Wirtschaftswoche: txtr kooperiert mit Asus
Wie die Wirtschaftswoche in einem Exklusivbeitrag berichtet, werden txtr und Asus auf der Internationalen Funkausstellung 2010 in Berlin (3.-8. September) eine Partnerschaft verkünden. Demnach wird txtr für den taiwanischen Hardware-Hersteller einen gebrandeten eBook Shop betreiben. Noch im Mai diesen Jahres hatte das Unternehmen eine Kooperation mit dem txtr-Konkurrenten Amazon.com verkündet und eigene Note- und Netbooks mit vorinstallierter “Kindle-for-PC”-Software ausgestattet
Für welche Endgeräte Asus nun sein eigenes eBook-Angebot schnürt, wird in Details wohl erst zur IFA bekannt gegeben werden. In jedem Fall aber dürften kommende Tablet-PCs und der zur Cebit vorgestellte eBook Reader Asus DR900 (anvisierter Verkaufsstart 3. Quartal 2010) den Shop als On-Device-Lösung integrieren. Bereits im Herbst diesen Jahres soll das Angebot laut Wirtschaftswoche in Deutschland, Spanien, Großbritannien und den Niederlanden verfügbar sein. Weitere Markteinführungen in Europa sind geplant, ein späterer weltweiter Launch wird nicht ausgeschlossen. Bisher können im txtr Store nur Besitzer einer deutschen Kreditkarte auf Einkaufstour gehen. Man darf gespannt sein, ob die Zusammenarbeit auch die kostenlosen Inhalte von txtr.com umfassen wird.
Bald weitere Partner?
Die Kooperation stellt für txtr einen wichtigen Schritt dar. Mit Asus kann man für die eigene White-Label-Lösung erstmals einen international namhaften Partner präsentieren. Gelingt eine erfolgreiche Umsetzung des gebrandeten Shopsystems, könnte das Beispiel Schule machen und bald andere Hardware-Hersteller anlocken, die ihre vernetzten Lesegeräte ebenfalls mit integrierten eBook-Shop-Lösungen austatten wollen, aber kein Interesse daran haben, sich selbst in Verhandlungen mit Verlagen und Mobilfunkanbietern zu engagieren.
So bestätigte txtr-CEO Christophe Maire gegenüber der Wirtschaftswoche auch, dass bereits Verhandlungen mit weiteren Partnern im Gange sind. Nachdem seit Monaten keine Neuigkeiten über den txtr Reader an die Öffentlichkeit gelangt sind, könnte es also gut sein, dass der eBook Shop der Berliner in gebrandeter Form schon bald auf den Lesegeräten fremder Hersteller zu finden sein wird, noch bevor man den eigenen eReader auf den Markt gebracht hat.
Und der txtr Reader?
Diese Ankündigung öffnet natürlich den Raum für Spekulationen über das Erscheinen des txtr Readers. Vielleicht liegen die Gründe für die Verzögerung des schon vielfach zu Vaporware erklärten Geräts in den hinter verschlossenen Türen geführten Verhandlungen mit anderen Herstellern: Zum einen dürfte die Kooperation mit Hardware-Partnern viele Entwicklerresourcen binden, zum anderen überlässt txtr auf diese Weise den anderen Herstellern das Risiko, sich auf dem derzeit schwierigen und heiß umkämpften Markt zu behaupten – und bekommt trotzdem sein Stück vom Kuchen.
War es Zufall, dass der txtr Reader trotz der “gelösten Produktionsprobleme” im Frühjahr 2010 nicht auf den Markt kam – also genau dann, als laut Christoph Maire die Verhandlungen mit Asus begonnen hatten? Bedeutet die Kooperation mit Asus nun das Ende für das eigene Projekt txtr Reader?
Meiner Einschätzung nach nicht: Solange sich eInk-basierte Lesegeräte weiterhin neben der vom iPad angestoßenen Tablet-Welle behaupten, haben die Berliner auch weiterhin die Möglichkeit mit dem eigenen eBook Reader interessierte Käufer zu finden. Inwieweit dann jedoch noch Preis, Hard- und Software mit den bisherigen Angaben übereinstimmen werden, bleibt abzuwarten.












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