil englischsprachige Titel auch in den eigentlich deutschsprachigen Kategorien auf. Die Kategorien selbst verfügen zudem über keine Permalinks.

Ebenso fallen immer wieder unvollständig eingepflegte Titel mit fehlenden oder ungenügenden Angaben auf (siehe etwa in der Kategorie “Geisteswissenschaften”; Beispiel). Auf der Frontseite des Stores werden Titel und Inhaltsangaben unschön abgeschnitten. Auch versprochene Features wie etwa eine Wunschlistenfunktion oder Gutscheine lassen weiter auf sich warten. Man wird sehen, ob derartige Schwächen bis zum Release des laut der aktuellen Pressemitteilung “bald erscheinenden” txtr Readers ausgemerzt sein werden.

Eine Ankündigung von vielen

Der eBook Reader ist nicht die einzige Ankündigung, auf die txtr noch Taten folgen lassen will:  So wird im Moment an einer einer neuen Version der txtr-iPhone-App gearbeitet, die wohl die angekündigte iPad-Unterstützung mit sich bringen wird.  Zur ebenfalls angekündigten Android-App waren im Rahmen des Mobile World Congress bereits  erste Screenshots zu sehen.  Und dann waren da noch Details zum txtr App Store, die Unterstützung für Developer und zuletzt txtr.hu. Angesichts dieser Anzahl von Baustellen wird in den Berliner txtr-Büros in jedem Fall keine Langeweile aufkommen.

DRM, zukünftige Verlage und Soziale Netzwerke:
Interview mit Joscha Bach von txtr

Joscha Bach (txtr)

Joscha Bach ist Mitgründer von txtr und derzeit vor allem für die Bereiche Content und Produktmanagement im Endkundenbereich verantwortlich. Vor txtr hat er Informatik und Philosophie studiert und am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück promoviert. Im Anschluss daran gründete er zusammen mit Ronnie Vuine die Firma Bookpac und entwickelte Grundlagen für eine Dokumentenplattform, die sich heute unter der Oberfläche von txtr.com wiederfinden.

Bei meinem Berlinbesuch im Februar stand mir Joscha Bach freundlicherweise für einige Fragen zur Verfügung. Mit prüfungsbedingter Verspätung gibt es hier nun das Interview. Themen sind unter anderem die Problematik von DRM für eBook-Händler, zukünftige Verlage und die Social-Network-Ambitionen von txtr.com:

Wie sieht es mit einer Desktop-App von txtr aus? Wird es ein Konkurrenzangebot zum nicht immer geliebten Adobe Digital Editions geben?

Joscha Bach: Ich glaube nicht. Das liegt daran, dass Digital Editions ja nicht die einzige Lösung ist um EPUBs zu lesen und wir nicht denken, dass es sich lohnen würde, hier ein weiteres Konkurrenzangebot zu machen. Digital Editions mag zwar unbeliebt sein, aber es tut seinen Zweck. Im Augenblick ist es vor allem die Antwort auf das Bedürfnis Inhalte mit Adobe DRM darzustellen.

Adobe-DRM wird auch in euren EPUBs angewendet. Ist das eine zufriedenstellende Lösung?

Joscha Bach: Ich persönlich bin eher skeptisch, was die ökonomische Fähigkeit von Adobe DRM angeht. Sicherlich ist es eine Lösung, die gemessen an dem was technisch machbar ist, sehr weit vorne ist. Aber DRM an sich ist ein Problem. Dazu gehört vor allem, dass das Dokument an bestimmte Geräte gebunden wird. Diese Dokumente leben nun aber wahrscheinlich länger für den Kunden, als es dieses Gerät tut.

Für uns manifestiert sich das als ein Supportproblem. Das heißt, für so und so viele Dokumente mit Adobe DRM die wir verkaufen, haben wir so und so viele Kunden, die bei uns anrufen, weil sie Probleme damit haben, die durch das DRM bedingt sind. So ist etwa eine häufige Frage: „Ich habe hier dieses Dokument gekauft. Wie bringe ich es jetzt dazu, dass es auf meinem Gerät funktioniert?“.  Und dann geht es los: Wo gibt man die Adobe ID ein? Was ist eine Adobe ID? Wie ordnet man Dokumente der Adobe ID zu? Was wird da genau übertragen? Und so weiter. Es passieren also eine Reihe ziemlich hässlicher Sachen, bei denen man den Käufern erst einmal erklären muss, wie alles funktioniert.

