Ankündigungen in Barcelona – Eindrücke aus Berlin
Am Montag startet in Barcelona der Mobile World Congress, die größte Messe der Mobilfunkbranche. Auch txtr wird dort in Kooperation mit Fjord vertreten sein – neben den Verlagen gehören die Mobilfunkanbieter ja zu den zentralen Partnern der Berliner.
Die neuen Design-Impulse von Fjord, die bereits für das neue txtr Logo verantwortlich zeichnen, sind auch auf den neuen Corporate-Seiten (http://corporate.txtr.com) zu sehen. Die Auslagerung dieses Bereichs, der zuvor in die Präsentationsseite des txtr Readers integriert war, zeigt die große Bedeutung des Großkunden-Geschäfts mit White-Label-Lösungen für txtr. Aber auch einige interessante Details treten hier zu Tage: So stellt txtr unter Service Solutions etwa eine Unterstützung von Lesegeräten anderer Hersteller in Aussicht, namentlich dem Netronix E90800 und dem ASUS DR-950.
Wie txtr im offiziellen Blog schreibt, ist in Barcelona außerdem mit einer offiziellen Ankündigung zusammen mit Fjord zu rechnen:
We will demonstrate our online platform, services and applications, and we will bring a bunch of txtr Readers along. Also, there are a some recent developments we would like to announce.
Laut Pressemeldung wird es am Mittwoch, 18. Februar, um 17h eine entsprechende Präsentation geben (Halle 1, Stand E19).
Eindrücke vom Prototypen
Höchste Zeit also, die ersten Ergebnisse meines Besuchs bei txtr in Berlin zu präsentieren. Da stehen sich erst einmal eine gute und eine schlechte Nachricht gegenüber: Die gute Nachricht ist, dass txtr die Produktionsprobleme in China laut eigener Aussage in den Griff bekommen hat – die schlechte Nachricht ist, dass der Releasetermin weiter bei einem unbestimmten “When it’s done” bleibt. Eine Edition des txtr Readers inklusive WLAN-Modul in der Zukunft wird weiterhin nicht ausgeschlossen, festlegen will man sich aber noch nicht.
Die Verzögerungen bei der Hardware geben natürlich auch die Möglichkeit, mehr Zeit in die Optimierung der Software zu stecken. In Berlin hatte ich die Möglichkeit, einen der aktuellen Prototypen (!) anzutesten, und konnte mich so von der verbesserten Touchpad-Bedienung überzeugen. Auf der Frankfurter Buchmesse hatte sich diese als gewöhnungsbedürftig herausgestellt. Nach der Überarbeitung ist das Navigieren durch die Menüs nun intuitiver und für neue Benutzer leichter zu handhaben.
Der txtr Reader macht sonst einen soliden Eindruck. Er liegt – gerade für ein 6″-Gerät – angenehm in der Hand und lässt sich dank Lagesensor beliebig mit links oder rechts bedienen. Das Umblättern funktioniert sehr schnell, wobei auf dem Prototypen noch vereinzelt Artefakte in Form von Seitenrückständen zu beobachten sind. Es bleibt abzuwarten, wie die Darstellung bei den finalen Geräten sein wird. Die bei der Frankfurter Buchmesse teilweise monierten breiten weißen Ränder scheinen verschwunden.
Beim Navigieren fällt die übersichtliche Menüstruktur, die gut an die Touchpad-Bedienung angeppasst ist, und sich in etwa mit dem iPod Classic vergleichen lässt. Sowohl der Zugriff auf den txtr Store als auch auf eigene Ordner und Dokumente auf txtr.com klappte problemlos und ohne übermäßige Wartezeit. Bei der Darstellung der Texte kann man derzeit aus drei Größenstufen wählen: Small, Medium und Large. Eine Such- oder Notizfunktion war mangels Bildschirmtastatur noch nicht integriert.
Interviews folgen
Weitere Details werden in der nächsten Woche folgen, wenn die ersten der insgesamt fünf Interviews online gehen. Als Gesprächspartner standen mir freundlicherweise Christophe Maire (CEO), Andreas Steinhauser (CTO), Ulrik Deichsel (Business Development), Joscha Bach (Content) und Birte Huizing (Produktmanagement und Social Media) zur Verfügung. Das Ergebnis sind über zwei Stunden Audio-Material, die derzeit “vertextet” werden. Für Neuigkeiten ist nächste Woche also gesorgt – ob aus Barcelona oder Berlin.












