Amazon kindle jetzt auch in Deutschland – Worst-Case oder Best-Case für txtr?
Das vermeintliche Worst-Case-Szenario für txtr ist eingetreten: Wie Amazon heute bekannt gab, wird das Unternehmen sein digitales Lesegerät kindle ab dem 19. Oktober, also direkt einen Tag nach der Frankfurter Buchmesse, in über 100 Ländern anbieten, darunter auch in Deutschland.
Der Amazon kindle kann ab sofort für 279 $ auf amazon.com vorbestellt werden (funktioniert auch mit amazon.de Account), was umgerechnet äußerst günstige 189 € (+ Zoll?) ergeben würde (Update: Laut SpiegelOnline landet man inkl. Versand und Einfuhrumsatzsteuer bei nicht mehr ganz so günstigen 297 Euro). Die internationale Version des kindle wartet mit einem 6″-eInk-Display auf. Zur Verbindung ins Netz dienen UMTS, Edge, GPRS und WLAN. Für den drahtlosen Zugang ins Netz ist Amazon eine Kooperation mit AT & T eingegangen, die über ihre Roaming-Partner für die Whispernet-Verbindung außerhalb der USA sorgen wird.
Interessant wird es in Punkto eBooks: Deutsche eBooks sind für den kindle bisher nicht verfügbar. Eine Ausnahme bei deutschsprachigem Content im Kindle Store bilden bisher die ePaper von Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Wirtschaftswoche und Handelsblatt. Daher wird der Kindle (sollten nicht bald Verträge mit deutschen Verlägen folgen) erstmal vor allem für Freunde englisprachiger Literatur interessant werden, denn im Gegenteil zu deutschen Büchern, die aufgrund der Buchpreisbindung auch digital fixe Preise haben, bietet Amazon zahlreiche digitale Bestseller weitaus günstiger an, als ihre gedruckten Varianten.
Worst-Case oder Best-Case für txtr?
Die internationale Verfügbarkeit des Amazon kindle wird für Furore sorgen, vor allem in Großbritannien, wo das große englischsprachige Angebot auf die entsprechende Nutzerschaft stößt. Aber auch hier in Deutschland wird sich einiges tun. Der kindle stellt dabei, meiner Meinung nach, jedoch keine Revolution dar, sondern vielmehr eine Art Katalysator, denn er heizt den Konkurrenzkampf, der bisher vor allem in den USA stattfand, auch hierzulande an.
Der txtr reader ist dabei natürlich dank dem ähnlichen Konzept einer engen Verknüpfung zwischen eReader und eBook-Store der direkte Konkurrent. Muss sich txtr daher jetzt Sorgen machen, was ihre Marktchancen angeht?
Meiner Meinung nach, nein. Im Gegenteil: Ersteinmal wird durch den kindle in Deutschland der Durchbruch von digitalen Lesegeräten enorm beschleunigt, wovon natürlich auch die Mitbewerber profitieren werden. Zweitens ist Amazons geschlossenes Konzept eindeutig dem des txtr readers unterlegen – beachtet man die Affinität deutscher Verbraucher gegenüber derartigen offenen Lösungsansetzen (etwa beim Erfolg von Firefox oder auch Linux), ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Nicht zuletzt ist es eine Frage der Inhalte: Während Amazon bis jetzt hauptsächlich auf englischsprachige Texte bauen kann, bietet txtr bereits jetzt mehrere tausend deutsche eBooks in seinem Store an. Dazu kommt die größere Flexibilität, was die nutzbaren Dateiformate angeht.
Über den Erfolg von txtr und Amazon werden aber nicht zuletzt die Preismodelle sorgen. Während txtr sein Modell am 14. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorstellen wird, setzt Amazon die Preislatte bereits jetzt sehr niedrig an: Ein 6″-eReader mit UMTS und WLAN und 2 GB internem Speicher für 189 € stellt eine echte Verlockung dar. Für unterwegs gekaufte eBooks fallen keine Kosten für die Datenverbindung an, private Inhalte können per Mobilfunk für 99 Cent / Megabyte auf das eigene Geräte übertragen werden.
Als Verbraucher kann man sich über Amazons Ankündigung nur freuen, denn der Konkurrenzkampf wird die Preise senken und gleichzeitig die Angebote verbessern. Sehr gespannt sein darf man jetzt auf die Frankfurter Buchmesse und die Reaktion der deutschen Zeitungs- und Verlagsbranche.