Als Kunde bedenkt man nicht immer, dass dieses Erklären natürlich Geld kostet, weil wir jemanden bezahlen müssen, der das erledigt. Wenn man dann ökonomisch prüft, stellt man fest, dass man hier schnell mehr Geld ausgeben kann, als man mit dem Verkauf der Dokumente verdienen kann. Deshalb glaube ich nicht, dass die derzeitigen DRM-Technologien, die noch so supportbedürftig sind, auf Dauer für ein Unternehmen funktionieren. Da muss sich dringend etwas ändern.

Das ganze Interview lesen…

“Connected Reading”:
Video zur Präsentation von Christophe Maire auf der TEDx Berlin

26. Februar 2010 Manuel Medicus Keine Kommentare

Als kleinen Nachtrag zum Interview mit txtr-CEO Christophe Maire gibt es heute noch eine Videoaufnahme seiner Präsentation auf der TEDx in Berlin (Technology, Entertainment, Design), auf die ich bei YouTube gestoßen bin. Der Vortrag unter dem Titel “Connected Reading” ist zwar bereits einige Monate alt (November 2009), hat aber an Aktualität nichts verloren. Thematisch setzt sich die englische Präsentation mit der Entwicklung des digitalen, vernetzten Lesens und deren möglichen Auswirkungen auf das Papierbuch sowie die Gesellschaft im Ganzen auseinander:

Amazon kindle jetzt auch in Deutschland – Worst-Case oder Best-Case für txtr?

7. Oktober 2009 Manuel Medicus 7 Kommentare

Das vermeintliche Worst-Case-Szenario für txtr ist eingetreten: Wie Amazon heute bekannt gab, wird das Unternehmen sein digitales Lesegerät kindle ab dem 19. Oktober, also direkt einen Tag nach der Frankfurter Buchmesse, in über 100 Ländern anbieten, darunter auch in Deutschland.

Der Amazon kindle wird ab 19. Oktober in über 100 Ländern verfügbar sein.

Der Amazon kindle kann ab sofort für 279 $ auf amazon.com vorbestellt werden (funktioniert auch mit amazon.de Account), was umgerechnet äußerst günstige 189 € (+ Zoll?) ergeben würde (Update: Laut SpiegelOnline landet man inkl. Versand und Einfuhrumsatzsteuer bei nicht mehr ganz  so günstigen 297 Euro). Die internationale Version des kindle wartet mit einem 6″-eInk-Display auf. Zur Verbindung ins Netz dienen UMTS, Edge, GPRS und WLAN. Für den drahtlosen Zugang ins Netz ist Amazon eine Kooperation mit AT & T eingegangen, die über ihre Roaming-Partner für die Whispernet-Verbindung außerhalb der USA sorgen wird.

Interessant wird es in Punkto eBooks: Deutsche eBooks sind für den kindle bisher nicht verfügbar. Eine Ausnahme bei deutschsprachigem Content im Kindle Store bilden bisher die ePaper von Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wirtschaftswoche und Handelsblatt. Daher wird der Kindle (sollten nicht bald Verträge mit deutschen Verlägen folgen) erstmal vor allem für Freunde englisprachiger Literatur interessant werden, denn im Gegenteil zu deutschen Büchern, die aufgrund der Buchpreisbindung auch digital fixe Preise haben, bietet Amazon zahlreiche digitale Bestseller weitaus günstiger an, als ihre gedruckten Varianten.

Worst-Case oder Best-Case für txtr?

Die internationale Verfügbarkeit des Amazon kindle wird für Furore sorgen, vor allem in Großbritannien, wo das große englischsprachige Angebot auf die entsprechende Nutzerschaft stößt. Aber auch hier in Deutschland wird sich einiges tun. Der kindle stellt dabei, meiner Meinung nach, jedoch keine Revolution dar, sondern vielmehr eine Art Katalysator, denn er heizt den Konkurrenzkampf, der bisher vor allem in den USA stattfand, auch hierzulande an.