Es ist ja schön, wenn es vorangeht. Wenn ich aber lese, wörtliches Zitat: “wobei auf dem Prototypen noch vereinzelt Artefakte in Form von Seitenrückständen zu beobachten sind”, dann kann mir als Verbraucher die Galle hochkommen. Das heißt doch nichts anderes, als dass die Firma txtr uns in den vergangenen Wochen und Monaten Lügenmärchen aufgetischt hat. Nicht Produktionsstockungen in China sind Grund der Lieferverzögerungen, sondern die Systemsoftware des Produkts ist immer noch nicht fertig! Und nicht “wenige” Geräte wurden ausgeliefert, sondern garkeine. Auch c’t bekam keines zum Test, kann man dort unter dem Datum des 15.01.2010 nachlesen.
Was soll man dieser Firma eigentlich noch glauben? Ich verlange ja nicht, dass txtr alle internen Probleme vor der Öffentlichkeit ausbreitet. Ich will als Kunde aber auch nicht belogen werden, sonst ist das Vertrauen in die Seriosität des Anbieters dahin.
Wie gesagt das von mir gesehene Gerät ist ein Prototyp gewesen mit einer aktuellen Entwickler-Firmware – keinem Stable Build. Wirkliche Tests sind erst mit den Verkaufsversionen möglich – und bevor die nicht in greifbarer Nähe sind werden, denke ich, auch PC-Zeitschriften & Co. keine Testexemplare erhalten. Jetzt wegen einigen Artefakten gleich auf eine unfertige Systemsoftware zu schließen halte ich für zu weit gegriffen. Bei den Developer-Builds funktionieren manche Funktionalitäten manchmal besser, manchmal schlechter. Auf der Frankfurter Buchmesse funktionierte auf den aktuellen Builds beispielweise das Accelerometer nicht.
Zuletzt ist txtr mit den Lieferverzögerungen sehr offen umgegangen – da kann man sich denke ich nicht beschweren. Ihnen jetzt aufgrund ihrer anfänglichen Kommunikationsprobleme gänzlich jegliche Glaubhaftigkeit abzusprechen, halte ich für übertrieben. Fakt ist natürlich, dass die Verzögerung bei der Hardware natürlich auch der Software mehr Zeit zum Reifen gibt. Ich denke das Hauptproblem war, dass man zulange an einem unrealistischen Releasetermin festgehalten hat und dann die Entscheidung, den Release zu verschieben, den Interessenten nicht klar kommuniziert hat. Diese Kommunikationsfehler muss man ihnen ankreiden.
Entschuldigung, aber das ist lachhaft und zutiefst unprofessionell. Wenn die Firma fertige Software hätte, dann würde sie die angesichts eines Interviewtermins vorzeigen, und nicht ein Developer Build mit Macken in der Displaydarstellung. Es gibt immer (mindestens) zwei Versionen, eine funktionierende mit stabilen Features, und die aktuelle Entwicklung. Gegenüber Außenstehenden weiß man das klar zu unterscheiden, alles andere wäre Bastelbude. Zufälligerweise habe ich langjährige Industrieerfahrung. Man lernt ja immer dazu, aber sowas habe ich einfach noch nicht erlebt, nichtmal vor zwanzig Jahren bei irgendwelchen Garagenfirmen.
Dass die versuchen dich einzuseifen ist nachvollziehbar, dass du es mit dir machen lässt, eine andere Sache. Du verharmlost da ein paar Tatsachen. Von offenem Umgang kann keine Rede sein. Kritische Nachfragen und Kommentare haben sie in ihrem eigenen Blog gelöscht. Nach dem Desaster haben sie eine PR-Tante, die jetzt für Ordnung sorgt und ein paar Infohappen an Leute wie dich rausgibt, die Wohlverhalten zeigen. Was die sich bisher erlaubt haben, war eine Frechheit ohnegleichen und in der Branche macht man sich über diese Schwachköpfe zurecht lustig.
