Der World Mobile Congress in Barcelona scheint dieses Jahr ganz im Zeichen der App Stores zu stehen. Nokia und Intel haben heute angekündigt, für die neue geräteübergreifende MeeGo-Plattform Programme über die hauseigenen App Stores (Ovi Store bzw. App Up) anzubieten. Zuvor hatten bereits 24 Mobilfunkanbieter, darunter unter anderem AT&T, Telefonica und Vodafone, die Gründung der Wholesale Applications Community vermeldet mit dem Ziel eine offene App-Plattform für Mobilfunkgeräte zu etablieren.
Soeben hat nun auch txtr per Pressemitteilung bekannt gegeben, einen eigenen App Store für sein Lesegerät anbieten zu wollen. Damit soll es Entwicklern möglich sein, die Offenheit des txtr Readers auszunützen und eigens erstellte Anwendungen zu verkaufen. Bereits vor einigen Wochen hatte Amazon für den Kindle ebenfalls einen App Store angekündigt.
Der Zugriff auf den App Store soll direkt über das Gerät via Mobilfunk möglich sein. In der Anfagsphase ist dafür die Developer-Plattform vorgesehen, später soll der Download direkt über den txtr Store erfolgen. Weitere Informationen zu SDK und API sind auf developer.txtr.com zugänglich – Informationen zum App Store fehlen hier derzeit noch.
Durch die fehlende Tastatur bzw. den fehlenden Touchscreen sind die Möglichkeiten für Apps, verglichen mit Smartphones oder dem Konkurrenten Kindle von Amazon, beim txtr Reader begrenzt. Gerade von der Community gewünschte, aber nicht von txtr implementierte Funktionen, wie ein simpler Mail-Client, direkte RSS-Feeds oder ein Tool zur BlueTooth-Synchronisation könnten so von externen Entwicklern für ein entsprechendes Entgelt bereitgestellt werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Resonanz von Developerseite ausfällt.
Nicht einmal mehr einen Monat dauert es, bis die ersten txtr Reader ihr glücklichen Besitzer finden – vorausgesetzt es bleibt bei den angekündigten Lieferterminen. Kein Wunder also, dass sich bereits interessierte Entwickler mit den Möglichkeiten von txtr.com und dem txtr Reader auseinandersetzen.
Leider gibt es bisher kein offizielles Forum, über das sich Developer untereinander vernetzen und austauschen können. Txtr hat angedeutet, dass dies jedoch bald nachgeholt werden soll.
Bis es soweit ist, lässt sich das txtrWiki als Zwischenlösung nutzen. Auf Initiative von Daniel wurde dort bereits eine Diskussion ins Leben gerufen, vor allem um zu verhindern, dass sich verschiedene Entwickler parallel die gleiche Arbeit machen. Es mangelt nicht an guten Ideen und die ersten interessanten Projekte wurden auch schon begonnen.
Für alle Interessenten hier die wichtigsten Wiki-Links für Developer im Überblick:
Hier folgt Teil 2 des Interviews mit txtr-Mitgründer Ronnie Vuine auf der Frankfurter Buchmesse. Während es im ersten Teil um txtr und den txtr Reader ging, stehen diesmal die Themen Developer und txtr.com im Mittelpunkt:
Warum habt ihr nicht Android als Betriebssystem gewählt, das wäre doch für die Entwickler bestimmt attraktiver gewesen?

Ronnie Vuine: Dazu muss man wissen, dass es eine ganz eine Zeit lang dauert, ein derartiges Gerät zu entwickeln. Als wir die Entscheidung über das Betriebssystem getroffen haben, war Android gerade angekündigt. Wir haben uns alles sehr gut angeschaut und dann festgestellt, dass es überhaupt nicht komplett offen war. Es gab wesentliche Teile von Android, die damals nicht Open Source waren und es glaube ich in Teilen immer noch nicht sind, auf die wir aber den Zugriff gebraucht hätten, weil Android für TFT-Bildschirme gedacht ist und nicht für Displays wie eInk, die Partial Updaten müssen. Um zum Ziel zu kommen, hätten wir also auf Teufel komm raus an Android vorbei wieder Zusätze programmieren müssen – die dann auch nicht funktioniert hätten, wenn man normale Applications installiert hätte. Daher haben wir uns für etwas eigenes entschieden. Das heißt aber nicht, dass das für immer so bleiben muss. Android ist mit Sicherheit eine interessante Plattform, die wir auch sehr gern mögen.
Könnte man Android rein theoretisch auf dem txtr Reader installieren?
Ronnie Vuine: Klar, wenn man ein Crack ist, kann das gehen. Man könnte auch OpenInkpot oder wenn man ganz wild ist Windows CE darauf installieren. Es gibt ein leichtes Verfahren, wie das Gerät von der SD-Karte bootet. Man müsste sich entsprechend eine SD-Karte basteln und die entsprechenden Kernel hinkriegen.
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