Der txtr reader ist dabei natürlich dank dem ähnlichen Konzept einer engen Verknüpfung zwischen eReader und eBook-Store der direkte Konkurrent. Muss sich txtr daher jetzt Sorgen machen, was ihre Marktchancen angeht?

Meiner Meinung nach, nein. Im Gegenteil: Ersteinmal wird durch den kindle in Deutschland der Durchbruch von digitalen Lesegeräten enorm beschleunigt, wovon natürlich auch die Mitbewerber profitieren werden. Zweitens ist Amazons geschlossenes Konzept eindeutig dem des txtr readers unterlegen – beachtet man die Affinität deutscher Verbraucher gegenüber derartigen offenen Lösungsansetzen (etwa beim Erfolg von Firefox oder auch Linux), ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Nicht zuletzt ist es eine Frage der Inhalte: Während Amazon bis jetzt hauptsächlich auf englischsprachige Texte bauen kann, bietet txtr bereits jetzt mehrere tausend deutsche eBooks in seinem Store an. Dazu kommt die größere Flexibilität, was die nutzbaren Dateiformate angeht.

Über den Erfolg von txtr und Amazon werden aber nicht zuletzt die Preismodelle sorgen. Während txtr sein Modell am 14. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen wird, setzt Amazon die Preislatte bereits jetzt sehr niedrig an: Ein 6″-eReader mit UMTS und WLAN und 2 GB internem Speicher für 189 € stellt eine echte Verlockung dar. Für unterwegs gekaufte eBooks fallen keine Kosten für die Datenverbindung an, private Inhalte können per Mobilfunk für 99 Cent / Megabyte auf das eigene Geräte übertragen werden.

Als Verbraucher kann man sich über Amazons Ankündigung nur freuen, denn der Konkurrenzkampf wird die Preise senken und gleichzeitig die Angebote verbessern. Sehr gespannt sein darf man jetzt auf die Frankfurter Buchmesse und die Reaktion der deutschen Zeitungs- und Verlagsbranche.

(via Amazon | golem | mobileread)

Wie werden wir in Zukunft lesen?

22. September 2009 Manuel Medicus Keine Kommentare

Die Frage, wie wir in einigen Jahren lesen werden,  hat sich der französische Verlag editis gestellt und präsentiert in einem Videoclip gleich eine passende Zukunftsvision als mögliche Antwort (Hinweis: Die erste Minute gibt es nur einen schwarzen Bildschirm zu sehen -  das Video beginnt bei 0:48. Die Dialoge sind auf Französisch mit englischen Untertiteln):

Eines ist klar: Für einen Printverlag ist das eine ziemlich fortschrittliche Vision. Gleichzeitig analysiert man die aktuelle Situation wirklich sehr treffend: Bei der derzeitigen technischen Entwicklung scheint ein Durchbruch digitaler Lesegeräte nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Dem gegenüber steht die Sicherheit, dass gedruckte Bücher auf Papier auch auf Dauer nicht aus den Regalen verschwinden werden.

An dieser Stelle ist es natürlich interessant zu fragen: Wie schneidet der txtr reader gegenüber dieser Zukunftsvision ab?

Überall zugängliche Inhalte werden dank WLAN- und Mobilfunkchip kein Problem sein – natürlich auch innerhalb eines Buchladens nicht. Der Unterschied: Der Betreiber des Ladens verdient dabei bisher nichts – trotz etwaiger guter Beratung. Ebenso umsetzbar sind etwa die Audiofunktion, die Darstellung von Reiseführern oder der Austausch von Dokumenten zwischen zwei Geräten – sogar der Anschluss einer Bluetooth-Tastatur.

Vieles ist dann aber doch technische Zukunftsmusik: Der txtr reader kann weder mit einem touchfähigen Farbdisplay aufwarten, noch enthält er einen GPS-Sensor oder will ein vollfunktionsfähiger tragbarer Computer sein. Wobei letzterer Punkt natürlich auch als Vorteil gesehen werden kann.

Auf jeden Fall wird die Entwicklung des Lesens in den nächsten Jahren sehr spannend zu verfolgen sein. Und womit das Video sicherlich recht hatte: Wie auch immer die Zukunft des Zugangs aussehen mag, die Inhalte werden grundsätzlich die gleichen bleiben.

(via Epublishers Weekly)

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