Ich würde nicht so weit gehen von “Schwachköpfen” zu reden – aber daß sich txtr, wenn man es vorsichtig ausdrücken will, ungeschickt verhalten wird wohl niemand bestreiten. Und auch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß nicht nur die Hardwareprobleme zu den Verzögerungen geführt haben.
Oder anders ausgedrückt: hätten sie keine Produktionsprobleme gehabt, wäre denen der Reader heftig um die Ohren gehauen worden, da die Software ja wohl weit entfernt davon ist, produktionsreif zu sein. Da kann ich meinen Rednern nur zustimmen: für Präsentationen wird IMMER die Version verwendet, die optisch den besten Eindruck macht – gerne auch mit weniger Features oder einigen “Fakes” (statische Inhalte, wo eigentich dynamische sein sollten etc.), diese dann aber stabil.
Naja, mir ist es sowieso egal, da txtr mich als Kunden schon im Dezember verloren hat. Und diese Entscheidung hat txtr in den letzten Wochen immer wieder bestätigt. So gerne ich die Berliner unterstützt hätte: sie sind zu spät, bieten zu wenig und das auch noch für zu viel Geld
@dirk: Keine Frage, es war ein großer Fehler, ein festes Lieferdatum anzukündigen, bevor nicht alle denkbaren Schwierigkeiten bei der Produktion gelöst waren und Reader zum Versand bereitlagen. Wir haben damit eine ganze Menge Interessenten sehr enttäuscht. Kritik an txtr ist sicher völlig angemessen.
Das stimmt so nicht. In unserem eigenen Blog kommentieren wir aktuelle Entwicklungen bei txtr, und gelegentlich stellen wir auch unsere persönliche Sicht auf Entwicklungen auf dem eBook-Markt dar. Wir löschen keine kritischen Nachfragen und Kommentare, nachdem sie veröffentlicht sind.
Alle Kommentare durchlaufen jedoch im Interesse eines zivilisierten Miteinanders eine Moderationswarteschlange. Die Policy ist ganz einfach: Inhaltliche Kritik an txtr oder unseren Produkten ist ok, persönliche Anwürfe gegen die Moderatoren oder Beschimpfungen sind es nicht. Unser Blog ist sicher nicht der richtige Ort, sich gegenseitig der “Schwachköpfigkeit” oder dergleichen zu bezichtigen.
Ich möchte da Herrn Joscha von txtr DEUTLICH widersprechen: wer Kunden wissentlich BELÜGT, darf sich hinterher nicht über Beschimpfungen wundern und auf politische Korrektheit pochen. Das haben sich die Herren und die Dame von txtr leider gründlich verscherzt.
Und richtig ist auch die Aussage, dass kritische Kommentare gelöscht wurden, auch nach Veröffentlichung. Einige Tatsachen wollte man bei txtr denn doch lieber der Öffentlichkeit vorenthalten, z. B. Verweise auf peinliche frühere Auftritte der neuen Public-Relations-Dame. Das kann man ja durchaus verstehen, dann soll man aber nicht schon wieder lügen und behaupten, man hätte nicht gelöscht. Man HAT gelöscht!
Vielleicht wäre ein Blick über den Tellerrand des Berliner Mikrokosmos mal ganz gut, z. B. zur Firma Toyota? Da hat sich die oberste Firmenleitung genötigt gefühlt, sich bei Ihren Kunden ganz offiziell zu entschuldigen, mit tiefer Verbeugung. Statt der tiefen Verbeugung sehe ich bei txtr weiterhin eher Hochnäsigkeit. Und absolute Unfähigkeit, auch nach monatelangem Desaster mal etwas zur Produktverfügbarkeit zu sagen. Das ist schon heftig und spricht für völliges Versagen der verantwortlichen Personen. Das mit dem griffigen Begriff “Schwachköpfe” zu belegen ist dann schon nachvollziehbar, auch wenn ich persönlich mir öffentlich natürlich niemals eine solche Wortwahl zu eigen machen würde.
@FR: Wie gesagt, es tut uns leid, dass wir Ihnen noch keinen Reader liefern konnten, und wir haben Verständnis für die Enttäuschung. Wir waren im Dezember auch sehr enttäuscht von uns.
Nein, niemand hat ein verbrieftes Recht, in unserem Blog ein Tourettesyndrom auszuleben. Die Mitarbeiter, die da beschimpft werden, sind an der Misere unschuldig. Entsprechende persönliche Angriffe waren der Grund, das Moderationssystem einzuführen. Ist das so schwer nachvollziehbar?