(via Amazon | golem | mobileread)












Ich liebe ebenfalls Open Source, aber ich sehe trotzdem txtr dem Kindle im Moment unterlegen. Und das aus einem ganz bestimmten Grund. In txtr ist kein “All Inclusive” Paket enthalten was den Mobilfunk angeht. (leider wird genau dieser Unterschied im Artikel nur am Rande erwähnt) Sprich mit dem Kindle2 kaufe ich mir einmal das Gerät und kann für immer auf den Book Store zugreifen. Beim txtr muss ich mir irgendein Abo kaufen, um selbiges zu erreichen. Das wiegen ein mehr an Formaten dann auch nicht wirklich auf.
Darüber würde ich erst urteilen, wenn txtr nächste Woche mit den offiziellen Fakten aufwartet. Aber meines Wissens sind die bisherigen Ankündigungen auch genau so, wie du sie gerne hättest (also ähnlich wie bei Amazons kindle):
In der offiziellen Pressemitteilung zur Kooperation mit E-Pplus und Ecotel heißt es nämlich:
Das wäre dann genau wie bei Amazon, sogar besser. Dort zahle man auch 99 Cent / Megabyte, wenn man private Daten übertragen will, und auf jedes Buch, dass man im Amazon Store kauft sogar eine Roaming-Pauschale von 2 € (siehe dazu der Beitrag bei lesen.net
Insofern wären etwaige Abomodelle von txtr wahrscheinlich für Poweruser sogar günstiger als die festen 99 ct/MB
Nächste Woche wissen wir mehr.
Ich persönlich werde, wenn der Preis passt, auf jeden Fall den txtr vorziehen, eben wegen der Hardware und offenen Architektur, was an Software fehlt ist damit nachrüstbar, zur Not auch in Eigenregie.
Aus genau diesem Grund hab ich mir damals auch mein erstes TomTom gekauft, und bin bisher auch dabei geblieben, hab jetzt mittlerweile mein siebtes.
Auf die Möglichkeit der “Eigenregie” würde ich dann auch gerne zurückgreifen können – leider beschränken sich meine technischen Fähigkeiten da gerademal auf HTML, CSS & Co
Die Strategie von txtr, von Anfang an die Community als Mitentwickler ins Boot zu holen, ist die einzig zeitgemäße Lösung und kann sich nur zum beidseitigem Vorteil auswirken. Nicht zuletzt die Kontakte in Richtung CCC sind meines Erachtens beste Anzeichen für die schon jetzt gute Verbindung in die Kreise der Programmierer und Bastler. Das Potential ist also auf jeden Fall groß
Auf den Developer Pages bietet txtr ja schon Einblicke in die Software- und Hardwarearchitektur des readers. Dazu würden mich mal Ersteindrücke von potentiellen Entwicklern und Moddern interessieren.
Ich frage mich warum der Txtr 300g wiegen muss und damit mit einer, wenn nicht der schwerste, unter den 6 Zoll Readern ist. Dasselbe gilt für die Tiefe von 13mm. Es wurde davon gesprochen das die Batterie extra NICHT austauschbar eingebaut wurde um Tiefe zu sparen. Und nun ist der Reader doch einer der dickeren. So ganz verstehe ich diese zwei Punkte nicht und sie sind für mich mit entscheidend, da ich das Gerät doch sehr viel umhertragen werde.
Was denkt ihr dazu oder habt ihr mehr Infos zu den angesprochenen Punkten?
Für mich ist Gewicht und Dicke in der Größenordnung eines Taschenbuchs durchaus das, was ich mir von so einem Gerät erwarte. Aber um das wirklich beurteilen zu können, muss man das Ding einfach mal in den Händen halten. Von der “Haptik” des Materials will man sich ja angeblich am iPhone orientiert haben.
Bei der Batterie wird man abwarten müssen, wie schnell sie dann wirklich ihre Leistung verliert. Neben der angeblich gesparten Tiefe war nämlich das andere Argument, dass die Lesedauer eh bei 3 Wochen läge, was auch bei einer im Laufe der Zeit an Leistung verlierenden Batterie dann noch ausreichen würde. Ich für meinen Teil denke, dass man auf die 3 Wochen fern einer USB-Lademöglichkeit eh nicht so schnell kommt. Und 2-3 Jahre sollte auch ein aktueller Akku halten. Garantiezeit gibt es ja auch noch. Notfalls muss man sich dann eine mobile Ladevorichtung dazuholen – etwa eine Solar-Tasche
Mit der Batterie habe ich auch keine Probleme, wobei ich denke das die Laufzeit mit EDGE oder WLAN dann deutlich unter 3 Wochen liegen wird. Ich frage mich halt trotzdem warum wir bei 13mm und 300g gelandet sind. Naja wie dem auch sei wir werden wohl auf die Messe warten müssen.