Ersichtlich unbelehrbar, der Herr. Berliner Überheblichkeit halt, gelegentlich vornehm als “Berliner Schnauze” verklärt, in Wahrheit aber simpel anmaßend und unverschämt. Da ich sehr genau weiß, welcher Beitrag von mir nachträglich GELÖSCHT wurde, erlaube ich mir zu dem Thema nun mal sehr sachlich eine abweichende Meinung. Und zur Frage der Professionalität der Entwicklung erlaube ich mir auch, und zwar fachlich sehr begründet, eine abweichende Meinung. Da bin ich nicht der einzige, der zu diesem Thema schon klare Worte gebraucht hat. Mit Enttäuschung hat das nichts zu tun (ich sprach nicht von Enttäuschung, sondern von LÜGEN, Plural, mehrere, viele, und diese bestehen weiter!), es sei denn mit der allgemeinen Enttäuschung, dass deutsche Firmen immer mehr Kompetenz an fernöstliche Anbeiter verlieren.
Ach, Herr Joscha, Sie hätten Politiker werden sollen. Sie dementieren Behauptungen, die keiner aufgestellt hat und weichen damit Einlassungen zur Sache aus. Ich habe weder gefordert, dass man in Ihrem Blog Beschimpfungen veröffentlichen soll noch, dass man dort ein Tourettesyndrom ausleben können muss. Ich weiß nicht einmal, was das ist und wer es hat. Sie vielleicht?
Mein Gott ist das armselig. Also ich habe niemanden beschimpft, sondern meine Meinung gesagt und Fragen gestellt. Das wurde nicht veröffentlicht, weil es natürlich unbequem ist. Ein Tourettesyndrom habe ich nicht, aber ein feines Gespür, für (wie mein Vorredner schon schrub) die spezielle Art Berliner Überheblichkeit, insbesondere in Jungunternehmerkreisen.
Aber egal, macht, schreibt, sperrt was ihr wollt. Am Ende entscheidet der Markt.
Ich weiß nicht ob diese Diskussion zu etwas führt. Beide Seiten haben zum Teil recht und unrecht. txtr hat sicherlich bei der Kommunikation mit den Kunden Fehler gemacht, die dann eben jene ausufernden Kommentare im offiziellen Blog nach sich gezogen haben. Ich habe einige der Kommentare gesehen, bevor sie gelöscht wurden, und kann sehr gut verstehen, warum txtr hier reagiert hat und reagieren musste.
Ob nun Kommentare gelöscht bzw. nicht freigeschalten wurden, die es nicht hätten werden müssen, kann ich nicht beurteilen. Meine Erfahrung ist aber, dass etwa im offiziellen Forum die Kritik durchaus geduldet wird.
Zum Thema offener Umgang: Klar wünsche ich mir als Konsument, dass txtr möglichst alle Informationen zu Verfügbarkeit, Produktion und Qualität ihres Lesegerätes offenlegt, auf alle Fragen antwortet etc. Aus Unternehmenssicht wäre das bei einem reinen Consumer-Fokus wohl auch möglich. Durch die B2B-Sparte von txtr muss aber vieles erst mit entsprechenden Partnern abgeklärt werden, bevor es öffentlich kommuniziert wird – gerade wenn die Produkte noch nicht auf dem Markt sind. Am Anfang hat txtr in der Kommunikation mit den Interessenten deutliche Defizite gehabt – wie sie schon mehrfach angeprangert wurden. Mittlerweile hat sich die Lage aber normalisiert, soweit dies im Rahmen der Beschränkungen durch das B2B-Geschäft möglich ist. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung in der Kommunikation mit txtr.
Was ich nicht ganz verstehe ist die Motivation, mit der einige seit den Enttäuschungen im Dezember durchgehend “txtr-bashing” betreiben. Ich verstehe wenn viele enttäuscht wurden – bzw. immer noch werden, wenn sich die Auslieferung des Geräts weiter verzögert-, aber das hat teilweise übertriebene Züge angenommen. Kritik mag sicherlich angebracht sein, aber lediglich destruktive Kritik führt auf die Dauer zu nichts. Deswegen auch generell: Bleibt bitte sachlich und achtet auf die Angemessenheit eurer Beiträge.
Und bevor jetzt mir wieder vorgeworfen wird, ich sei “gekauft”:
Sicherlich habe ich durch mein Blog zu einem gewissen Grad eine gefärbte Brille auf – ich denke das lässt sich schwer vermeiden. Wäre ich nicht von vornherein von dem Potential von txtr überzeugt gewesen, dann hätte ich das Blog erst gar nicht begonnen. Ein “bezahlter Schreiberling” bin ich deswegen aber noch lange nicht. Ich bemühe mich stets, die konstruktive, berechtigte Kritik an txtr ebenso in meine Artikel mit einfließen zu lassen, wie auch Wünsche und Fragen aus der Leserschaft zu berücksichtigen. Und ja: Ich bin kein Profi – deswegen betreibe ich dieses Blog ja auch: Um neue Erfahrungen zu sammeln. Ich freue mich daher auch weiterhin über eure Kritik, Anregungen und Kommentare und versuche dazuzulernen.
Um jetzt nochmal zum Beginn meines Kommentars zu kommen: Ich denke, insgesamt ist die Diskussion – die sich ja immer mehr an txtr direkt richtet und sich nicht mehr nur um Kommentare zum Artikel dreht – im offiziellen Forum von txtr besser aufgehoben. Dort könnte sie auch komfortabler geführt werden.
Dann bleibt noch zu sagen: Danke für eure Kommentare und danke auch an Joscha von txtr, dass er sich hier von sich aus die Zeit genommen hat, zu den Kommentaren Stellung zu beziehen. Das finde ich sehr begrüßenswert.
“Mittlerweile hat sich die Lage aber normalisiert, soweit dies im Rahmen der Beschränkungen durch das B2B-Geschäft möglich ist.”
Äh, soweit mir erinnerlich, hatte txtr als ersten Schritt B2C angekündigt, und erst später B2B. Kennt die Firma ihr eigenes Geschäftsmodell nicht? Und warum dann die breitgewalzten Storys über Fertigungsprobleme in China, überzeugt man damit Businesspartner von der Qualität des Produkts?
War es nicht so, dass du BWL o. ä. studierst? Da ist txtr sicherlich ein interessantes Beispiel, zur Abschreckung. Weitere Empfehlung zu diesem Thema: Cherrypal Africa.
Übrigens siehst du es falsch, wenn du glaubst, hier fände Bashing statt. Hier entsteht Literatur, Realsatire.
Der Hinweis aufs offizielle Forum ist aus bekannten Gründen ein guter Witz! Deine Frage nach dem Grund für das “durchgehende” txtr-Bashing ist lustig. Mein Gott, es sind nur ein paar Leute, also was ist daran “durchgehend”. Zu Loben gibt es ja nichts, also sind die Meckerer lauter zu hören, so einfach ist das. Und weil das so ist, lockert dieses Unternehmen sein eigenes Forum noch mit ein paar Jubelpersern auf. Aber das wurde natürlich auch abgestritten.
Nur weil man B2C als ersten Schritt ankündigt, heißt das ja nicht, dass man deswegen nicht mehr an an gewisse Abmachungen im B2B-Bereich gebunden ist, oder? Klar sind die Fertigungsprobleme in China für Businesspartner eher verunsichernd – aber ich denke, da sind sie in der Branche nicht die einzigen, die ihre Releasetermine nicht einhalten können. Besser die Geräte kommen auf den Markt wenn auch die Qualität stimmt.
Nein, BWL nicht – ich studiere Spanisch, Geschichte und Amerikanistik (M.A.). Vom “fachlichen” Background nähere ich mich dem Thema Lesen also eher als “Literaturwissenschaftler”. Wobei dazu eine persönliche Faszination für die Welt der Computer und Gadgets kommt. Vom ganzen Trara um B2B, strategische Partnerschaften etc. verstehe ich also fachlich nicht mehr als der Ottonormalbürger.
Literatur? Dann bin ich ja beruhigt und rege aus ästhetischen Gesichtspunkten die Versform an
Ich denke wenn dort ein ernstzunehmender Beitrag geschrieben wird, dann wird er auch beantwortet. Warum sonst sollte Joscha sich zudem die Zeit nehmen, hier zu kommentieren.
Mit “durchgehend” meine ich nicht die Masse an Leuten, sondern deren – meinem Eindruck nach – grundsätzlich destruktive Herangehensweise an jegliche Neuigkeit aus dem Hause txtr und ihre Ausdauer dabei, dies kundzutun. Man kann nicht verlangen, dass jeder von etwas begeistert ist – das meine ich damit nicht. Aber auf die Dauer ist es ermüdend, wenn alles nur auf Spott hinausläuft.
Für Satire hast du wohl kein Verständnis, schade, bei dem Anspruch als “Literaturwissenschaftler”. Da solltest du eigentlich aber wissen, dass das Prosa ist und die Versform eher unangebracht.
Aber ein fachlicher Nachtrag: die Satire geht auf den Seiten von Fa. txtr weiter. Die Informationen für Entwickler führen unter “Get to know the txtr.reader hardware ” immer noch auf:
“Wireless Interfaces – 2.4GHz Near Field Communication, Bluetooth Interface, EDGE Modem, WiFi 802.11bg Interface”.
Dafür gibt es unter “Device Software” garnichts. Wie soll man da Applikationen entwickeln? Das Ganze ist doch tragikomisch, die Diskrepanz zwischen Ankündigungen und Verfügbarkeit von realen Informationen wächst beständig und man gewinnt eher den Eindruck, die Entwicklungsabteilung habe die Firma inzwischen fluchtartig verlassen.
Die “developer news” bestehen einzig und allein aus der ergreifenden Mitteilung:
“Hello World ! Today https://developer.txtr.org was finally launched.”
Weißt du jetzt, was Realsatire ist?
Ich denke mein Verständnis für Satire reicht durchaus aus – gerade auch was die Anwendbarkeit des Begriffs über Prosa hinaus angeht. Aber wir wollen ja nicht über die Definition von Satire diskutieren.
Ich glaube eher wir reden da eher aneinander vorbei. Vielleicht hätte ich die “Ernsthaftigkeit” meiner Aussage mit einem Ironiemarker kennzeichnen müssen – ich dachte eigentlich der Zwinker-Smiley tut seinen Job. Wobei ich eine Satire auf txtr in Versform wirklich innovativ und lustig fände.
Klar verstehe ich die Realsatire, auf die du anspielst, und, ja, sie ist bei txtr wohl auch oftmals unweigerlich komisch – das will ich gar nicht absprechen. Mein Lieblingsbeispiel ist der Post im Blog von txtr zum Crunchpad. Für mich persönlich ist das Ganze im Moment aber wie ein Witz, den man mehrfach erzählt: Das erste Mal war er witzig, aber beim 10. Mal nicht mehr. Aber über Humor lässt sich ja bekanntlich streiten. In diesem Sinne: Ich freue mich weiterhin über eure Kommentare, in Form von (Real)satire oder nicht, – “mitspotten” werde ich jedoch nicht.
Hallo Manuel,
meine etwas provokativen Fragen im mobileread Forum mögest Du mir verzeihen, aber ich konnte nicht anders.
Die txtr GmbH hat sich in meinen Augen echt disqualifiziert.
Dafür folgende Argumente:
1. txtr hatte einen Bonus als H A R D W A R E – Lieferand aus D’.
Das haben sie mit ihren Kommunikationsdefiziten verspielt. Keiner hätte sie beachtet, wenn der txtr-Reader nicht in der versammelten Presse (vor allem bei der Hard- und Software affinitiven Clientel des Heise-Forums) angekündigt worden wäre. Eine Softwareentwicklung für Fremdhersteller (Apple) als AppStore wäre in der Masse untergegangen.
2. Die Vision vom “vernetzten Lesen”.
Grundsätzlich ist das eine visionäre Idee, aaaaber:
a) dazu muß ich eine entsprechende Plattform bieten.
txtr hat einen akzeptablen Start hingelegt, aaaaber:
die Rechtsunsicherheit, hervorgerufen durch die teilweise sau-schlecht formulierten (und im Einzelnen sogar rechtswidrigen) AGB bringt da keinen Mehrwert.
b) dazu muß man die gesamte vorhandene Produktpalette unterstützen.
Es gibt außer Apple noch andere Herstellen von Smartfones und andere Reader als das iPod, iPhone und den Kindle. Da fehlt mir eine Strategie.
s.a. Teil 2
Teil 2
c) dazu muss ich den entsprechenden Content bieten.
Bisher fehlen mir dazu ein überzeugendes Statement und eine herausragende Vereinbarung mit Verlegern/Rechteinhabern. Eine Plattform für Firstpublisher ist auf Grund der schwammigen und Publisher-Unfreundlichen AGB txtr definitiv nicht. Ich würde mich hüten auch nur ein Erstlingswerk oder auch nur irgentwie gearteten privaten Content auf txtr zu veröffentlichen. Selbst alle eigenen Dokumente sollte man der Plattform vorenthalten. Ansonsten ist ein langwieriger Urheberrechtsstreit vorprogrammiert.
d) dazu brauche ich eine Hard-/Software-, sowie Provider-/Netzwerkplatformunabhängige Strategie.
Eine Unterstützung der Apple-Hardware (Apps) und der beschnittenen wireless Technik (nur 2,5G) reicht nicht.
Ich könnte hier noch seitenweise fortfahren, ohne auf herabsetzende Kommentare zurückzugreifen, aber im Sinne einer gesitteten Diskussion lasse ich das lieber.
Die txtr GmbH hat sich für mich ausreichend disqualifiziert um auch nur irgendeines Nervenendes würdig zu sein.
Gruß
GHeim
@GHeim: Auf welche Punkte der AGB bezieht sich denn konkret die Kritik? Was genau ist “rechtswidrig”? Haben andere dazu auch schon was geschrieben, ich meine, in anderen Foren/E-Book-Plattformen, und hat txtr sich dazu geäußert?
Und eine allgemeine Nachfrage: die “txtr Community”, ist das alles, was txtr an Interaktivität bietet, oder verstehe ich da etwas falsch? Außer Manuel Medicus noch 91 weitere Mitglieder, davon ein Großteil (oder alle?) aus dem txtr-Branchenumfeld? Das ist ja völlig tote Hose, angesichts des Jubels, den größten deutschen E-Book-Shop zu unterhalten. Hab’ ich da was übersehen?
Bisher hält es sich mit den Interaktionsmöglichkeiten wirklich sehr in Grenzen – siehe dazu auch mein entsprechende konstruktive Kritik im letztjährigen Artikel “txtr.com – Eine Bestandsaufnahme” sowie die Frage im Interview mit Ronnie Vuine. Ich warte auch gespannt, wann sich da etwas tut.
Das mit den 92 Mitgliedern täuscht – es sind (deutlich) mehr. Probier einfach mal die Suche nach ein paar Buchstaben aus. Allein durch die iPhone App dürften in den letzten Wochen nochmal einige dazugekommen sein. Genaue Zahlen, wieviele es wirklich sind, gibt es meiner Auskunft nach nur für die Investoren.
Ich hab (als Nichtmitglied) einfach auf “Community” geklickt. Da werden 92 angezeigt. Aus der Erinnerung könnte ich behaupten, es sind heute die gleichen 92 Namen wie gestern. Projekt Gutenberg und Manuel Medicus sind jedenfalls immer noch dabei. Nach welchem Kriterium denn? Gestern war ein anderer Tag, und ich hatte ich eine andere IP, daran kann es also nicht liegen, dass man dem Benutzer eine Zufallsauswahl präsentiert. Für mich ist das rätselhaft.
Suche ich einfach nach “a” (auf die Idee bin ich gestern gar nicht gekommen, was soll man bei 92 Namen schon suchen), dann sind es plötzlich 1.000. Das sieht ja schon vertrauenerweckender aus. Das Problem ist wohl doch nicht die geringe Teilnehmerzahl, sondern eher die seltsame Softwareoberfläche. Daran sollte txtr wohl noch mal arbeiten, so als vertrauensbildende Maßnahme.
Meiner Erfahrung sind es immer die gleichen Beispielnutzer, die angezeigt werden. Wann txtr die Community-Seite überarbeitet, ist mir leider nicht bekannt. Für Feedback und Wünsche gibt es aber einen eigenen Bereich im offiziellen txtr-Forum – dort könntest du auch deine Anregungen zur Umgestaltung der Softwareoberfläche anbringen.